Nahost-Konflikt: Flugabwehr aktiviert! Erstmals wieder Explosionen in Teheran

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Israel/Iran - Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist in der Hauptstadt Teheran wieder die Flugabwehr aktiviert worden.

Die Skyline der Millionenmetropole Teheran in der Abenddämmerung. (Archivbild)
Die Skyline der Millionenmetropole Teheran in der Abenddämmerung. (Archivbild)  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Parallel zu den Explosionen in Teheran informierte das US-Militär über eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele im Iran. 

Auch iranische Staatsmedien berichteten über Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben.

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Kurz darauf herrschte wieder Ruhe – und das US-Militär gab das Ende seiner Angriffswelle bekannt.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

22. Juli, 6.20 Uhr: Hegseth beziffert Kriegskosten auf 37,5 Milliarden Dollar

Die Kosten des Krieges sind immens. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums liegen sie allein für die Vereinigten Staaten bei 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro).

Pentagon-Chef Pete Hegseth nannte die Summe bei einer Anhörung im US-Senat und machte deutlich, dass neben bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis zum Ende des Haushaltsjahres am 30. September eingerechnet seien.

Hegseth warb für einen Nachtragshaushalt in Höhe von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium, um die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte zu sichern, verbrauchtes Material zu ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffen zu beschleunigen. Der beantragte Nachtragsetat sei als zusätzliche Soforthilfe über den regulären Verteidigungshaushalt hinaus gedacht. Sein Ziel sei angesichts der weltweiten Sicherheitslage ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026.

22. Juli, 6.17 Uhr: Beginnt eine neue Phase der Eskalation?

Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation des Konflikts in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben, also vor mehr als einem Monat. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert.

Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten.

Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte und mehrmals gebrochene Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen zur Vorbereitung einer möglichen Friedenslösung für beendet. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden.

22. Juli, 6.14 Uhr: Attacken auf Kommandozentren, Marine und Luftwaffe

Mit den nächtlichen Attacken sollten die Möglichkeiten des Irans geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den globalen Ölhandel wichtigen Straße von Hormus anzugreifen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom auf der Plattform X mit.

Zu den Zielen der gut einstündigen Angriffswelle gehörten demnach militärische Kommandozentren, die iranische Marine und Standorte der Luftwaffe. Es war die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran Stunden zuvor mit weiteren Angriffen gedroht und dabei konkret ein Areal rund um eine Anlage genannt, die als "Pickaxe Mountain" bekannt ist. "Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen, und zwar mit voller Wucht", sagte er am Dienstag im Weißen Haus.

Bereits zuvor hatte der Republikaner eine Attacke auf den Komplex angedroht, der in einem Berg südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran verborgen ist. Trump betonte zudem, dass das US-Militär jede Anlage ins Visier nehmen werde, die die Führung in Teheran für atomare Zwecke nutzen wolle.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (Archivbild)
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (Archivbild)  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

21. Juli, 21.59 Uhr: US-Verteidigungsminister von Demonstranten unterbrochen

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist bei einer Anhörung im US-Parlament von Protesten gestört worden.

Gleich mehrmals nacheinander wurde er von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Iran-Kriegs forderten. Beamte führten die Protestler aus dem Raum im Kapitol.

Im Verteidigungsausschuss des Senats kam es zu Zwischenfällen.
Im Verteidigungsausschuss des Senats kam es zu Zwischenfällen.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

21. Juli, 21.56 Uhr: Libanons Präsident bittet Trump um Unterstützung für Armee

Libanons Präsident Joseph Aoun hat US-Präsident Donald Trump um weitere Unterstützung für die staatliche libanesische Armee gebeten und andernfalls vor dem Szenario eines neuen Bürgerkriegs in seinem Land gewarnt.

"Wir wollen das nicht noch einmal erleben. Alles, worum wir bitten, ist weitere Unterstützung für die LAF", sagte Aoun, der das englische Kürzel für die libanesischen Streitkräfte verwendete. 

21. Juli, 11.47 Uhr: Israels Finanzminister - Kein Interesse an Beteiligung an Iran-Konflikt

Israel hat nach Angaben von Finanzminister Bezalel Smotrich kein Interesse daran, sich in den gegenwärtigen Konflikt zwischen den USA und Iran hineinziehen zu lassen.

"Die aktuelle Situation, in der es einen begrenzten Konflikt zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gibt, ist die richtige und beste für uns", sagte Smotrich mehreren israelischen Medien zufolge auf einer Konferenz. Israels oberstes Ziel sei die Schwächung der Führung des Irans, und der beste Weg dorthin seien wirtschaftliche Maßnahmen, so der Minister.

21. Juli, 11.45 Uhr: Libanesische Armee rückt in erste Pilotzone ein

Die libanesische Armee hat nach eigenen Angaben mit der Verlegung von Truppen in die Ortschaft Sautar al-Gharbija im Rahmen einer Sicherheitsvereinbarung mit Israel begonnen.

Die Ortschaft ist eine von mehreren sogenannten Pilotzonen im Südlibanon. Hier soll ein Abzug der weiterhin im Libanon stationierten israelischen Truppen getestet werden.

