Nahost-Konflikt: Iran meldet 50 Tote nach jüngsten US-Angriffen

Israel/Iran - Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus droht außer Kontrolle zu geraten.

Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts um die Straße von Hormus wächst. (Symbolbild)  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa

In der nunmehr siebten Angriffsnacht in Folge bombardierten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und andere militärische Infrastruktur. Iranische Medien sprachen dagegen erneut von Angriffen auf zivile Infrastruktur.

Teheran holte wie schon in den vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain gerieten erneut unter Beschuss. Es gab zudem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien sowie in Jordanien. Die Länder beherbergen US-Militärstützpunkte.

Während das US-Militär keine Angaben dazu machte, wo genau es attackierte, meldete der iranische Staatssender Irib Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie der Küstenstadt Bandar Abbas.

USA Fast Food mit Folgen: Kunden kämpfen mit explosionsartigem Durchfall

Laut der Nachrichtenagentur Fars gab es zudem in der Provinz Hormusgan im Süden erneut Angriffe auf Brücken. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden dort mindestens drei Zivilisten getötet und acht weitere verletzt.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

18. Juli, 14.18 Uhr: 50 Tote nach jüngsten US-Angriffen

Seit der neuen Eskalation am Persischen Golf sind im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen.

Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X schrieb. Dem Sprecher zufolge wurden 460 Personen bereits aus dem Krankenhaus entlassen, während sich 37 weiterhin in stationärer Behandlung befinden. Die Regierung berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten.

Das US-Militär hat vor allem die südlichen Küstenprovinzen Irans angegriffen. Alleine in der südwestlichen, ölreichen Industrieprovinz Chusestan registrierten die Behörden in den vergangenen 10 Tagen Angriffe auf 95 Orte, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Anzeige
Laut iranischen Angaben starben infolge der jüngsten US-Angriffe mindestens 50 Menschen. (Symbolbild)  © Seaman Daniel Kimmelman/US Navy/AP/dpa

18. Juli, 13.02 Uhr: Streit über weitere US-Tankflugzeuge in Israel abgewendet

Der Streit über die Stationierung weiterer US-Tankflugzeuge auf dem israelischen Großflughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ist Berichten zufolge beigelegt.

Israelischen Medien meldeten unter Berufung auf die Armee, dass die zusätzlichen US-Flugzeuge nicht auf dem internationalen Flughafen, sondern auf Stützpunkten der israelischen Luftwaffe stationiert werden sollen.

Zuvor hatten bereits in Israel stationierte US-Tankflugzeuge für Engpässe auf dem Flughafen Ben Gurion gesorgt. Nach Angaben der "Jerusalem Post" kann der Flughafen nur noch ein Drittel seiner Kapazität für den zivilen Flugverkehr nutzen. Die israelische Flughafenbehörde hatte deshalb gewarnt, dass im Fall weiterer Stationierungen bis zu 50.000 Flugtickets in der Hauptreisezeit im Sommer storniert werden könnten. Verkehrsministerin Miri Regev wies daraufhin die Flughafenbehörde an, keine Landungen von Tankflugzeugen über die vereinbarte Anzahl hinaus zuzulassen.

Auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv hätten weitere US-Tankflugzeuge möglicherweise für Einschränkungen um Flugverkehr gesorgt.  © Gil Cohen-Magen/dpa

18. Juli, 11.56 Uhr: Kuwait meldet Angriff auf Elektrizitätswerk

Nach iranischen Angriffen auf mit den USA verbündete Golfstaaten hat Kuwait einen Schaden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung gemeldet.

Diese sei Ziel eines feindlichen Angriffs geworden, teilte das Ministerium für Elektrizität mit. In einem Teil der Einrichtung sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere Generatoren seien daher vorsorglich abgeschaltet worden. Es handele sich bereits um das zweite Werk dieser Art, das binnen zwei Tagen in Kuwait attackiert worden sei.

Das Ministerium rief die Bevölkerung dazu auf, in dieser "außergewöhnlichen Phase" sparsam mit Strom umzugehen. Die Angriffe fallen mitten in den Sommer, wenn Klimaanlagen in Kuwait unverzichtbar sind. Zuvor hatte die kuwaitische Armee gemeldet, mehrere aus dem Iran kommende Raketen und Drohnen abgefangen zu haben.

18. Juli, 10.58 Uhr: Revolutionsgarden rufen Jordanier zum Kampf gegen USA auf

Die iranischen Revolutionsgarden haben die Bewohner im mehrheitlich muslimischen Jordanien zum Kampf gegen die USA aufgefordert.

"Eure religiöse und menschliche Pflicht besteht darin, sie mit allen Mitteln außer Gefecht zu setzen und das heilige Land Jordanien von den Mördern unterdrückter Muslime zu säubern", hieß es in einer von iranischen Medien verbreiteten Erklärung der mächtigen Militärorganisation.

18. Juli, 8.22 Uhr: 10.000 Einwohner nach US-Angriff ohne Wasser

Nach den US-Angriffen im Süden des Irans ist staatlichen Angaben zufolge die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen.

