Nahost-Konflikt: Netanjahu befiehlt Zerstörung von Hisbollah-Infrastruktur

Israel/Iran - Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat die Armee angewiesen, die Infrastruktur der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon vollständig zu zerstören.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) schloss einen Truppenrückzug aus dem Grenzgebiet zum Libanon vorerst aus.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

Netanjahu bezog sich laut Regierungspresseamt bei einem Truppenbesuch auf alle ober- und unterirdischen Anlagen, welche die Miliz für Angriffe auf Israel genutzt habe, wie beispielsweise Tunnel. Netanjahu sagte weiter: "Das ist die Anweisung: Lasst nichts zurück, und genau das tun Sie."

Er schloss zudem einen Abzug der Armee aus dem Grenzgebiet aus, bis die Hisbollah vollständig entwaffnet sei und keine Bedrohung mehr für Israel darstelle.

Netanjahu bezeichnete die Hisbollah als das wichtigste Glied in einer Achse der iranischen Verbündeten. Nach seinen Angaben sind von ehemals 150.000 Raketen und Geschossen noch etwa acht Prozent übriggeblieben. Zudem habe Israel im Libanon rund 9000 "Terroristen" getötet.

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1. Juli, 6.25 Uhr: Fünf Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen

Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind palästinensischen Angaben zufolge fünf Menschen getötet worden. Das Al-Aksa-Krankenhaus in Deir el-Balah teilte mit, drei Menschen seien getötet und mehrere weitere verletzt worden, als eine israelische Drohne eine Gruppe von Zivilisten getroffen habe.

Bei einem weiteren Angriff in Chan Junis wurden nach Angaben der von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde zwei Menschen getötet und knapp 30 weitere verletzt.

Nach Angaben der Zivilschutzbehörde traf der Drohnen-Angriff ein Gebiet in Deir el-Balah im Zentrum des Gazastreifens. Aus israelischen Militärkreisen wurde der Angriff bestätigt. Die Armee habe einen Angriff gegen "dschihadistische Terroristen" ausgeführt. "Die Ergebnisse des Angriffs werden noch ermittelt", verlautete aus diesen Kreisen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

In Chan Junis wurde den Zivilschutz-Angaben zufolge ein Zelt am Strand getroffen. Das Nasser-Krankenhaus in der Stadt bestätigte die Einlieferung von zwei Toten.

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30. Juni, 22.17 Uhr: Spionage für Iran - US-Bürger in Israel festgenommen

Die israelische Polizei hat einen 20 Jahre alten US-Bürger wegen des Verdachts auf Spionage für den iranischen Geheimdienst festgenommen.

Wie israelische Zeitungen unter Berufung auf die Polizei mitteilten, hat der Mann aus dem Großraum Jerusalem "sensible Orte" in Israel fotografiert und gefilmt. Er soll dafür pro Auftrag bis zu Hunderte Dollar erhalten haben. Der Mann solle jetzt wegen Kontaktaufnahme zu einem ausländischen Agenten und Gefährdung der nationalen Sicherheit Israels angeklagt werden.

30. Juni, 14.08 Uhr: US-Vertreter in Doha, aber kein Iran-Treffen geplant

Spitzenvertreter der USA sind nach Angaben aus Katar heute in dem Golfstaat zu Besuch, ein Treffen mit iranischen Vertretern ist demnach aber nicht geplant. Das sagte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums.

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff seien heute zu Gesprächen in Doha. Geplant seien aber nur Treffen mit Vermittlern, um über Fortschritte in den Verhandlungen zum Krieg zu sprechen. "Wir erwarten im Moment keine hochrangigen iranischen Vertreter", sagte der Sprecher.

Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff sind heute zu Gesprächen in Doha.  © Jacquelyn Martin/Pool AP/dpa

30. Juni, 6.10 Uhr: Iran weist internationale Minenräumung in der Straße von Hormus zurück

Iran weist eine internationale Beteiligung an der Minenräumung in der Straße von Hormus entschieden zurück.

Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi erklärte auf der Plattform X, der von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorgeschlagene Einsatz mit Partnerstaaten verstoße gegen das bestehende Rahmenabkommen. Dieses sehe vor, dass die Verantwortung für die Minenräumung ausschließlich bei Iran liege, so der Vizeminister.

Laut Gharibabadi werde Teheran eine gemeinsame Operation niemals zulassen. Zudem warf er Paris vor, mit solchen Initiativen die ohnehin angespannte Lage in der strategisch wichtigen Meerenge im Persischen Golf durch zusätzliche "Provokationen" weiter zu belasten.

Macron sprach beim Besuch des Sultans von Oman, Haitham bin Tarik, in Paris, auch über die Straße von Hormus. "Wir haben beschlossen, gemeinsam mit unseren Partnern an der Minenräumung in der Meerenge mitzuwirken, um die Seewege zu sichern und eine freie und bedingungslose Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten", teilte Macron nach dem Treffen auf X mit.

