Nahost-Konflikt: Abkommen zwischen den USA und Iran - Ölpreise sinken weiter

Israel/Iran - Die USA und der Iran haben ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Laut Vermittler Pakistan öffnet damit nun die Straße von Hormus wieder.

Der Iran-Deal wurde auf dem G7-Gipfel als "historische Chance" bezeichnet.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

Trump unterschrieb das Rahmenabkommen im französischen Versailles, wo er von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron zum Abschluss des G7-Gipfels im Schloss empfangen wurde.

Das Rahmenabkommen besagt nun nach US-Darstellung, dass das US-Finanzministerium sofort nach Unterzeichnung Ausnahmegenehmigungen für den Export iranischen Rohöls erteilt.

Die Sanktionen gegen den Iran sollen erst bei einer endgültigen Vereinbarung vollständig aufgehoben werden. Die USA sagen die Freigabe der im Ausland eingefrorenen iranischen Vermögenswerte zu. Die Frage der Umsetzung ist aber ebenfalls Teil der noch anstehenden Verhandlungen. 

Australien Ärzte schicken 28-Jährige mit Abführmitteln heim, doch jetzt muss sie um ihr Leben kämpfen

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

18. Juni, 10:46 Uhr: Treffen zwischen USA und Iran in der Schweiz soll dennoch stattfinden

Das Treffen zwischen Vertretern der USA, des Irans und der Vermittlerstaaten Katar und Pakistan findet nach Angaben des Schweizer Außenministeriums Stand heute am Freitag nach wie vor statt.

Dabei soll es um erste Verhandlungen zur Umsetzung des Rahmenabkommens gehen, das beide Seiten bereits unterzeichnet haben, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Situation sei aber höchst dynamisch. Die Pläne könnten sich auch jederzeit ändern, fügte er hinzu. Stand jetzt war das Treffen im "Bürgenstock Resort" bei Luzern geplant, das in katarischen Händen ist.

Anzeige
Das Luxus-Resort wurde bereits in der Vergangenheit für Treffen von hoher politische Bedeutung genutzt.  © MICHAEL BUHOLZER / POOL / AFP

18. Juni, 09.08 Uhr: Ölpreise sinken weiter

Durch die Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran geben die Ölpreise im frühen Handel weiter nach. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der weltweiten Referenzsorte Brent zur Lieferung im August lag zuletzt bei 77,67 US-Dollar und damit knapp 2,4 Prozent niedriger als am Vortag. 

"Der einfache Teil war, eine Einigung zu erzielen - der schwierigere ist, zu bestimmen, wie viel von der Störung der vergangenen Monate dauerhaft bleibt", sagte Haris Khurshid, Investmentchef von Karobaar Capital, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die US-Großbank Goldman Sachs geht nun davon aus, dass sich die Ölausfuhren aus der Region am Persischen Golf bis Ende des kommenden Monats normalisieren. Zuvor hatten die Analysten mit einer Normalisierung erst bis Ende August gerechnet.

Dennoch könnten die Lieferströme nur auf etwa 70 Prozent des Vorkriegsniveaus zurückkehren, hieß es in einer Studie. Ein Grund seien alternative Exportwege, die Produzenten inzwischen nutzten.

18. Juni, 6.09 Uhr: Abkommen USA-Iran tritt in Kraft

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran tritt laut dem Vermittlerstaat Pakistan mit "sofortiger Wirkung" in Kraft.

Teheran werde die Straße von Hormus "unverzüglich wieder öffnen", und die USA würden die Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufheben, gab der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif auf X bekannt. Auch ein US-Beamter bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass Trump und der iranische Präsident Massud Peseschkian das Abkommen unterzeichnet hätten.

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran am Sonntag - am 80. Geburtstag von Trump - auf die Rahmenvereinbarung verständigt. 

In dem insgesamt 14 Punkte umfassenden Abkommen einigten sich beide Seiten auch auf ein "sofortiges und dauerhaftes Ende des Kriegs an allen Fronten, auch im Libanon", wie ein hochrangiger US-Regierungsbeamter mitteilte.

US-Präsident Donald Trump (80) bei seiner Ankunft am Mittwoch am Schweizer Flughafen.  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

17. Juni, 22.16 Uhr: Rahmenabkommen soll von Präsidenten laut Iran digital unterzeichnet werden

Nach Angaben des Außenministeriums in Teheran wird derzeit geprüft, ob das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran von den Präsidenten beider Länder digital unterzeichnet werden könnte. Dies könne "in mancher Hinsicht eine bessere Option sein", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai dem Staatssender Irib.

Das für Freitag geplante Treffen der beiden Seiten in der Schweiz soll laut Baghai dennoch wie vorgesehen stattfinden. "Alle möglichen Aspekte werden in diesem Zusammenhang überprüft, und wir streben eine Sitzung ohne überflüssige Nebensächlichkeiten an", fügte er hinzu.

Beobachtern zufolge will der Iran in der Schweiz ein Händeschütteln mit den US‑Vertretern und Bilder von der Zeremonie unbedingt vermeiden. In Teheran gelten die USA weiterhin als verantwortlich für die Tötung des obersten Führers Ali Chamenei am 28. Februar. Eine solche Geste wäre für die iranische Delegation nicht vertretbar und könnte zu internen Konflikten mit Hardlinern im Land führen.

