Nahost-Konflikt: Netanjahu zu Rahmenabkommen - Schwerer Schlag für den Iran

Israel/Iran - Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz sieht in der zwischen Teheran und Washington geschlossenen Rahmenvereinbarung eine Niederlage für die USA und Israel.

Menschen begutachten zerstörte Autos nach einem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah im Dorf Maifadoun im Südlibanon.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

Die beiden Länder hätten versucht, "unsere Existenz zu vernichten", sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Freitag in einer Fernsehansprache zum Aschura-Fest. "Wir konnten diese Aggression stoppen und einen großen Sieg erringen", fügte er hinzu.

"Wir haben die israelisch-amerikanischen Pläne zerschlagen und sind in eine neue Phase eingetreten", führte Kassem weiter aus. Die vergangene Woche geschlossene Vereinbarung sei "eine offizielle Erklärung der Niederlage Amerikas und Israels".

Die USA und der Iran hatten sich in einem Rahmenabkommen Mitte Juni auf die Beendigung der Kämpfe im Iran-Krieg geeinigt, was auch für den Libanon gelten sollte. Dennoch wurden dort die Gefechte zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah fortgesetzt.

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Aufgrund des Abkommens bleibe der israelischen Armee aber "keine andere Wahl", als sich bedingungslos aus dem Libanon zurückzuziehen, sagte Kassem. Verhandlungen mit Israel, wie sie die libanesische Regierung derzeit in Washington führt, lehnte Kassem erneut ab. Die Hisbollah werde "keine Normalisierung, keine Aufhebung des Kriegszustands, keine Vorteile für Israel und keine Teilpräsenz auf libanesischem Boden" akzeptieren.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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26. Juni, 21.39 Uhr: Netanjahu zu Rahmenabkommen - Schwerer Schlag für den Iran

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) lobt das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon und sieht darin eine schwere Niederlage für den Iran.

"Das Wichtigste ist, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone im Südlibanon festhält", sagte er in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video. "Das ist ein großer Erfolg, und wir werden ihn bewahren, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht."

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) gibt an, mit dem Rahmenabkommen zufrieden zu sein.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

26. Juni, 21.13 Uhr: Hisbollah lehnt Rahmenabkommen von Israel und Libanon ab

Die proiranische Hisbollah-Miliz fühlt sich nicht an das vom Libanon und Israel geschlossene Rahmenabkommen gebunden.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) solle sich nicht darüber freuen, da es der libanesischen Regierung an verfassungsmäßiger Legitimität und Autorität mangele, um dessen Bedingungen durchzusetzen, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen Nachrichtenportal Al Mayadeen. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden.

26. Juni, 20.29 Uhr: Israel und Libanon verständigen sich auf Rahmenabkommen

Im Krieg zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz haben sich der Libanon und Israel auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sei ein erster Schritt in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio (55) in Washington. "Und genau das haben diese beiden Nationen verdient."

Die Botschafterin aus dem Libanon, Nada Hamadeh Moawad, und der Botschafter aus Israel, Jechiel Leiter, unterschrieben das Abkommen im Beisein von Rubio. Vertreter der beiden Nachbarländer hatten unter US-Vermittlung zuvor tagelang in Washington verhandelt.

US-Außenminister Marco Rubio (55) freut sich über Fortschritte.  © Eric Lee/Pool Reuters via AP/dpa

26. Juni, 19.11 Uhr: Iran hat laut Trump Waffenruhe gebrochen!

US-Präsident Donald Trump (80) wirft dem Iran vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete der Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen.

Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen. "Dies ist offensichtlich ein törichter Verstoß gegen unsere Waffenruhe-Vereinbarung", schrieb Trump. Nähere Angaben, wann sich genau die Angriffe ereignet haben sollen, machte er nicht.

