Nahost-Konflikt: Iran soll laut US-Sprecherin Leavitt weiter an Abkommen interessiert sein

Israel/Iran - Nach den neuen Angriffen und Drohungen der USA gegen den Iran scheint eine diplomatische Lösung erneut in weite Ferne gerückt zu sein.

Eng getaktete Angriffe, Drohungen, blockierte Schiffe: Der Krieg gewinnt wieder an Fahrt und erfasst längst die ganze Region.  © Kendall Torres Cortés/dpa

Das US-Militär startete am Mittwoch gleich zwei Angriffswellen und attackierte zudem ein Schiff, das gegen die Blockade iranischer Häfen verstoßen haben soll.

US-Präsident Donald Trump (80) drohte erneut mit der Zerstörung ziviler Infrastruktur, ehe er wenig später versöhnliche Töne anschlug.

Der Iran habe einer Ende 2024 in Haft genommenen US-Bürgerin erlaubt, das Land zu verlassen, teilte Trump auf Truth Social mit.

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"Die Vereinigten Staaten von Amerika wissen diese Geste des guten Willens seitens des Irans zu schätzen!"

Details zu der Frau nannte Trump nicht, er schrieb bloß, dass sie sich außer Landes befinde und in Sicherheit sei.

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16. Juli, 20.28 Uhr: Iran soll weiter an Abkommen mit den USA interessiert sein

Der Iran soll nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert sein.

"Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt vor der Hauptstadtpresse in Washington. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt im Weißen Haus seit der Geburt ihres zweiten Kindes im Mai.

Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Präsident Donald Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife.

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Laut US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) laufen die diplomatischen Gespräche ungeachtet der militärischen Eskalation weiter.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

16. Juli, 10.12 Uhr: Iran droht mit Vergeltung bei Ausweitung von US-Angriffen

Nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump, kritische Infrastruktur im Iran anzugreifen, warnt der Iran vor massiven Gegenschlägen.

Dann werde sämtliche in der Region verbleibende Infrastruktur zum Ziel von Angriffen, hieß es in einer Stellungnahme des militärischen Hauptquartiers Chatam al-Anbjia, die die Nachrichtenagentur Fars verbreitete.

Der Iran hatte in Vergangenheit mehrfach Produktionsstätten zur Rohstoffgewinnung sowie zivile Infrastruktur in den Nachbarländern angegriffen. Am Mittwoch hatte Trump mit einer Ausweitung von Angriffen gegen den Iran gedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News.

Eine Frau hält ein Plakat des iranischen Obersten Führers Ajatollah Modschtaba Chamenei bei einer Gedenkfeier für den verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei in der Großmoschee "Imam-Khomeini-Mosalla".  © Vahid Salemi/AP/dpa

16. Juli, 10.05 Uhr: Iran meldet Angriff auf Flughafen in Nordosten des Landes

Nach iranischen Angaben soll es zu einem Angriff im Nordosten des Landes gekommen sein.

Geschosse seien am Flughafen von Semnan eingeschlagen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf die Gouverneursverwaltung. Es habe keine Toten oder Verletzten gegeben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Im Statement der Gouverneursverwaltung hieß es lediglich, dass der "Feind" für den Angriff verantwortlich sei. Das US-Militär hatte berichtet, am Mittwochabend (deutscher Zeit) eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet zu haben.

16. Juli, 6.10 Uhr: USA setzen Seeblockade durch - auch mit Angriff auf Tanker

Neben den gegenseitigen Angriffen sorgt auch die US-Seeblockade gegen iranische Häfen für Spannungen, die US-Streitkräfte nach einer zwischenzeitlichen Pause seit Dienstag wieder durchsetzen. Innerhalb der ersten 24 Stunden leiteten sie nach eigenen Angaben zwei Handelsschiffe um, die versucht hätten, die Blockade zu durchbrechen.

Zudem griff das US-Militär am Mittwoch laut Centcom einen unbeladenen Öltanker an, der demnach einen iranischen Hafen im Persischen Golf ansteuern wollte. Die Schiffsbesatzung habe verschiedene Warnungen ignoriert und versucht, die Seeblockade zu durchbrechen. Das Schiff sei in internationalen Gewässern in Richtung der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg unterwegs gewesen. Man habe den Schornstein des unter der Flagge Curaçaos fahrenden Schiffes mit Raketen beschossen und es manövrierunfähig gemacht, teilte das US-Militär mit.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf. (Archivbild)  © Altaf Qadri/AP/dpa

16. Juli, 6.07 Uhr: Sirenen heulen in Bahrain

Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran waren in den mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain wieder Sirenen und Explosionsgeräusche zu hören.

Die Flugabwehr sei wegen Drohnenattacken aktiviert worden, teilte die Armee des Emirats Kuwait auf der Plattform X mit. In Bahrain wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Wie schon in den Nächten zuvor wurde auch diesmal nichts Näheres bekannt. Beide Länder sind im Krieg aber immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe.

In Kuwait fingen die Streitkräfte schon am Mittwoch nach eigenen Angaben vier Marschflugkörper und 21 Drohnen ab, die in den Luftraum des Landes eingedrungen waren. Das US-Militär unterhält dort wie auch in Bahrain und anderen arabischen Staaten der Region Militärstützpunkte.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst besorgt" von der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region. Er rief alle Beteiligten auf, sofort zu deeskalieren und zu Dialog und Diplomatie zurückzukehren. Sollten die Kampfhandlungen wieder in vollem Umfang aufgenommen werden, drohten "katastrophale Konsequenzen", warnte er. Zudem bekräftigte Guterres, der freie Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus müsse sichergestellt werden.

