Sanaa/Riad/Washington/Teheran - Der Iran hat der Ukraine vorgeworfen, für den Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Kaspischen Meer mit einem Toten verantwortlich zu sein.
Das Außenministerium in Teheran erklärte nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Irna, die Attacke am Samstag habe dazu geführt, dass das Schiff "explodiert" sei. Dabei sei ein Besatzungsmitglied getötet worden, ein weiterer Mensch sei verletzt worden.
Der "vom ukrainischen Regime begangene Angriff" zeuge von der fortbestehenden "irrationalen und feindseligen Haltung des ukrainischen Regimes gegenüber dem Iran", erklärte das Ministerium laut Irna. Der Vorfall werde nicht ohne Reaktion bleiben.
Die Islamische Republik habe sich "niemals in den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine eingemischt". Laut dem iranischen Staatsfernsehen wurde der ukrainische Geschäftsträger in Teheran ins Außenministerium einbestellt.
Am Samstag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, im Kaspischen Meer seien "sehr solide Ergebnisse" durch Angriffe erzielt worden. Die Attacken hätten sich insbesondere gegen Schiffe gerichtet, "die für den Transport militärischer Fracht mit Beteiligung des Iran genutzt wurden, sowie auf ein Kriegsschiff".
Der ukrainische Geheimdienst SBU berichtete im Onlinedienst Telegram von Drohnenangriffen auf mit internationalen Sanktionen belegte Frachtschiffe, "die zum Transport militärischer Fracht zwischen dem Iran und Russland" genutzt worden seien. Das Kaspische Meer ist ein Binnengewässer, das unter anderem an den Iran und Russland grenzt.
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26. Juli, 9.54 Uhr: Irans Revolutionsgarden stoppen Schiffe in der Straße von Hormus
Irans Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben sechs Handelsschiffe vor einer Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus gestoppt.
Die Garden erklärten laut der ihnen nahe stehenden Agentur Tasnim, sie setzten die Kontrolle über ein 240.000 Quadratkilometer großes Gebiet im Persischen Golf und der Straße von Hormus durch. Diese Fläche entspricht etwa zwei Dritteln des deutschen Staatsgebiets.
Kein Schiff könne passieren, ohne die iranischen Vorschriften einzuhalten, hieß es. Versuche des US-Militärs, den Kurs von Schiffen zu ändern, würden mit "einer entschlossenen Reaktion und Warnschüssen beantwortet". Als Folge seien die betroffenen Schiffe gezwungen, umzukehren.
Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte laut englischsprachigem Staatssender PressTV, es gebe keine Veränderung der Verkehrslage in der Straße von Hormus. Der Sprecher verwies auf bilaterale Gespräche mit Vertretern des Omans, dessen Territorialgewässer einen Teil der internationalen Schifffahrtsroute umfassen.
25. Juli, 22.24 Uhr: Iran verurteilt Angriff der Ukraine
Die iranische Regierung hat gegen einen mutmaßlichen ukrainischen Angriff auf ein Frachtschiff im Kaspischen Meer und den dadurch verursachten Tod eines Matrosen scharf protestiert. Nach Darstellung des Außenministeriums in Teheran soll ein weiterer Matrose bei dem Angriff am Samstag verletzt worden sein.
Die iranische Mitteilung verwies darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenkyj (48) den Angriff ausdrücklich eingeräumt habe. Es handele sich um einen Akt der Aggression, der die Flammen des Krieges weiter anfachen und verbreiten könnte, und um einen Verstoß gegen das Völkerrecht, hieß es in der Mitteilung.
Selenskyj hatte am Vormittag tatsächlich verkündet, dass weitreichende Drohnen Schiffe im Kaspischen Meer getroffen hätten. Auf Facebook teilte er mit, darunter seien Schiffe gewesen, die militärische Güter geladen und Bezug zum Iran gehabt hätten. Weitere Details nannte er nicht.
25. Juli, 14.10 Uhr: Erstmals wieder ein UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien
Zum ersten Mal seit mehr als 15 Jahren ist wieder ein UN-Generalsekretär zu Besuch in Syrien.
Er sei zu einem "Solidaritätsbesuch" in Damaskus, schrieb António Guterres auf der Plattform X. Dort kommt er UN-Angaben zufolge noch im Laufe des Tages unter anderem mit Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa zusammen. Geplant sind darüber hinaus Treffen mit Vertretern der Zivilgesellschaft sowie mit Vertreterinnen von Frauenorganisationen.
25. Juli, 8.30 Uhr: USA sind laut Trump weiterhin mit Iran im Gespräch
Einen Tag darauf sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus, die USA führten derzeit weiter Gespräche mit dem Iran. Dabei ließ er offen, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handelt oder über Vermittler kommuniziert wird. Man spreche mit unterschiedlichen Personen, sagte Trump bloß.
Nach Informationen des "Wall Street Journals" ist der US-Präsident in den vergangenen Tagen zunehmend skeptisch geworden, ob Verhandlungen mit dem Iran wirklich zu einem dauerhaften Frieden führen können. Die US-Zeitung zitierte einen ranghohen Regierungsbeamten, wonach Trump der Ansicht sei, dass der Iran nur militärische Gewalt verstehe. Der Präsident sehe außer der Fortsetzung der Luftangriffe kaum gute Optionen.
Die USA hatten gemeinsam mit Israel Ende Februar den Krieg begonnen, in dessen Verlauf erhebliche Spannungen zwischen den Verbündeten zutage traten. Am Dienstag wird Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen.
25. Juli, 8.28 Uhr: Bislang keine politische Lösung in Sicht
Die Schiitenmiliz hatte 2014 schrittweise den Norden und weitere Landesteile des Jemens förmlich überrannt und das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt.
Saudi-Arabien bekämpft die Miliz zusammen mit Jemens international anerkannter Regierung. Bemühungen um eine politische Lösung scheiterten bisher. Sollte es zu neuen schweren Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommen, könnte sich der Iran-Krieg auf das saudi-arabische Königreich ausweiten. Das wiederum würde womöglich auch dazu führen, dass Pakistan - das bisher als Vermittler im Iran-Krieg auftritt - ebenfalls in den Konflikt hineingezogen wird. Pakistan unterhält seit dem vergangenen Jahr ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien.
25. Juli, 8.25 Uhr: Sorge vor Ausweitung des Iran-Kriegs
Die Huthi-Miliz kontrolliert im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus kann sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen.
Es besteht daher die Sorge, dass die Huthi im Falle einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg zwischen Washington und Teheran mit ihren Angriffen den Schiffsverkehr durch den Suezkanal zum Erliegen bringen könnten.
Die Miliz hatte Saudi-Arabien Anfang des Monats vorgeworfen, den Flughafen der Hauptstadt Sanaa angegriffen zu haben, um die Ankunft eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Saudi-Arabien erklärte, die Miliz habe später das Königreich attackiert.
25. Juli, 8.22 Uhr: Wieder Angriff auf Schiff im Roten Meer
Zuvor war bei dem Angriff im Roten Meer der Rumpf des unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes "NCC Masa" leicht beschädigt worden, wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde berichtete.
In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker "Encelia" angegriffen worden. Die schiitischen Huthi reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich.
Die Saudi-Koalition wirft der Miliz "maritimen Terrorismus" vor. Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Zum erneuten Angriff auf ein Schiff äußerte sich die Miliz zunächst nicht.
25. Juli, 8.19 Uhr: Neue Front im Nahost-Konflikt
Die Eskalation markiert eine neue Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat.
Zusätzlich zur Blockade der Straße von Hormus durch Teheran spitzt sich nun auch die Lage im Roten Meer zu. Als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer attackierte die Saudi-Koalition "legitime militärische Ziele" in der jemenitischen Provinz Hudaida, wie Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X schrieb. Huthi-nahe Medien meldeten Angriffe in der gleichnamigen Hafenstadt Hudaida.
Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida seien ebenso getroffen worden wie die Insel Kamaran. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen, was Al-Maliki verneinte. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur jedoch von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Flammen und dichte Rauchwolken seien aufgestiegen, hieß es. Ein den Huthi nahestehender Fernsehsender bezeichnete die Angriffe als "saudi-arabische Aggression".