In diesen Zonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.

21. Juli, 6.51 Uhr: Vermittler wollen neue Waffenruhe im Iran-Krieg

Während die Militärschläge der USA im Iran seit nunmehr zehn Nächten andauern, bemühen sich die Vermittler Berichten zufolge um eine neue Waffenruhe.

Katar, Ägypten, Pakistan und andere regionale Vermittler hätten den beiden Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Waffenruhe unterbreitet, erfuhr das US-Nachrichtenportal "Axios" aus Quellen. Auch das "Wall Street Journal" berichtete über den Vorschlag. 

Die Vermittler fürchteten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, in dem sie den Konflikt zwar unterhalb der Schwelle eines umfassenden Krieges halten, aber die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit beeinträchtigen, schrieb die Zeitung.

Militärschläge und diplomatische Initiativen laufen parallel. Wird es eine neue Waffenruhe im Iran-Krieg geben oder spitzt sich der Konflikt weiter zu?
Militärschläge und diplomatische Initiativen laufen parallel. Wird es eine neue Waffenruhe im Iran-Krieg geben oder spitzt sich der Konflikt weiter zu?  © Kendall Torres Cortés/dpa

21. Juli, 6.50 Uhr: Trump schließt Netanjahu-Festnahme in USA aus

US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA ausgeschlossen, sollte dieser im September zur UN-Generaldebatte nach New York reisen.

"Benjamin Netanjahu wird während seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten von Amerika in keiner Weise und unter keinen Umständen festgenommen werden", schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social - und reagierte damit auf Äußerungen des New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani. 

US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA ausgeschlossen.
US-Präsident Donald Trump hat eine mögliche Festnahme des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in den USA ausgeschlossen.  © Alex Brandon/AP/dpa

21. Juli, 6.48 Uhr: Erste Schritte bei "Pilotzonen" im Südlibanon

In drei Ortschaften im Südlibanon haben erste Maßnahmen zur Umsetzung einer zwischen Israelund dem Libanon vereinbarten Sicherheitsregelung begonnen.

Sogenannte Pilotzonen sei gemäß einem trilateralen Rahmenabkommen in den Orten Frun, Srifa und Sautar al-Gharbija etabliert worden, teilte das US-Außenministerium mit. Die US-Regierung wolle weiterhin mit beiden Parteien zusammenarbeiten, um das Rahmenabkommen umzusetzen, hieß es weiter.

In den sogenannten Pilotzonen sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle übernehmen und die Hisbollah entwaffnen, während sich die israelische Armee gleichzeitig schrittweise zurückzieht. Die Pilotzonen sollen zeigen, ob dieser Ablauf in der Praxis funktioniert, bevor das Vorgehen auf weitere Gebiete ausgeweitet wird.

Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt.
Nach jahrzehntelangem Kriegszustand gab es zuletzt Annäherungsversuche zwischen Israel und dem Libanon. Nun verkündet das US-Außenministerium als Vermittler einen weiteren Schritt.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

20. Juli, 19.32 Uhr: Chalil al-Haja wird neuer Anführer der Hamas

Chalil al-Haja ist nach Angaben der Hamas neuer Chef der Islamistenorganisation.

Zuvor gab es eine interne Wahl über den Posten. Seit Israels Tötung von Jihia al-Sinwar im Oktober 2024 wurde die Hamas von einem fünfköpfigen Führungsrat geleitet, dem auch al-Haja angehörte. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen. 

Al-Haja, geboren im Gazastreifen, hält sich seit einigen Jahren die meiste Zeit in Katar auf. Er war bislang der höchstrangige Hamas-Führer im Ausland. Im vergangenen Jahr hatte Israels Luftwaffe versucht, die Führungsspitze der Hamas in der dortigen Hauptstadt Doha anzugreifen - al-Haja war dabei Berichten zufolge ein Ziel. Nach Hamas-Angaben schlug die Attacke jedoch fehl. Vier seiner Söhne wurden bei israelischen Angriffen getötet, darunter einer bei dem Angriff in Doha.

Nach interner Wahl übernimmt Chalil al-Haja die Führung der Hamas. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine Beendigung des Gaza-Kriegs.
Nach interner Wahl übernimmt Chalil al-Haja die Führung der Hamas. Er ist auch Unterhändler bei den Verhandlungen über eine Beendigung des Gaza-Kriegs.  © Khalil Hamra/AP/dpa

20. Juli, 19.31 Uhr: Huthi-Miliz - Bereit für "alle Optionen"

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hat erneut mit Angriffen in der Region gedroht und eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt.

Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari in einer Videobotschaft. Die Huthi seien zudem "vollständig bereit für alle Optionen", sagte er mit Verweis auf mögliche neue Angriffe. 

Im Krieg der Huthi mit der international anerkannten Regierung im Jemen, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, gilt seit 2022 eine informelle Waffenruhe. Doch nach einer neuen Konfrontation vor einer Woche gibt es Befürchtungen, dass der Krieg neu entflammen könnte. 

Titelfoto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

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