Seltenes Fossil: Forscher entdecken 125 Millionen Jahre alte "schwangere" Muschel

England - Es ist eine unglaubliche Entdeckung, die Wissenschaftler in England gemacht haben: In einem rund 125 Millionen Jahre alten Muschelfossil wurden winzige Larven entdeckt!

Ein vollständiges Muschelfossil aus der Kreidezeit.  © University of Portsmouth

Durch diesen seltenen Fund gelang es den Forschern, einen besseren Einblick in die Fortpflanzung der Muscheln während des Dinosaurierzeitalters zu gewinnen. Denn das Fossil der Süßwassermuschel enthielt mikroskopisch kleine Embryonen und weiterentwickelte Larven, die in den Kiemen des Tieres konserviert worden waren.

Damit gilt der Fund laut dem Geologischen und Bergbauinstitut Spaniens als der bislang älteste Nachweis mütterlicher Fürsorge bei Muscheln.

"Dies war der früheste bekannte fossile Beleg dafür, dass diese Muscheln ihren Nachwuchs versorgten und während der Entwicklung schützten. Bislang war diese Fortpflanzungsstrategie nur von heute lebenden Arten bekannt", so Dr. Martin C. Munt, Spezialist für fossile Weichtiere und Gastwissenschaftler an der britischen Universität Portsmouth.

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Er ergänzte, dass die Entdeckung auch dabei geholfen habe zu erklären, wie sich diese Tiere vor Millionen von Jahren erfolgreich an das Leben in Flüssen und Seen anpassen konnten.

Moderne Süßwassermuscheln nutzen eine überraschend komplexe Fortpflanzungsstrategie. Demnach entwickeln sich die Jungtiere zunächst in den Kiemen der Mutter, bevor sie ins Wasser abgegeben werden, wo sie Fische vorübergehend als Parasiten nutzen - ein notwendiger Abschnitt ihres Lebenszyklus.

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Das Fossil der Süßwassermuschel enthielt versteinerte Weichteile

Das Bild zeigt ein Scheibenpräparat der "schwangeren" Muschel.  © University of Portsmouth

Eine weitere Forscherin erklärte: "Diese neuen Fossilien zeigten, dass sich diese komplexe Fortpflanzungsstrategie bereits in der frühen Kreidezeit entwickelt hatte."

Das Forschungsteam fand zudem Hinweise darauf, wie die urzeitlichen Muscheln das Wachstum ihres Nachwuchses unterstützten. Demnach versorgten die Tiere ihre Nachkommen mit Kalzium.

Winzige Mineralablagerungen in den Kiemen dienten offenbar als Kalziumspeicher. So konnten die Larven beim Aufbau ihrer Schalen unterstützt werden.

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Eine weitere Besonderheit des Fundes war, dass nicht nur die Schale der Süßwassermuschel erhalten blieb, sondern auch fossilisierte Weichteile im Inneren des Tieres, darunter Fortpflanzungsorgane und das Kiemengewebe.

Dass Weichteile in Fossilien erhalten bleiben, kommt nur äußerst selten vor, da sie normalerweise kurz nach dem Tod eines Tieres verwesen.

Entdeckt wurde das Fossil auf der britischen Isle of Wight, einer Region, die für ihre zahlreichen Fossilienfunde bekannt ist. Dort wurden unter anderem bereits Dinosaurier wie der Iguanodon entdeckt.

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