Nahost-Konflikt: Durchfahrten durch Straße von Hormus nahezu komplett gestoppt

Israel/Iran - Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die siebte Nacht in Folge Ziele im Iran attackiert. Die Angriffe seien um 15 Uhr US-Ostküstenzeit (22.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden, teilte das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen, hieß es.

Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station.  © Kendall Torres Cortés/dpa

Bei ihren vorherigen massiven Angriffen auf den Iran hatten die USA zuletzt nicht nur militärische Ziele attackiert, sondern nach iranischen Medienberichten auch Infrastruktur, die auch zivilen Zwecken dient, beschädigt.

Bis zum frühen Freitagmorgen (MESZ) bombardierte das US-Militär eine Reihe von Zielen. Nach iranischen Angaben wurden Brücken, ein Flughafen und Infrastruktur der Seefahrt getroffen.

Irans UN-Botschafter hatte daraufhin erklärt, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar.

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Das US-Militär erklärte dagegen, man habe Dutzende "militärische Ziele" getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen zur Küstenüberwachung.

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17. Juli, 22.27 Uhr: Durchfahrten durch Straße von Hormus nahezu komplett gestoppt

Nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast wieder zum Erliegen gekommen.

Daten des Anbieters Kpler zufolge vom Freitag passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge. Dies stelle den niedrigsten Wert seit drei Wochen dar, hieß es in einem Post von Kpler auf der Plattform X. Am Mittwoch seien es noch 15 Durchfahrten gewesen. Vor zwei Wochen lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.

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Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

17. Juli, 17.22 Uhr: USA wollen iranischen Überwachungsturm zerstört haben

Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört.

Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando auf der Plattform X mit. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe auf ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verfolgen und ins Visier zu nehmen, hieß es.

"Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren." Außerdem schütze der am Donnerstag erfolgte Angriff die Freiheit der Schifffahrt für alle Schiffe, mit Ausnahme jener, die versuchten, die US-Seeblockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.

17. Juli, 15.51 Uhr: Offenbar Handelsschiff vor der Küste des Jemen angegriffen

Ein Handelsschiff ist Berichten zufolge vor der Küste des Jemen angegriffen worden.

Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, sollen unautorisierte Personen an Bord gegangen sein, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Der Vorfall soll sich demnach 65 Seemeilen südlich der jemenitischen Stadt Al-Mukalla abgespielt haben. Er werde von Behörden untersucht, hieß es in der Mitteilung. Schiffe wurden zur Vorsicht aufgerufen.

Derzeit ist noch unklar, was genau geschehen ist. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

17. Juli, 15.02 Uhr: Iran meldet Angriffe auf US-Verbündete - Damaskus dementiert

Infolge neuer Angriffswellen der USA haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine ganze Reihe von Vergeltungsschlägen auf dem Gebiet von US-Verbündeten in der Region durchgeführt. So sollen ein Kommandozentrum von US-Spezialkräften in Syrien sowie in Jordanien stationierte US-Flugzeuge angegriffen worden sein, teilte die iranische Eliteeinheit mit.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es jedoch, es habe keine Angriffe auf eine frühere von den USA genutzte Militärbasis gegeben. US-Soldaten seien zudem nicht mehr dort, sondern auf der anderen Seite der nahegelegenen Grenze zu Jordanien stationiert. Jordanischen Militärkreisen zufolge wurden drei iranische Raketen in jordanischem Luftraum abgeschossen.

Wer wen wann genau angegriffen hat, ist derzeit unklar. (Archivfoto)  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa

17. Juli, 15 Uhr: Iran will weiter angreifen

Der Iran will seine eigenen Angriffe in der Region fortführen bis Attacken auf den Süden des Landes aufhören.

Man werde weiter aus dem ganzen Iran angreifen, bis Ruhe an der eigenen Küste einkehre, schrieb der Kommandeur der Luftstreitkräfte der mächtigen Revolutionsgarden in einer Stellungnahme, die die Nachrichtenagentur Tasnim verbreitete.

