Von Jan Mies, Christoph Meyer
London - Andy Burnham (56) ist neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs.
König Charles III. (77) beauftragte den Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei mit der Regierungsbildung.
Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester folgt seinem Parteikollegen Keir Starmer (63), der unter großem Druck im Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Der wegen seiner Beliebtheit in Manchester als "König des Nordens" bezeichnete Burnham ist seit Wochen der Hoffnungsträger für Labour, das Land doch noch aus der Krise führen zu können.
Unter Starmer hatte die Partei im Sommer 2024 einen überzeugenden Wahlsieg errungen, die komfortable Mehrheit im Parlament aber wegen interner Streitigkeiten nie wirklich nutzen können. Seit Monaten liegt die rechtspopulistische Partei Reform UK in Umfragen teils deutlich vorn.
Eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union scheint offenbar ausgeschlossen
Burnham war am Freitag zum neuen Labour-Vorsitzenden ernannt worden. Er beschrieb sich in seiner Antrittsrede selbst als Mann der Basis.
Er gilt als klassisch sozialdemokratischer, links der Mitte verorteter Labour-Politiker. Burnham versprach, die Kontrolle über Wasser, Energie, Wohnungsbau und öffentliche Verkehrsmittel wieder stärker in die öffentliche Hand zu bringen und die in London konzentrierte politische und wirtschaftliche Macht in die Regionen zu verlagern.
Eine vollständige Rückkehr in die Europäische Union scheint auch unter dem neuen Premier ausgeschlossen.