Iran will die Minenräumung in der Straße von Hormus allein durchführen.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

29. Juni, 20.53 Uhr: Nach Eskalation am Persischen Golf - Iran verschiebt Gespräche mit den USA

Nach der erneuten militärischen Eskalation am Persischen Golf hat der Iran einen weiteren Verhandlungstermin mit den USA im Unklaren gelassen.

Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde", sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi (52) laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

"Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen ist für diese Woche nicht geplant." Konsultationen würden über Vermittler jedoch fortgesetzt, sagte Gharibabadi.

Am Sonntag hatten Washington und Teheran US-Angaben zufolge beschlossen, ihre gegenseitigen Angriffe im Streit um die Straße von Hormus vorerst einzustellen und weiter zu verhandeln. "Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen", erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus informierten Kreisen in Washington.

Wie geht es nun weiter im Persischen Golf?  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

29. Juni, 20.39 Uhr: Gespräche zur Umsetzung von libanesisch-israelischem Abkommen

Der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper (1967), hat den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun (62) in der Hauptstadt Beirut getroffen.

Dabei ging es nach Angaben des libanesischen Präsidialamts um die Umsetzung des am Freitag in Washington vereinbarte Rahmenabkommens mit Israel.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos traf Cooper außerdem den Oberbefehlshaber der libanesischen Streitkräfte, Rodolphe Haikal. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Die libanesische und die israelische Regierung hatten sich am Freitag nach jahrzehntelangem Kriegszustand auf einen Weg zu Frieden und Sicherheit geeinigt.

Die Hisbollah lehnt die Vereinbarung jedoch ab. Die vom Iran unterstützte Miliz war nicht an den Verhandlungen beteiligt, die in dem Abkommen vorgesehene Entwaffnung weist sie strikt zurück.

Kommandeur Brad Cooper (1967, l.) gemeinsam mit dem den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun (62).  © -/Lebanese Presidency Press Office/AP/dpa

29. Juni, 20.30 Uhr: Deutscher Botschafter Seibert verabschiedet sich aus Israel

Nach vier Jahren im Amt verabschiedet sich der deutsche Botschafter Steffen Seibert (66) von Israel.

Dienstag sei sein letzter Arbeitstag, danach gehe der 66-Jährige in den Ruhestand, bestätigte ein Sprecher. "Ein großer Teil meines Herzens wird hierbleiben", sagte Seibert in einer Videobotschaft auf der Plattform X in fließendem Hebräisch.

Bei einem Spaziergang auf dem zentralen Rothschild-Boulevard in der Küstenmetropole zählte er 25 Gründe auf, warum er Israel vermissen werde.

Dazu gehören israelische Lieder, Spezialitäten und Orte ebenso wie der Wiedehopf, Israels Nationalvogel. Außerdem nannte er das israelisch-palästinensische Forum von Menschen, die im Nahost-Konflikt Angehörige verloren haben.

29. Juni, 16.44 Uhr: Irans Vizeaußenminister im Oman für Gespräche über Meerenge

Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi ist für Gespräche über die Straße von Hormus in den Oman geflogen.

Dort traf er bei einer ersten Sitzung eines neu gegründeten Komitees den hochrangigen omanischen Diplomaten Abdulasis Al Hinai, wie Gharibabadi auf X schrieb.

Es sei um aktuelle Fragen rund um die Meerenge sowie um die künftige Verwaltung der Straße von Hormus und Hoheitsrechte beider Küstenstaaten gegangen. Konkretere Details wurden zunächst nicht bekannt.

Nach omanischen Angaben erörterten beide Seiten eine engere Abstimmung bei Schifffahrt und maritimen Dienstleistungen. Zugleich bekräftigten sie nach Angaben des Außenministeriums in Maskat ihr Bekenntnis zum Völkerrecht sowie zu den gemeinsamen Interessen und der Souveränität beider Anrainerstaaten.

29. Juni, 15.01 Uhr: Iran bittet um Treffen mit den USA in Doha

Vertreter der USA und des Irans werden sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (80) an diesem Dienstag in Katars Hauptstadt Doha treffen.

"Der Iran hat um ein Treffen gebeten", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Angaben etwa zum Ziel der Gespräche machte Trump nicht.

Erst kurz zuvor hatte der Iran noch Berichte über einen möglichen weiteren aktuellen Verhandlungstermin mit den USA zurückgewiesen.

Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, "sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde", sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna.

Donald Trump (80) bestätigte auf Truth Social, dass sich Vertreter der USA und des Irans am Dienstag treffen werden.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

29. Juni, 9.51 Uhr: Syrien: Israel greift Ziele im Süden an

Israels Armee hat in Syrien nach dortigen Angaben Ziele in der südlichen Provinz Daraa angegriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Israels Armee sei mit mehreren Militärfahrzeugen in den Ort Abdin eingefahren.

Anwohner hätten Straßen blockiert und Steine geworfen. Die Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichteten, nach der Konfrontation habe Israel das Gebiet mit Artillerie und Maschinengewehren beschossen, woraufhin mehrere Familien geflohen seien.

Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, sie habe am Samstag "mehrere bewaffnete Terroristen" im südlichen Syrien getötet.

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