17. Juni, 19.35 Uhr: Iran-Deal könnte laut Trump schon morgen unterzeichnet werden

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran könnte laut Präsident Donald Trump früher als geplant unterzeichnet werden - möglicherweise bereits am Donnerstag.

"Das Abkommen, das wir am Sonntag mit dem Iran erzielt haben, wird in Kürze unterzeichnet werden – morgen oder vielleicht übermorgen", sagte Trump beim G7-Gipfel im französischen Évian. Nähere Angaben machte er dazu nicht. Bisher war geplant, dass das Rahmenabkommen am Freitag unterzeichnet wird.

Auf eine Reporterfrage, warum er nicht selbst für die Unterzeichnung in Europa bleibe, sagte Trump, vielleicht werde er das tun. Bisher war davon ausgegangen worden, dass Vizepräsident JD Vance zur Unterzeichnung in die Schweiz reist.

Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

17. Juni, 13.45 Uhr: Trump warnt Iran

Zwei Tage vor einer geplanten Unterzeichnung des Iran-Rahmenabkommens hat US-Präsident Donald Trump (80) dem Land erneut gedroht.

"Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir direkt wieder damit beginnen, Bomben mitten auf ihre Köpfe zu werfen", sagte Trump am Rande des G7-Gipfels am Genfersee. Trump hatte in den vergangenen Wochen ähnlich gedroht.

In der Schweiz soll am Freitag das bereits digital unterschriebene Abkommen bei einem direkten Treffen der Parteien bei einer Zeremonie unterzeichnet werden. Es wird bislang nicht damit gerechnet, dass Trump dabei sein wird, er will seinen Vize JD Vance (41) schicken.

US-Präsident Donald Trump (80) auf dem G7-Gipfel.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

17. Juni, 11.02 Uhr: Vier Tote bei israelischen Luftangriffen im Libanon

Trotz eines Rahmenabkommens der USA und des Irans über ein Kriegsende an allen Fronten läuft der Krieg im Libanon weiter. Dabei wurden bei einem israelischen Luftangriff im Raum der Stadt Nabatija am Dienstag mindestens vier Menschen getötet, wie die Staatsagentur NNA berichtete. Einige örtliche Medien berichteten von mindestens sechs Todesopfern. 

Im Raum der Küstenstadt Tyrus habe es auch am Mittwoch erneut israelische Drohnenangriffe mit Verletzten gegeben, berichtete NNA. Zudem habe Israel mit Kampfflugzeugen und Artillerie das umkämpfte Gebiet um Nabatija angegriffen. Aus Sicherheitskreisen im Libanon hieß es, israelische Truppen rückten mit Panzern nahe der Stadt Bint Dschubail im Süden vor. NNA berichtete ebenfalls von zwei Panzern, einem Bulldozer und mehreren Militärfahrzeugen von Israels Armee in dem Gebiet. Israels Armee teilte am Dienstagabend mit, sie habe Ziele der Hisbollah-Miliz im südlichen Libanon angegriffen.

Auch die Hisbollah setzte ihre Angriffe fort. Der von der Miliz kontrollierte Fernsehsender Al-Manar berichtete, die Hisbollah habe mehr als zehn Raketen auf israelische Truppen im Libanon geschossen. Israels Armee teilte am Dienstagabend ebenfalls mit, sie habe mehrere Raketen der Hisbollah abgefangen, die auf Gebiete gezielt hätten, in denen israelische Truppen im Einsatz seien. 

Im Libanon kam es erneut zu israelischen Angriffen. (Symbolbild)  © Hussein Malla/AP/dpa

17. Juni, 10.16 Uhr: Angeblicher Text von US-Iran-Abkommen veröffentlicht

Der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija hat nach eigenen Angaben den Text des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran erhalten, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll.

Al-Arabija veröffentlichte die 14 Punkte des Dokuments am Dienstagabend. Auch der Finanzdienst Bloomberg veröffentlichte einen gleichlautenden Text. Von offiziellen Seiten lag dazu bisher keine Bestätigung vor.

Offiziell wurde das Dokument bisher nicht veröffentlicht und die darin genannten Punkte und Formulierungen könnten sich noch ändern.

17. Juni, 6.19 Uhr: USA bleiben im Einreise-Streit mit Iran hart

Die für die Fußball-WM zuständige Task-Force des Weißen Hauses wehrt sich gegen die Klagen des Irans über die Ein- und Ausreiseverpflichtungen.

Irans Trainer und Spieler hatten sich nach dem 2:2 gegen Neuseeland darüber beschwert, noch am Abend zurück nach Mexiko reisen zu müssen und den Eindruck erweckt, mit einer Nacht in Kalifornien gerechnet zu haben. "Wir waren klar darin, dass das der Ablauf ist", sagte der WM-Beauftragte Andrew Giuliani am Tag nach der Partie.

Irans Spieler mussten noch nach der Partie gegen Neuseeland wieder die USA verlassen.  © Mark J. Terrill/AP/dpa

17. Juni, 6.02 Uhr: G7 sehen in Iran-Deal "historische Chance"

Die G7-Staaten sehen in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran eine "historische Chance", Teheran am Erwerb von Atomwaffen zu hindern.

Der von US-Präsident Donald Trump (80) erzielte Deal, der am Freitag von beiden Kriegsparteien unterzeichnet werden soll, könne "Frieden und Sicherheit für alle in der Region bringen", heißt es in einer Erklärung der Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen im französischen Évian.

Mehr zum Thema Iran: