Nahost-Konflikt: Iran meldet US-Angriffe auf Brücken

Israel/Iran - Das US-Militär hat in der sechsten Angriffsnacht in Folge laut Medienberichten mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert.

Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B der US-Marines fliegen über die Roosevelt Roads Naval Station.  © Kendall Torres Cortés/dpa

Mit den massiven Angriffen auf Brücken sollten wichtige Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten.

Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen mehrere Ziele in den mit Washington entsprechend verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus. 

Bei den erneuten US-Attacken auf Straßen und Brücken im Raum der Hafenstadt Bandar Chamir am Persischen Golf seien mindestens sieben Menschen getötet worden, berichtete Irans regierungstreuer Sender Press TV. Mindestens neun weitere Menschen seien bei Angriffen in der Provinz Hormusgan im Süden verletzt worden.

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Irans UN-Botschafter erklärte, die US-Angriffe auf zivile Infrastruktur stellten Kriegsverbrechen dar. Das US-Militär erklärte, man habe "militärische Ziele" mit Präzisionsmunition getroffen, darunter Flugabwehrsysteme und Radaranlagen. 

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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17. Juli, 6.14 Uhr: Iran laut US-Sprecherin weiter an Abkommen interessiert

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert.

"Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife, erklärte die Sprecherin.

Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die USA wieder eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchsetzen. Das US-Militärkommando Centcom veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie US-Marinesoldaten ein Handelsschiff entern und durchsuchen. Seit der Wiederaufnahme der Blockade Anfang dieser Woche hätten die USA drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt, das den Anweisungen keine Folge geleistet habe, hieß es.

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Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus aufÖltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.  © Altaf Qadri/AP/dpa

17. Juli, 6.13 Uhr: Trump spricht von großen Erfolgen im Iran

US-Präsident Donald Trump behauptete in einer Rede an seine Nation, im Iran erziele man "große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen."

Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht. Am Mittwoch hatte er dem Iran erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er dem Sender Fox News. 

Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf hatte am selben Tag in einer teilweise im Fernsehen verlesenen Stellungnahme die Position seines Landes abermals bekräftigt, dass der Iran die Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge beanspruche. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb dagegen auf X, der Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht. 

Wegen des Streits um die wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert. Ghalibaf ließ zwar die Tür für neue Verhandlungen offen. Er mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen. 

Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Saul Loeb/POOL AFP/dpa

17. Juli, 6.10 Uhr: Laut Berichten auch Flughafen im Iran getroffen

Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Irans, in der Straße von Hormus Macht auszuüben, schrieb das "Wall Street Journal".

Laut dem iranischen Staatssender Irib wurde auch der Flughafen in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan getroffen. Laut Press TV schlug mindestens ein Geschoss ein. Die dabei ausgebrochenen Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung am Flughafen sei jedoch unterbrochen, berichtete ein Irib-Korrespondent. Tote gebe es nicht. 

Die iranische Armee teilte daraufhin laut Press TV mit, bei Vergeltungsschlägen einen Hubschrauber-Standort sowie ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs in Bahrain ins Visier genommen zu haben. Das Innenministerium von Bahrain hatte zuvor auf X Sirenenalarm gemeldet. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschuss im Einsatz, wie die dortige Armee mitteilte. Dort stünden US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand, meldete der iranische Sender Press TV. Demnach sollen auch US-Anlagen in Jordanien Ziel gewesen sein. Die Angaben des Senders ließen sich zunächst nicht prüfen.

17. Juli, 6.06 Uhr: US-Militär schwächt laut eigenen Angaben Irans militärische Fähigkeiten

Das Ziel der Angriffe sei gewesen, "die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen", teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf X mit. Sie seien nun beendet, hieß es am frühen Morgen deutscher Zeit.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars hatte unter Berufung auf amtliche Angaben gemeldet, dass unter anderem die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke auf Verkehrsachsen in Hormusgan getroffen worden seien. 

Die Straße zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar sei vollständig gesperrt ebenso wie eine zweite Verbindung in der Region, hieß es. Die Kahurestan-Brücke liegt an der Route, die die Hafenstadt Bandar Abbas mit der Stadt Schiras weiter nordwestlich verbindet und gilt laut der US-Zeitung "New York Times" als eine wichtige Route zwischen der Küste des Persischen Golfs und dem südlichen Landesinneren des Irans. 

16. Juli, 20.28 Uhr: Iran soll weiter an Abkommen mit den USA interessiert sein

Der Iran soll nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert sein.

"Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt vor der Hauptstadtpresse in Washington. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt im Weißen Haus seit der Geburt ihres zweiten Kindes im Mai.

Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife.

Laut US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) laufen die diplomatischen Gespräche ungeachtet der militärischen Eskalation weiter.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

16. Juli, 10.12 Uhr: Iran droht mit Vergeltung bei Ausweitung von US-Angriffen

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, kritische Infrastruktur im Iran anzugreifen, warnt der Iran vor massiven Gegenschlägen.

Dann werde sämtliche in der Region verbleibende Infrastruktur zum Ziel von Angriffen, hieß es in einer Stellungnahme des militärischen Hauptquartiers Chatam al-Anbjia, die die Nachrichtenagentur Fars verbreitete.

Der Iran hatte in Vergangenheit mehrfach Produktionsstätten zur Rohstoffgewinnung sowie zivile Infrastruktur in den Nachbarländern angegriffen. Am Mittwoch hatte Trump mit einer Ausweitung von Angriffen gegen den Iran gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News.

Eine Frau hält ein Plakat des iranischen Obersten Führers Ajatollah Modschtaba Chamenei bei einer Gedenkfeier für den verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei in der Großmoschee "Imam-Khomeini-Mosalla".  © Vahid Salemi/AP/dpa

16. Juli, 10.05 Uhr: Iran meldet Angriff auf Flughafen in Nordosten des Landes

Nach iranischen Angaben soll es zu einem Angriff im Nordosten des Landes gekommen sein.

Geschosse seien am Flughafen von Semnan eingeschlagen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Gouverneursverwaltung. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Im Statement der Gouverneursverwaltung hieß es lediglich, dass der "Feind" für den Angriff verantwortlich sei. Das US-Militär hatte berichtet, am Mittwochabend (deutscher Zeit) eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet zu haben.

16. Juli, 6.10 Uhr: USA setzen Seeblockade durch - auch mit Angriff auf Tanker

Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.

Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, die Seeblockade zu durchbrechen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf. (Archivbild)  © Altaf Qadri/AP/dpa

16. Juli, 6.07 Uhr: Sirenen heulen in Bahrain

Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören.

Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort zu deeskalieren und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten "katastrophale Konsequenzen", warnte er. Zudem bekräftigte Guterres, der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus müsse sichergestellt werden.

Blick auf die Skyline von Manama, die Hauptstadt von Bahrain. (Archivbild)  © Cindy Riechau/dpa

16. Juli, 6.04 Uhr: Zwei Angriffswellen an einem Tag

Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte.

Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen.

Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden. Das US-Militär sprach von "zahlreichen Zielen", erwähnte konkret aber nur Bandar Abbas und die größere der beiden Tunb-Inseln.

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