US-Präsident Donald Trump (80) hat erneut ein handfestes Problem mit dem Iran.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

26. Juni, 14.36 Uhr: Israelische Armee tötet sechs Hisbollah-Kämpfer

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der von ihr festgelegten "Sicherheitszone" im Südlibanon sechs Mitglieder der Hisbollah-Miliz getötet. Diese hätten für die Soldaten eine Gefahr dargestellt, teilte die Armee mit. Es habe sich um zwei Zwischenfälle gehandelt.

Eigentlich herrscht zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon seit vergangenem Freitag eine Waffenruhe. Zuletzt wurde die Feuerpause nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen von beiden Seiten weitgehend eingehalten.

Tyre: Ein Mann räumt Trümmer aus einem Gebäude, das bei einem israelischen Angriff beschädigt wurde.  © Hassan Ammar/AP/dpa

25. Juni, 21.58 Uhr: Frankreich und Italien streben neue Libanon-Mission an

Frankreich und Italien wollen sich nach dem Ende des derzeitigen UN-Blauhelm-Einsatzes im Libanon (Unifil) für eine neue Unterstützungsmission für das kriegserschütterte Land starkmachen.

"Wie Sie wissen, endet die Unifil-Mission Ende des Jahres, und aus unserer Sicht ist es notwendig, eine internationale Präsenz zu gewährleisten, die ein äußerst gefährliches Sicherheitsvakuum verhindert", sagte Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) nach einem italienisch-französischen Regierungsgipfel in Antibes.

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) am Donnerstag in Antibes.  © Manon Cruz/Pool Reuters/AP/dpa

25. Juni, 21.47 Uhr: "Geh nach Hause": Zwischenrufe bei Netanjahu-Ansprache

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist nach Medienberichten bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen The Times of Israel und Haaretz weiter berichteten, rief ein Anwesender: "Geh nach Hause". Das habe vereinzelten Beifall ausgelöst.

Ein weiterer Zuhörer rief demnach danach: "Geh, Bibi". Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef. Der Vorfall ereignete sich während einer Abschlusszeremonie an einer Offiziersschule der israelischen Streitkräfte (IDF).

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) ist in seinem Land schon lange umstritten.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

25. Juni, 18.35 Uhr: Israel wird Libanon laut Regierungssprecher erst nach Hisbollah-Entwaffnung verlassen

Die israelische Armee wird den Libanon nach Angaben eines Regierungssprechers erst nach einer Entwaffnung der Hisbollah-Miliz verlassen.

"Wir werden unsere Streitkräfte nicht aus dem Süden des Libanon abziehen, solange die Hisbollah eine Bedrohung darstellt und nicht entwaffnet und entmilitarisiert ist", sagte der Regierungssprecher David Mencer am Donnerstag vor Journalisten.

25. Juni, 17.49 Uhr: Iran ist laut NGO einer der schlimmsten Folterstaaten

Der Iran ist nach Einschätzung von Experten einer der schlimmsten Folterstaaten der Welt. Folter und Misshandlungen seien systemische Merkmale des iranischen Strafjustiz- und Haftsystems und dienten als Instrumente der Unterdrückung, berichtete die Weltorganisation gegen Folter (OMCT) mit Sitz in Genf.

Auf dem sogenannten Folterindex erreiche die Islamische Republik die höchste Gefahrenstufe für Beschuldigte, so die Allianz von Nichtregierungsorganisationen bei der Vorlage ihres zweiten Weltreports über diesmal insgesamt 39 Länder.

Teheran: Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden steht auf dem Platz der Islamischen Revolution.  © Vahid Salemi/AP/dpa

25. Juni, 14.39 Uhr: Laut Oman keine Gebühren an der Straße von Hormus geplant

Für die Durchfahrt der Straße von Hormus sollen nach Angaben Omans keine Gebühren erhoben werden.

"Zukünftige Regelungen mit Blick auf die Straße (von Hormus) beinhalten keine Erhebung irgendwelcher Transitgebühren", teilte Omans Außenminister Badr al-Busaidi mit. Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran habe das Ziel, dort die Freiheit der Schifffahrt und sichere Durchfahrt zu gewährleisten.

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