Nach Explosionen während eines Raketenangriffs wurden Raketen über Doha abgefangen.  © Stringer/dpa

17. Juli, 14.56 Uhr: Elektrizitätswerk in Kuwait schwer beschädigt

Bei einem mutmaßlich iranischen Angriff auf die Energieinfrastruktur in Kuwait sind Behördenangaben zufolge schwere Schäden angerichtet worden.

Demnach wurden eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung getroffen, wie das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energie in dem Golfstaat mitteilte. Dabei sei eine große Zahl von Stromerzeugungseinheiten beschädigt worden. Ein Feuer sei rasch unter Kontrolle gebracht worden

17. Juli, 10.10 Uhr: Iran meldet Tote und Schäden an Infrastruktur nach Angriffen

Nach US-Angriffen in der Nacht meldet der Iran Opfer und Schäden an Infrastruktur in verschiedenen Regionen im Süden des Landes.

Sieben Menschen seien bei Angriffen getötet worden, hieß es in der Nacht bei Press TV. Ein Mensch sei im Zuge eines Angriffs auf einen Telekommunikationsturm in der Küstenstadt Bandar Abbas getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim.

Es seien Brücken, eine Zugverbindung, ein Flughafen und ein Überwachungsturm für die Seefahrt angegriffen worden, hieß es in separaten Berichten iranischer Medien. Der Flughafen befindet sich weiter im Landesinneren in der Stadt Iranschahr in der Provinz Sistan und Belutschistan.

Die fünf angegriffenen Brücken verbinden Orte am Persischen Golf untereinander und etwas inländisch liegenden Ortschaften. Videoaufnahmen des bekannten Netzaktivisten Vahid Online zeigen schwere Schäden an einer Brücke, die auf beiden Fahrbahnseiten unpassierbar ist.

Drei Jungen spielen im seichten Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund vor der Küste von Bandar Abbas im Iran eine Rauchwolke nach einer Explosion aufsteigt.  © Razieh Poudat/ISNA via AP/dpa

17. Juli, 6.14 Uhr: Iran laut US-Sprecherin weiter an Abkommen interessiert

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert.

"Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife, erklärte die Sprecherin.

Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die USA wieder eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchsetzen. Das US-Militärkommando Centcom veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie US-Marinesoldaten ein Handelsschiff entern und durchsuchen. Seit der Wiederaufnahme der Blockade Anfang dieser Woche hätten die USA drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt, das den Anweisungen keine Folge geleistet habe, hieß es.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus aufÖltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.  © Altaf Qadri/AP/dpa

17. Juli, 6.13 Uhr: Trump spricht von großen Erfolgen im Iran

US-Präsident Donald Trump behauptete in einer Rede an seine Nation, im Iran erziele man "große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen."

Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht. Am Mittwoch hatte er dem Iran erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er dem Sender Fox News.

Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf hatte am selben Tag in einer teilweise im Fernsehen verlesenen Stellungnahme die Position seines Landes abermals bekräftigt, dass der Iran die Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge beanspruche. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb dagegen auf X, der Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht.

Wegen des Streits um die wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert. Ghalibaf ließ zwar die Tür für neue Verhandlungen offen. Er mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen.

Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Saul Loeb/POOL AFP/dpa

17. Juli, 6.10 Uhr: Laut Berichten auch Flughafen im Iran getroffen

Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Irans, in der Straße von Hormus Macht auszuüben, schrieb das "Wall Street Journal".

Laut dem iranischen Staatssender Irib wurde auch der Flughafen in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan getroffen. Laut Press TV schlug mindestens ein Geschoss ein. Die dabei ausgebrochenen Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung am Flughafen sei jedoch unterbrochen, berichtete ein Irib-Korrespondent. Tote gebe es nicht.

Die iranische Armee teilte daraufhin laut Press TV mit, bei Vergeltungsschlägen einen Hubschrauber-Standort sowie ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs in Bahrain ins Visier genommen zu haben. Das Innenministerium von Bahrain hatte zuvor auf X Sirenenalarm gemeldet. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschuss im Einsatz, wie die dortige Armee mitteilte. Dort stünden US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand, meldete der iranische Sender Press TV. Demnach sollen auch US-Anlagen in Jordanien Ziel gewesen sein. Die Angaben des Senders ließen sich zunächst nicht prüfen.

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