Auslieferung aus Tschechien: Neonazi Liebich im Chemnitzer Frauenknast angekommen
Pilsen/Chemnitz - Nächste Station - Frauenknast! Die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (55) wurde am Mittwochvormittag den deutschen Beamten übergeben. Wenig später traf die 55-Jährige in der Chemnitzer JVA ein.
Vom tschechischen Horror-Knast in Pilsen wurde Liebich zunächst in das Untersuchungsgefängnis in Litoměřice (deutsch: Leitmeritz) gebracht.
Am Mittwochmorgen öffnete sich das schwere Eisentor der Haftanstalt - ein VW-Transporter fuhr hinaus. An Bord: die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich.
Die tschechischen Beamten brachten die 55-Jährige zur Bundespolizei nach Breitenau. Dort wurde Liebich von vermummten Polizisten in einen weiteren Transporter verfrachtet.
Anschließend ging die Fahrt zum Chemnitzer Frauenknast. Wie der Fernsehsender "Welt" berichtet, sei die Übergabe problemlos über die Bühne gegangen. Die tschechischen Behörden dürften nun erleichtert sein - wochenlang mussten sie sich mit Liebich auseinandersetzen.
Die Rechtsextremistin legte Beschwerde gegen ihre Auslieferung ein, wollte einfach nicht nach Deutschland! Doch die Tschechen blieben hart - das Oberlandesgericht in Prag schmetterte die Beschwerde ab.
Gegen 11.30 Uhr rollte ein Transporter der Bundespolizei in die Schleuse der Chemnitzer JVA ein. Liebich befindet sich somit ab sofort im Chemnitzer Frauengefängnis.
So berichtet die tschechische Polizei über die Auslieferung:
Bleibt Liebich im Chemnitzer Frauenknast?
Ob die 55-Jährige wirklich den Rest ihrer Strafe im Frauenknast absitzt - unklar. Liebich war eigentlich unter dem Vornamen Sven verurteilt worden, wechselte dann aber das Geschlecht. Kritiker werfen ihr vor, das Selbstbestimmungsgesetz auszunutzen.
Deutsche Gerichte müssen nun prüfen, ob der "Geschlechterwechsel" wieder rückgängig gemacht werden kann.
Dennoch geht's für Liebich erst mal in den Chemnitzer Frauenknast.
Erstmeldung: 15. Juli, 11.21 Uhr, zuletzt aktualisiert: 12.06 Uhr.
Titelfoto: Bildmontage: Chempic, Hendrik Schmidt/dpa