Hintergrund sei die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask, berichtete der Pressedienst der Regierung unter Berufung auf die Wasserwerke der Provinz Hormusgan. Betroffen sind demnach 20 Dörfer an der Küste.

Das US-Militär greift nach eigenen Angaben Ziele im Süden Irans an, um dessen Fähigkeit zum Beschuss der Straße von Hormus zu schwächen. Bewohner und iranische Journalisten berichten in den sozialen Medien jedoch auch von Angriffen auf zivile Einrichtungen, darunter Brücken, Straßen und kritische Infrastruktur. Angesichts von Temperaturen weit über 40 Grad sind Attacken auf die Wasserversorgung für die Bevölkerung besonders gravierend.

Infolge von US-Angriffen sind über 10.000 Menschen nach iranischen Angaben von der Wasserversorgung abgeschnitten. (Symbolbild)  © Razieh Poudat/ISNA via AP/dpa

18. Juli, 7.14 Uhr: Experte warnt vor totalem Krieg

Die USA wollten durch Angriffe auf Brücken sowie andere Ziele im Landesinneren den Druck im ganzen Land erhöhen und ein Ende der iranischen Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus erzwingen, berichtete das "Wall Street Journal".

Der Iran reagiere darauf mit umfassenderen Gegenangriffen. "Diese Eskalation verschärft sich rapide und gerät außer Kontrolle", sagte Saeid Golkar, Experte für iranische Sicherheitsfragen an der University of Tennessee, der Zeitung. Es bestehe die Gefahr, "dass wir in einen totalen Krieg zurückfallen, auch wenn keine der beiden Seiten dies will."

17. Juli, 22.27 Uhr: Durchfahrten durch Straße von Hormus nahezu komplett gestoppt

Nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast wieder zum Erliegen gekommen.

Daten des Anbieters Kpler zufolge vom Freitag passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge. Dies stelle den niedrigsten Wert seit drei Wochen dar, hieß es in einem Post von Kpler auf der Plattform X. Am Mittwoch seien es noch 15 Durchfahrten gewesen. Vor zwei Wochen lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.

Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

17. Juli, 17.22 Uhr: USA wollen iranischen Überwachungsturm zerstört haben

Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört.

Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando auf der Plattform X mit. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe auf ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verfolgen und ins Visier zu nehmen, hieß es.

"Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren." Außerdem schütze der am Donnerstag erfolgte Angriff die Freiheit der Schifffahrt für alle Schiffe, mit Ausnahme jener, die versuchten, die US-Seeblockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.

17. Juli, 15.51 Uhr: Offenbar Handelsschiff vor der Küste des Jemen angegriffen

Ein Handelsschiff ist Berichten zufolge vor der Küste des Jemen angegriffen worden.

Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, sollen unautorisierte Personen an Bord gegangen sein, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Der Vorfall soll sich demnach 65 Seemeilen südlich der jemenitischen Stadt Al-Mukalla abgespielt haben. Er werde von Behörden untersucht, hieß es in der Mitteilung. Schiffe wurden zur Vorsicht aufgerufen.

Derzeit ist noch unklar, was genau geschehen ist. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

17. Juli, 15.02 Uhr: Iran meldet Angriffe auf US-Verbündete - Damaskus dementiert

Infolge neuer Angriffswellen der USA haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine ganze Reihe von Vergeltungsschlägen auf dem Gebiet von US-Verbündeten in der Region durchgeführt. So sollen ein Kommandozentrum von US-Spezialkräften in Syrien sowie in Jordanien stationierte US-Flugzeuge angegriffen worden sein, teilte die iranische Eliteeinheit mit.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es jedoch, es habe keine Angriffe auf eine frühere von den USA genutzte Militärbasis gegeben. US-Soldaten seien zudem nicht mehr dort, sondern auf der anderen Seite der nahegelegenen Grenze zu Jordanien stationiert. Jordanischen Militärkreisen zufolge wurden drei iranische Raketen in jordanischem Luftraum abgeschossen.

Wer wen wann genau angegriffen hat, ist derzeit unklar. (Archivfoto)  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa

17. Juli, 15 Uhr: Iran will weiter angreifen

Der Iran will seine eigenen Angriffe in der Region fortführen bis Attacken auf den Süden des Landes aufhören.

Man werde weiter aus dem ganzen Iran angreifen, bis Ruhe an der eigenen Küste einkehre, schrieb der Kommandeur der Luftstreitkräfte der mächtigen Revolutionsgarden in einer Stellungnahme, die die Nachrichtenagentur Tasnim verbreitete.

Nach Explosionen während eines Raketenangriffs wurden Raketen über Doha abgefangen.  © Stringer/dpa

17. Juli, 14.56 Uhr: Elektrizitätswerk in Kuwait schwer beschädigt

Bei einem mutmaßlich iranischen Angriff auf die Energieinfrastruktur in Kuwait sind Behördenangaben zufolge schwere Schäden angerichtet worden.

Demnach wurden eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung getroffen, wie das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energie in dem Golfstaat mitteilte. Dabei sei eine große Zahl von Stromerzeugungseinheiten beschädigt worden. Ein Feuer sei rasch unter Kontrolle gebracht worden

Mehr zum Thema Iran: