Nahost-Konflikt: Huthi-Miliz reklamiert Angriffe in Saudi-Arabien für sich

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Nahost - Nach einer Offensive der Huthi-Miliz im Jemen steigt die Befürchtung vor einem weiteren Engpass für den internationalen Seehandel.

Die Huthi-Miliz kontrolliert nun die gesamte Westküste des Jemens. (Symbolfoto)
Die Huthi-Miliz kontrolliert nun die gesamte Westküste des Jemens. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

Die Gruppe kontrolliert nun die gesamte Westküste des Landes und damit einen zentralen Schifffahrtsweg für den Welthandel. Schon einmal konnte die Miliz mit Angriffen im Roten Meer internationale Lieferketten stören.

Schiffe zwischen Asien und Europa können Afrika südlich über das Kap der Guten Hoffnung umfahren. Diese Route vermeidet das Bab al-Mandab, das Rote Meer und den Suezkanal. Sie ist aber länger und auch teurer. Der Datenanbieter Windward bezifferte die zusätzlichen Kosten im Juli auf rund zwei Millionen US-Dollar je Fahrt. 

Deutschland ist von der Route durch das Rote Meer abhängig. Einer vom Bundeswirtschaftsministerium beauftragten Ifo-Studie zufolge passierte 2023 annähernd ein Zehntel der deutschen Importe das Rote Meer. Das Einfuhrvolumen auf dieser Route lag bei 136 Milliarden Euro. Ob mögliche Verwerfungen in der Seepassage die Inflation anheizen würden, ist schwer abzusehen.

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19. September, 22.11 Uhr: Huthi-Miliz reklamiert Angriffe in Saudi-Arabien für sich

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Angriffe in Saudi-Arabien für sich reklamiert, unter anderem in der saudischen Hauptstadt Riad.

Ein Huthi-Sprecher teilte mit, die Gruppe habe Dutzende ballistische Raketen und Drohnen gegen "sensible Ziele" in Riad sowie auf Anlagen des saudischen Ölkonzerns Aramco in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer abgefeuert. Die Angriffe hätten mehrere größere Brände ausgelöst. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der Mitteilung zufolge waren die jüngsten Attacken eine Reaktion auf mehr als 700 saudische Luftangriffe im Jemen.

Seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg gerät Saudi-Arabien immer wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland. (Archivfoto)
Seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg gerät Saudi-Arabien immer wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland. (Archivfoto)  © Uncredited/Ansar Allah Media Office/AP/dpa

19. September, 21 Uhr: Iran will zurück zu Rahmenabkommen mit USA

Der Iran signalisiert nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators, Mohsen Resai, die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens.

Der Generalsekretär des mächtigen Nationalen Sicherheitsrats im Iran sagte dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera, Bedingungen seien eine Beendigung des Krieges an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie ein Ende der US-Seeblockade. Diese Punkte sind in dem Rahmenabkommen mit den USA enthalten. 

Resai erklärte außerdem, dass der Iran ein Ende des Krieges zwischen der Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien anstrebe.

Nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators, Mohsen Resai, strebt der Iran eine Rückkehr zum Rahmenabkommen mit den USA an.
Nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators, Mohsen Resai, strebt der Iran eine Rückkehr zum Rahmenabkommen mit den USA an.  © Vahid Salemi/AP/dpa

19. September, 15.13 Uhr: Iran richtet laut Medienbericht mutmaßlichen Spion hin

Irans Justiz hat nach Angaben des gerichtsnahen Nachrichtenportals Misan einen Mann wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet.

Demnach warf ein Gericht dem Verurteilten vor, Geheimdienstinformationen über militärische Einrichtungen und Personal übermittelt zu haben.

Menschenrechtsgruppen weisen seit Jahren auf die rigorose Anwendung der Todesstrafe im Iran hin und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch zur Einschüchterung einzusetzen. Dabei nutzen die Behörden oft vage formulierte Vorwürfe wie Spionage, Gefährdung der nationalen Sicherheit oder Gotteslästerung. 

Die iranische Justiz unter Chef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi (69) soll einen angeblichen Spion hingerichtet haben. (Archivbild)
Die iranische Justiz unter Chef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi (69) soll einen angeblichen Spion hingerichtet haben. (Archivbild)  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa

19. September, 8.19 Uhr: UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien

Der UN-Sicherheitsrat hat die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien scharf verurteilt.

Die 15 Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums erklärten ihre Solidarität mit dem Königreich, welches das Recht auf Selbstverteidigung habe, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die vom Iran unterstützten Rebellen forderten sie auf, die militärische Eskalation unverzüglich einzustellen.

Die Huthi-Miliz hatte in der vergangenen Woche in einer Blitzoffensive die Westküste des Jemens eingenommen und sich damit Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer verschafft. Saudi-Arabien gerät seit der neuen Eskalation im Jemen-Krieg wieder unter Beschuss aus dem südlichen Nachbarland.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilt die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. (Symbolfoto)
Der UN-Sicherheitsrat verurteilt die Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien. (Symbolfoto)  © Osamah Abdulrahman/AP/dpa

19. September, 8.10 Uhr: Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive Versäumnisse vor

Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton (77), wirft US-Präsident Donald Trump (80) im Krieg gegen den Iran massive Versäumnisse vor.

"Trump entscheidet, ohne die Folgen zu bedenken, ohne mögliche Szenarien durchzuspielen. Das hat ihn in eine Lage gebracht, aus der er heute keinen Ausweg weiß", sagte Bolton mit Blick auf den Krieg im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks. "Die entscheidende Frage ist, welches Ziel man mit militärischer Gewalt verfolgt."

