Nahost-Konflikt: Angriff auf Piloten - Mann verhindert Flugzeugunglück

Nahost - Nach der Gewalttat auf einem Flug nach Tel Aviv hat Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Furchtlosigkeit des mutmaßlich von seinem Kollegen angegriffenen Piloten gewürdigt. "Er ist ein wahrer Held", teilte Netanjahu am Abend auf der Plattform X mit.

Yaniv Hayun (M), einer der Männer, die dazu beigetragen haben, den Angreifer in dem FlyDubai-Flugzeug außer Gefecht zu setzen, wird nach seiner Ankunft am Ben-Gurion-Flughafen begrüßt.  © Jamal Awad/dpa

Trotz schwerer Stichverletzungen habe der indische Flugkapitän Widerstand geleistet, die Cockpittür geöffnet und es Passagieren ermöglicht, den Angreifer zu überwältigen. 

Damit habe er eine Katastrophe verhindert, schrieb Netanjahu weiter. "Er hat die Leben von 174 Menschen gerettet, darunter israelische Bürger und andere Staatsangehörige."

Er wünschte dem Mann eine schnelle Genesung. Die indische Botschaft in Saudi-Arabien, wo das Flugzeug notgelandet war, gab am Abend bekannt, der Zustand des Piloten sei stabil.

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Der Flug der emiratischen Gesellschaft Flydubai war am Mittwoch auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als es zu der Auseinandersetzung im Cockpit kam. Israels Regierung geht von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag aus - wichtige Fragen sind aber noch offen.

Nach früheren Aussagen Netanjahus hatte einer der beiden Piloten auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich am Morgen Israel näherte. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. Nach übereinstimmenden Berichten war die Maschine in einen Sturzflug geraten. Nachdem der mutmaßliche Angreifer überwältigt war, konnte das Flugzeug in Saudi-Arabien notlanden - eine zweite Besatzung, die in der Kabine mitreiste, übernahm das Steuer.

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1. Oktober, 6.15 Uhr: Wadephul erleichtert - Schlimmeres verhindert

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul zeigte sich nach einem Telefonat mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar erleichtert, "dass die versuchte Entführung und womöglich noch weit Schlimmeres verhindert werden konnte". Nun müssten die Hintergründe schnell und vollständig aufgeklärt werden. 

Es sei der Tapferkeit des Piloten und weiterer Passagiere zu verdanken, dass ein Absturz in letzter Sekunde hätte verhindert werden können, fügte der CDU-Politiker hinzu.

Ein Absturz wäre eine "totale Katastrophe" gewesen, die sehr viele Menschenleben gekostet, aber auch in der angespannten Situation in der Region und im israelischen Wahlkampf für erhebliche Unruhe gesorgt hätte. In Israel wird Ende Oktober das Parlament neu gewählt.

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Der Außenminister Johann Wadephul (63).  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

1. Oktober, 6.13 Uhr: Einzeltäter bei Anschlag vermutet

Gesicherte Angaben zum Motiv des mutmaßlichen Angreifers gibt es bislang nicht - auch was genau seine Absicht war, ist noch nicht geklärt. Das israelische Nachrichtenportal "ynet" meldete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman.

Nach erster israelischer Einschätzung soll es sich um einen Einzeltäter handeln, wie der TV-Sender Kan berichtete. Es gebe keinen Hinweis darauf, dass ein Staat oder eine Terrororganisation Drahtzieher des Vorfalls sein könnte, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise. 

Auf die Frage des Fox-News-Moderators Sean Hannity, ob es Hinweise auf eine Verwicklung des Irans in den Vorfall gebe, sagte Netanjahu dennoch: "Nun, wir wissen es noch nicht. ... Aber es ist kein Geheimnis, dass der Iran Israelis im Ausland und hier zum Ziel nehmen will."  Flydubai teilte mit, dass die Flüge von und nach Israel ausgesetzt werden, solange die Untersuchungen andauerten.

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft flydubai mit israelischen Passagieren an Bord, die zuvor in einem anderen flydubai-Flugzeug gesessen hatten, das in Saudi-Arabien notgelandet war, steht bei der Ankunft am Internationalen Flughafen Ben Gurion auf dem Rollfeld.  © Jamal Awad/dpa

1. Oktober, 6.10 Uhr: Angreifer im Würgegriff

Yaniv Hayun sagte, er habe den Angreifer in den Würgegriff genommen und aus dem Cockpit gezerrt. Danach - das Flugzeug war zu dieser Zeit im Sturzflug - habe er im Cockpit die Steuerung ergriffen und begonnen, die Hebel zurückzuziehen, dann habe ein Pilot übernommen.