Blick auf die Skyline von Manama, die Hauptstadt von Bahrain. (Archivbild)  © Cindy Riechau/dpa

16. Juli, 6.04 Uhr: Zwei Angriffswellen an einem Tag

Allein am Mittwoch hatte das US-Militär zwei weitere Angriffswellen gegen den Iran gestartet. Die jüngste begann um 15.00 US-Ostküstenzeit (21.00 Uhr deutscher Zeit) und endete sechs Stunden später, wie das für die Region zuständige Kommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mitteilte.

Attackiert wurden demnach Kommandozentren, Flugabwehrstellungen und andere militärische Ziele. Mit den Angriffen sei die Fähigkeit des Irans eingeschränkt worden, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen.

Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben.

Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, vier Orte am Rande von Ahwas seien getroffen worden. Das US-Militär sprach von "zahlreichen Zielen", erwähnte konkret aber nur Bandar Abbas und die größere der beiden Tunb-Inseln.

15. Juli, 21.54 Uhr: US-Militär verkündet Start neuer Angriffswelle auf den Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages gegen den Iran gestartet.

Diese habe um 15 Uhr US-Ostküstenzeit (21 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom auf der Plattform X mit. Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten des Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben.

Das US-Militär hat die zweite Angriffswelle binnen eines Tages auf den Iran gestartet. (Archivfoto)  © Seaman Daniel Kimmelman/US Navy/AP/dpa

15. Juli, 15.52 Uhr: Politiker im Iran fordert Bereitschaft für jahrelangen Krieg

Ein bekannter iranischer Politiker hat sein Land zur Bereitschaft für einen jahrelangen Krieg mit den USA aufgefordert.

"Was die Gefahr eines Krieges fernhält, ist unsere vollständige Bereitschaft zur Verteidigung", sagte Mohammed-Dschwad Laridschani in einem Interview des Staatsfernsehens.

"Wenn die USA spüren, dass der Iran sogar auf einen zwei- oder dreijährigen Krieg vorbereitet ist, werden sie begreifen, dass sie (...) den Krieg nicht fortsetzen sollten", fuhr er fort. "Wir müssen uns auf eine Kriegswirtschaft einstellen, damit die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung steigt", forderte der Politiker. Er ist der Bruder des Mitte März getöteten Ali Laridschani, des ehemaligen Generalsekretärs des Nationalen Sicherheitsrats.

Ein iranischer Politiker hat im Staatsfernsehen zur Vorbereitung auf einen mehrjährigen Krieg mit den USA aufgerufen.  © Vahid Salemi/AP/dpa

15. Juli, 14.50 Uhr: US-Militär beginnt neue Angriffswelle im Iran

Das US-Militär hat eigenen Angaben zufolge eine weitere Angriffswelle im Iran begonnen.

"Die Angriffe zielen darauf ab, die militärischen Fähigkeiten der iranischen Streitkräfte, mit denen diese die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus angegriffen haben, weiter zu schwächen", hieß es in einer Mitteilung des Regionalkommandos Centcom. Details zu den Zielen und Berichte über die neue Angriffswelle aus dem Iran lagen zunächst nicht vor.

15. Juli, 14.48 Uhr: Propagandaplakat in Teheran zeigt Trump im Sarg

Ein großes Propagandaplakat in der iranischen Hauptstadt Teheran zeigt US-Präsident Donald Trump in einem Sarg. Auf Persisch und Englisch heißt es auf der Fassade "Wir werden Trump töten", wie Fotos der Nachrichtenagentur AP zeigen.

Hintergrund sind Vergeltungsrufe der iranischen Staatsführung für den im Februar getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei. Er wurde in der Nacht zu Freitag mehr als vier Monate nach seinem Tod in der nordöstlichen Pilgermetropole Maschhad bestattet. Auch iranische Politiker hatten am Montag Rache für den Religionsführer gefordert.

Ein Plakat in Teheran zeigt Trump im Sarg und fordert Vergeltung.  © Vahid Salemi/AP/dpa

15. Juli, 14.46 Uhr: Vier Tote bei neuem Angriff Israels im Gazastreifen

Trotz geltender Waffenruhe hat es bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge am Morgen erneut Tote gegeben.

Die Al-Aksa-Klinik in der Stadt Deir al-Balah meldete vier Todesopfer, darunter ein sechs Jahre altes Mädchen und seine Eltern. Palästinensischen Berichten zufolge wurde das Wohnhaus der Familie getroffen. Ein weiteres Kind überlebte demnach.

Israels Armee bestätigte auf Anfrage einen Angriff in Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Küstengebiets. Dieser habe einem Kämpfer der Hamas gegolten. Weitere Details nannte das Militär zunächst nicht.

Obwohl seit Monaten eine Waffenruhe herrscht, gibt es im Gazastreifen nach israelischen Angriffen erneut Todesopfer - darunter soll auch ein Kind sein.  © Abdel Kareem Hana/AP/dpa

15. Juli, 14.44 Uhr: 30 Tote bei US-Angriffen im Süden Irans

Bei den jüngsten US-Angriffen auf den Süden des Irans in den vergangenen Tagen sind Regierungsangaben zufolge mindestens 30 Zivilisten getötet worden.

"Wir sprechen den trauernden Familien unser Mitgefühl und Beileid aus und ehren das Andenken der Verstorbenen", schrieb Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani auf X.

Mehr als 260 Menschen wurden bei den jüngsten Angriffen, die vor rund einer Woche begannen, verletzt, schrieb der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur auf X. 222 der Verletzten seien inzwischen nach ihrer Behandlung aus Kliniken entlassen worden, fügte er hinzu.

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