Bolton warf Trump zudem mangelhafte Informationspolitik vor. Der Republikaner habe weder die US-Bevölkerung noch den Kongress von der Notwendigkeit eines Militäreinsatzes im Iran überzeugt. Er habe weder die Nato noch die Golfstaaten informiert, auch nicht Japan oder Südkorea. Und vor allem habe er nicht mit dem Widerstand im Iran zusammengearbeitet.

"Der ist sehr verbreitet, wenn auch schlecht organisiert", sagte Bolton. Trump hätte die Opposition fragen können, ob sie Geld, Kommunikationsmittel oder Waffen benötigte. "Menschen im Land könnten das Regime weiter destabilisieren, bis es sich nicht mehr halten kann."

Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton (77, r.) macht US-Präsident Donald Trump (80) massive Vorwürfe.
Ex-US-Sicherheitsberater John Bolton (77, r.) macht US-Präsident Donald Trump (80) massive Vorwürfe.  © Evan Vucci/AP/dpa

18. September, 16.13 Uhr: Pakistan schickt mehr militärisches Gerät nach Saudi-Arabien

Im Zuge der Eskalation im Jemen schickt Pakistan Geheimdienstquellen zufolge Militärhilfe an seinen Verbündeten Saudi-Arabien.

Zudem werde Gerät, das sich bereits in Saudi-Arabien befindet, für eine großflächige Verteidigung neu ausgerichtet, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen in Islamabad.

Unter dem neuen Material befinden sich demnach Artilleriesysteme, Drohnen und Systeme zur Drohnenabwehr, hieß es weiter. Zu einem umgehenden Einsatz der neuen Waffensysteme sagten die Quellen nichts. Unter einer langanhaltenden Militärpartnerschaft sind bereits pakistanische Einheiten in Saudi-Arabien stationiert.

Der Konflikt der Huthi-Miliz im Jemen mit Saudi-Arabien eskaliert. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen schickt Pakistan Militärhilfe nach Riad. (Symbolfoto)
Der Konflikt der Huthi-Miliz im Jemen mit Saudi-Arabien eskaliert. Nach Angaben aus Geheimdienstkreisen schickt Pakistan Militärhilfe nach Riad. (Symbolfoto)  © M. A. Sheikh/AP/dpa

18. September, 7.11 Uhr: Iran-Delegation darf zu UN in New York reisen – mit Shopping-Auflagen

Vertreter des Irans dürfen nach Angaben des US-Außenministeriums inmitten des Konflikts beider Länder zur Gipfelwoche der UN-Generalversammlung nach New York reisen.

Eine "Kerndelegation des iranischen Regimes" werde an der "hochrangigen Woche der UN-Generalversammlung" teilnehmen können, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Allerdings werde die Delegation Reisebeschränkungen unterliegen. Zudem sei ihr nach den geltenden US-Vorgaben der Kauf von Luxusgütern und anderen Waren untersagt. 

Seit 2025 dürfen die iranische UN-Mission und ihre Mitglieder sowie iranische Regierungsvertreter, die für UN-Zwecke in die USA reisen, bestimmte Luxusgüter nur mit Genehmigung des US-Außenministeriums kaufen. Dazu zählen etwa Lederwaren, Uhren, Schmuck, Schuhe, Kosmetik, Parfüm oder Elektronik im Wert von mehr als 1.000 Dollar pro Gegenstand.

Eine vorherige Genehmigung ist auch für Mitgliedschaften und Einkäufe bei Großhandelsketten wie Costco, Sam’s Club oder BJ’s erforderlich.

17. September, 20.24 Uhr: Trump kündigt "große Entscheidung" zum Iran-Krieg an

US-Präsident Donald Trump (80) hat im festgefahrenen Iran-Krieg eine "große Entscheidung" angekündigt - ohne dabei zeitlich konkret zu werden.

Sie stehe bevor, sagte der Republikaner dem Portal "Axios". Es gehe darum, ob es Vernichtung geben werde oder nicht. Wen er genau damit meinte, sagte Trump nicht. "Axios" bezog das in dem Bericht auf die iranische Führung. Trump hatte in der Vergangenheit in dem Konflikt immer wieder mit Vernichtung gedroht.

US-Präsident Donald Trump (80) stellt dem Iran eine "große Entscheidung" in Aussicht.
US-Präsident Donald Trump (80) stellt dem Iran eine "große Entscheidung" in Aussicht.  © Alex Brandon/AP/dpa

17. September,19.24 Uhr: Italien beschließt Alleingang bei Durchfahrt der Meerenge Bab al-Mandab

Angesichts der sich zuspitzenden Lage in der Meerenge Bab al-Mandab hat Italien angekündigt, die Durchfahrt italienischer Schiffe mithilfe der Marine zu gewährleisten.

Das Land wolle dabei nicht auf eine gemeinsame Entscheidung der EU warten, teilte der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) mit. "Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen."

Wenn die Seeroute nicht befahren werden könne, habe das erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen, warnte Crosetto. "Wir dürfen nicht zulassen, dass bürokratische Entscheidungsverzögerungen eine ohnehin schon komplexe Situation verschärfen."

Laut Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) wird die Marine des Landes die Durchfahrt italienischer Schiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab absichern.
Laut Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto (62) wird die Marine des Landes die Durchfahrt italienischer Schiffe durch die Meerenge Bab al-Mandab absichern.  © Fabian Sommer/dpa

17. September, 6.54 Uhr: USA verweigern Palästinenserpräsident Visum für UN-Treffen

Die US-Regierung hat Palästinenserpräsident Mahmud Abbas einem Bericht zufolge kurz vor der UN-Vollversammlung in New York erneut eine Einreisegenehmigung verweigert.

Das berichtete unter anderem die "Times of Israel" unter Berufung auf US-amerikanische und palästinensische Beamte.

Titelfoto: Uncredited/Ansar Allah Media Office/AP/dpa

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