Auf die Frage, woher er gewusst habe, was er tun sollte, verwies Hayun auf eine TV-Dokuserie über Flugunfälle.

Nach Angaben Netanjahus wurde der Angreifer festgenommen und von den saudi-arabischen Sicherheitsbehörden befragt. Die zuständigen Behörden in dem Golfstaat äußerten sich zunächst nicht zu dem Geschehen.

1. Oktober, 6.08 Uhr: Netanjahu sagt, weiterer Anschlag wie am 11. September verhindert

Netanjahu traf am Flughafen von Tel Aviv einen Passagier, der ins Cockpit eingedrungen war. Der US-Sender CNN veröffentlichte ein Video des Treffens, in dem Yaniv Hayun in blutverschmierter Kleidung schildert, wie er und andere den Angreifer gestoppt hätten.

Als er ins Cockpit kam, sei der Angreifer an Bordinstrumenten zugange gewesen - Hayun vermutete, dass der Mann das Flugzeug unbrauchbar machen wollte. 

Im Gespräch mit dem US-Sender Fox News sagte Netanjahu später über seinen Landsmann: "Das war ungeheurer Mut, der einen weiteren Anschlag wie am 11. September verhinderte." Bei den Terroranschlägen in den USA kamen 2001 fast 3000 Menschen ums Leben, als Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführten und zwei davon in die Türme des World Trade Centers steuerten.

Benjamin Netanjahu (76), Ministerpräsident von Israel.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

30. September, 14.20 Uhr: Fünf Tote bei israelischem Angriff auf Bus im Gazastreifen

Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen sind nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes fünf Menschen getötet worden.

20 weitere Menschen, darunter auch Frauen und Kinder, seien bei dem Angriff auf einen Bus in der Stadt Gaza verletzt worden, sagte am Mittwoch Zivilschutz-Sprecher Mahmud Bassal. Das Al-Schifa-Krankenhaus in Gaza bestätigte, nach einem israelischen Angriff auf ein Fahrzeug im Stadtteil Tel al-Hawa seien fünf Tote und mehrere Verletzte eingeliefert worden.

Der Zivilschutz-Sprecher sagte, der Bus habe Menschen befördert, die von Gaza im Norden ins Zentrum und in den Süden des Palästinensergebiets reisen wollten. Eine israelische Drohne habe zwei Mal auf den Bus gefeuert. Der vordere Bereich des Fahrzeugs sei dabei zerstört worden, der Bus dann vollständig ausgebrannt. Die israelische Armee gab auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu dem Vorfall ab.

30. September, 12.13 Uhr: Alle US-Truppen aus dem Irak abgezogen

Das US-Militär ist vollständig aus dem Irak abgezogen. Die letzten US-Soldaten hätten das Land verlassen, teilte das Pentagon mit. Damit endet eine Zeit von teils heftig umstrittenen US-Militäreinsätzen in dem Land im Nahen Osten, mit denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz Islamischer Staat bekämpft wurde.

"Dieser Meilenstein spiegelt den Erfolg einer zwölfjährigen Kampagne wider, durch die der IS als organisierte militärische Bedrohung im Irak und in der gesamten Region besiegt wurde", hieß es in der Mitteilung des US-Verteidigungsministeriums, das unter Präsident Donald Trump inzwischen Kriegsministerium heißt. 

Die irakische Regierung trage nun die Hauptverantwortung für die Bewältigung der sicherheitspolitischen Herausforderungen im Land, teilte das Pentagon weiter mit. Dazu zählten die verbliebenen Strukturen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie mit dem Iran verbündete Milizen, die nach US-Einschätzung die irakische Souveränität und die Stabilität in der Region untergraben.

Das US-Militär ist vollständig aus dem Irak abgezogen.  © Haider Al-Assadee/EPA/dpa

30. September, 6.15 Uhr: Festnahme von mit Hisbollah verbundener Zelle

Die Behörden in Syrien haben nach eigenen Angaben im Süden des Landes nahe der von Israel besetzten Golanhöhen eine mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz verbundene Zelle festgenommen.

Die Behörden in Syrien warfen ihr am Dienstag vor, Anschläge auf nicht näher bezeichnete Ziele geplant zu haben. Konkrete Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Das syrische Staatsfernsehen meldete unter Berufung auf Sicherheitskräfte, die Zelle habe aus drei Menschen bestanden. Die syrischen Geheimdienste und Sicherheitskräfte hätten ein "Sabotagekomplott" in der Provinz Daraa vereitelt.

Der Einsatz sei auf eine Überwachung eines Versuchs der Zelle gefolgt, Raketenabschussrampen vorzubereiten mit dem Ziel, Anschläge zur Untergrabung der Sicherheit und Stabilität auszuführen.

29. September, 22.20 Uhr: USA verhängen Sanktionen gegen Waffenbeschaffer für Iran

Die USA verstärken ihren wirtschaftlichen Druck auf den Iran und verhängen weitere Sanktionen gegen Unterstützer Teherans.

Durch die Maßnahmen werden sämtliche Vermögenswerte von zehn Einzelpersonen und Organisationen in den Vereinigten Staaten gesperrt und Geschäfte mit den sanktionierten Unternehmen untersagt, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die betroffenen Personen und Unternehmen sind demnach in China, Hongkong, Pakistan, Saudi-Arabien und in der Türkei ansässig. 

Vorgeworfen wird ihnen, Waffenteile für das iranische Verteidigungsministerium beschafft zu haben. Die Maßnahme schwäche die Fähigkeit der Führung in Teheran, ihre Waffenprogramme wiederaufzunehmen, und erhöhe die Kosten für diejenigen, die den Iran bei der Beschaffung militärischer Komponenten unterstützten, hieß es in einer entsprechenden Mitteilung.

Das US-Finanzministerium verhängt Sanktionen gegen Waffenbeschaffer für den Iran. (Symbolfoto)  © Soeren Stache/dpa

29. September, 14.13 Uhr: Schiff in der Straße von Hormus von Geschoss getroffen

Nach Angaben der britischen Schifffahrtsbehörde UKMTO ist ein Schiff in der Straße von Hormus am Montagabend mit einem "Geschoss unbekannter Herkunft" attackiert worden und daraufhin in Brand geraten.

"Das Feuer ist inzwischen unter Kontrolle, und das Schiff hat seine Fahrt fortgesetzt. Die Besatzung ist wohlauf", teilte die Behörde am Dienstag mit. Umweltschäden habe es nicht gegeben.

29. September, 11.42 Uhr: Entführer von zwei Ex-Hamas-Geiseln im Gazastreifen getötet

Fast drei Jahre nach dem Hamas-Überfall auf Israel haben israelische Streitkräfte einen der Entführer der früheren Hamas-Geiseln Noa Argamani und Avinatan Or getötet.

Israelische Streitkräfte hätten bei einem Einsatz im Gebiet von Nuseirat im Gazastreifen "den Terroristen Saher Nidal Latfi Sakr" getötet, teilte die Armee am Sonntag mit. Sakr fuhr demnach das Motorrad, mit dem das Paar am 7. Oktober 2023 bei dem Angriff auf das Nova-Musikfestival verschleppt worden war.

Bei Sakr handele es sich um "einen Terroristen, der mit im Gazastreifen operierenden globalen dschihadistischen Organisationen in Verbindung stand", hieß es in der Armee-Erklärung weiter.

Das junge Paar war am 7. Oktober 2023 getrennt worden. Bevor die Hamas und verbündete Palästinensergruppen an jenem Tag den Süden Israels überfielen, hatten Or und Argamani zusammen mit hunderten anderen jungen Menschen beim Nova-Musikfestival im Süden Israels getanzt.

Am 7. Oktober 2023 überfielen Terroristen der Hamas das Nova-Festival in Israel und richteten ein entsetzliches Blutbad an.  © Bildmontage/Screenshots: TikTok/yuuuot3

29. September, 8.05 Uhr: Teheran erwartet US-Antwort auf Vorschlag für Hormus-Öffnung

Die iranische Regierung erwartet nach eigenen Angaben am Dienstag eine Antwort aus Washington auf den iranischen Vorschlag für eine Wiederöffnung der Straße von Hormus.

Katarische Vermittler wollten "die Angelegenheit noch einmal mit der amerikanischen Seite erörtern, woraufhin uns die endgültige US-Antwort übermittelt wird", erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am Montag (Ortszeit). "Die Katarer hoffen, dass dies bis morgen geschehen wird", fügte er hinzu.

Das US-Nachrichtenportal "Axios" hatte zuvor berichtet, dass indirekte Gespräche zwischen Teheran und Washington unter katarischer Vermittlung bereits am Montag wieder aufgenommen werden könnten. Vertreter der USA und des Iran waren bereits in der vergangenen Woche am Rande der UN-Generaldebatte in New York zusammengekommen.

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