Nahost-Konflikt: 10.000 Einwohner nach US-Angriff ohne Wasser

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Israel/Iran - Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus droht außer Kontrolle zu geraten.

Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts um die Straße von Hormus wächst. (Symbolbild)
Die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts um die Straße von Hormus wächst. (Symbolbild)  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa

In der nunmehr siebten Angriffsnacht in Folge bombardierten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben iranische Überwachungsanlagen, unterirdische Waffenlager und andere militärische Infrastruktur. Iranische Medien sprachen dagegen erneut von Angriffen auf zivile Infrastruktur.

Teheran holte wie schon in den vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Die Golfstaaten Kuwait und Bahrain gerieten erneut unter Beschuss. Es gab zudem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien sowie in Jordanien. Die Länder beherbergen US-Militärstützpunkte.

Während das US-Militär keine Angaben dazu machte, wo genau es attackierte, meldete der iranische Staatssender Irib Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie der Küstenstadt Bandar Abbas.

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Laut der Nachrichtenagentur Fars gab es zudem in der Provinz Hormusgan im Süden erneut Angriffe auf Brücken. Laut dem regierungstreuen Sender Press TV wurden dort mindestens drei Zivilisten getötet und acht weitere verletzt.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

18. Juli, 8.22 Uhr: 10.000 Einwohner nach US-Angriff ohne Wasser

Nach den US-Angriffen im Süden des Irans ist staatlichen Angaben zufolge die Trinkwasserversorgung für mindestens 10.000 Menschen unterbrochen.

Hintergrund sei die Bombardierung einer Meerwasserentsalzungsanlage in der Küstenregion Dschask, berichtete der Pressedienst der Regierung unter Berufung auf die Wasserwerke der Provinz Hormusgan. Betroffen sind demnach 20 Dörfer an der Küste.

Das US-Militär greift nach eigenen Angaben Ziele im Süden Irans an, um dessen Fähigkeit zum Beschuss der Straße von Hormus zu schwächen. Bewohner und iranische Journalisten berichten in den sozialen Medien jedoch auch von Angriffen auf zivile Einrichtungen, darunter Brücken, Straßen und kritische Infrastruktur. Angesichts von Temperaturen weit über 40 Grad sind Attacken auf die Wasserversorgung für die Bevölkerung besonders gravierend.

Infolge von US-Angriffen sind über 10.000 Menschen nach iranischen Angaben von der Wasserversorgung abgeschnitten. (Symbolbild)
Infolge von US-Angriffen sind über 10.000 Menschen nach iranischen Angaben von der Wasserversorgung abgeschnitten. (Symbolbild)  © Razieh Poudat/ISNA via AP/dpa

18. Juli, 7.14 Uhr: Experte warnt vor totalem Krieg

Die USA wollten durch Angriffe auf Brücken sowie andere Ziele im Landesinneren den Druck im ganzen Land erhöhen und ein Ende der iranischen Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus erzwingen, berichtete das "Wall Street Journal".

Der Iran reagiere darauf mit umfassenderen Gegenangriffen. "Diese Eskalation verschärft sich rapide und gerät außer Kontrolle", sagte Saeid Golkar, Experte für iranische Sicherheitsfragen an der University of Tennessee, der Zeitung. Es bestehe die Gefahr, "dass wir in einen totalen Krieg zurückfallen, auch wenn keine der beiden Seiten dies will."

17. Juli, 22.27 Uhr: Durchfahrten durch Straße von Hormus nahezu komplett gestoppt

Nach den wieder aufgenommenen gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast wieder zum Erliegen gekommen.

Daten des Anbieters Kpler zufolge vom Freitag passierten am Donnerstag lediglich acht Schiffe die Meerenge. Dies stelle den niedrigsten Wert seit drei Wochen dar, hieß es in einem Post von Kpler auf der Plattform X. Am Mittwoch seien es noch 15 Durchfahrten gewesen. Vor zwei Wochen lag der Zähler noch bei 48 Passagen. Vor Kriegsbeginn Ende Februar durchquerten im Schnitt mehr als 100 Schiffe täglich die Straße von Hormus.

Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.
Handelsschiffe liegen in der Nähe von Chasab, einer Kleinstadt im Norden Omans, in der Straße von Hormus.  © Wen Xinnian/Xinhua/dpa

17. Juli, 17.22 Uhr: USA wollen iranischen Überwachungsturm zerstört haben

Das US-Militär hat bei seinen Angriffen gegen den Iran nach eigenen Angaben einen Überwachungsturm für die Seefahrt zerstört.

Dieser sei Teil eines maritimen Überwachungsnetzwerks entlang der iranischen Küste am Golf von Oman gewesen, teilte das zuständige Regionalkommando auf der Plattform X mit. Die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten den Turm jahrzehntelang genutzt, um Handelsschiffe auf ihrer Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu verfolgen und ins Visier zu nehmen, hieß es.

"Die Zerstörung des Turms schwächt unmittelbar die Fähigkeit der IRGC, Angriffe auf unschuldige zivile Besatzungsmitglieder zu koordinieren." Außerdem schütze der am Donnerstag erfolgte Angriff die Freiheit der Schifffahrt für alle Schiffe, mit Ausnahme jener, die versuchten, die US-Seeblockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.

17. Juli, 15.51 Uhr: Offenbar Handelsschiff vor der Küste des Jemen angegriffen

Ein Handelsschiff ist Berichten zufolge vor der Küste des Jemen angegriffen worden.

Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, sollen unautorisierte Personen an Bord gegangen sein, während das Schiff den Golf von Aden in östlicher Richtung durchquerte. Der Vorfall soll sich demnach 65 Seemeilen südlich der jemenitischen Stadt Al-Mukalla abgespielt haben. Er werde von Behörden untersucht, hieß es in der Mitteilung. Schiffe wurden zur Vorsicht aufgerufen.

Derzeit ist noch unklar, was genau geschehen ist. (Symbolfoto)
Derzeit ist noch unklar, was genau geschehen ist. (Symbolfoto)  © Abdulnasser Alseddik/AP/dpa

17. Juli, 15.02 Uhr: Iran meldet Angriffe auf US-Verbündete - Damaskus dementiert

Infolge neuer Angriffswellen der USA haben die iranischen Revolutionsgarden nach eigenen Angaben eine ganze Reihe von Vergeltungsschlägen auf dem Gebiet von US-Verbündeten in der Region durchgeführt. So sollen ein Kommandozentrum von US-Spezialkräften in Syrien sowie in Jordanien stationierte US-Flugzeuge angegriffen worden sein, teilte die iranische Eliteeinheit mit.

Aus syrischen Militärkreisen hieß es jedoch, es habe keine Angriffe auf eine frühere von den USA genutzte Militärbasis gegeben. US-Soldaten seien zudem nicht mehr dort, sondern auf der anderen Seite der nahegelegenen Grenze zu Jordanien stationiert. Jordanischen Militärkreisen zufolge wurden drei iranische Raketen in jordanischem Luftraum abgeschossen.

Wer wen wann genau angegriffen hat, ist derzeit unklar. (Archivfoto)
Wer wen wann genau angegriffen hat, ist derzeit unklar. (Archivfoto)  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/AP/dpa

17. Juli, 15 Uhr: Iran will weiter angreifen

Der Iran will seine eigenen Angriffe in der Region fortführen bis Attacken auf den Süden des Landes aufhören.

Man werde weiter aus dem ganzen Iran angreifen, bis Ruhe an der eigenen Küste einkehre, schrieb der Kommandeur der Luftstreitkräfte der mächtigen Revolutionsgarden in einer Stellungnahme, die die Nachrichtenagentur Tasnim verbreitete.

Nach Explosionen während eines Raketenangriffs wurden Raketen über Doha abgefangen.
Nach Explosionen während eines Raketenangriffs wurden Raketen über Doha abgefangen.  © Stringer/dpa

17. Juli, 14.56 Uhr: Elektrizitätswerk in Kuwait schwer beschädigt

Bei einem mutmaßlich iranischen Angriff auf die Energieinfrastruktur in Kuwait sind Behördenangaben zufolge schwere Schäden angerichtet worden.

Demnach wurden eine Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung getroffen, wie das Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energie in dem Golfstaat mitteilte. Dabei sei eine große Zahl von Stromerzeugungseinheiten beschädigt worden. Ein Feuer sei rasch unter Kontrolle gebracht worden

17. Juli, 10.10 Uhr: Iran meldet Tote und Schäden an Infrastruktur nach Angriffen

Nach US-Angriffen in der Nacht meldet der Iran Opfer und Schäden an Infrastruktur in verschiedenen Regionen im Süden des Landes.

Sieben Menschen seien bei Angriffen getötet worden, hieß es in der Nacht bei Press TV. Ein Mensch sei im Zuge eines Angriffs auf einen Telekommunikationsturm in der Küstenstadt Bandar Abbas getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim.

Es seien Brücken, eine Zugverbindung, ein Flughafen und ein Überwachungsturm für die Seefahrt angegriffen worden, hieß es in separaten Berichten iranischer Medien. Der Flughafen befindet sich weiter im Landesinneren in der Stadt Iranschahr in der Provinz Sistan und Belutschistan.

Die fünf angegriffenen Brücken verbinden Orte am Persischen Golf untereinander und etwas inländisch liegenden Ortschaften. Videoaufnahmen des bekannten Netzaktivisten Vahid Online zeigen schwere Schäden an einer Brücke, die auf beiden Fahrbahnseiten unpassierbar ist.

Drei Jungen spielen im seichten Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund vor der Küste von Bandar Abbas im Iran eine Rauchwolke nach einer Explosion aufsteigt.
Drei Jungen spielen im seichten Wasser der Straße von Hormus, während im Hintergrund vor der Küste von Bandar Abbas im Iran eine Rauchwolke nach einer Explosion aufsteigt.  © Razieh Poudat/ISNA via AP/dpa

17. Juli, 6.14 Uhr: Iran laut US-Sprecherin weiter an Abkommen interessiert

Nach Darstellung von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt ist Teheran weiter an einem Abkommen mit Washington interessiert.

"Der Iran steht nach wie vor in engem Austausch mit den Vereinigten Staaten von Amerika", sagte Leavitt am Donnerstag vor der Hauptstadtpresse in Washington. Dass das US-Militär ungeachtet dessen seit Tagen Ziele im Iran angreift, begründete Leavitt mit dem Verhalten der iranischen Führung. Trump werde nicht tatenlos zusehen, wie der Iran Schiffe in der Straße von Hormus angreife, erklärte die Sprecherin.

Die Angriffe erfolgen zu einem Zeitpunkt, da die USA wieder eine Seeblockade gegen iranische Häfen durchsetzen. Das US-Militärkommando Centcom veröffentlichte Fotos, die zeigen, wie US-Marinesoldaten ein Handelsschiff entern und durchsuchen. Seit der Wiederaufnahme der Blockade Anfang dieser Woche hätten die USA drei Schiffe umgeleitet und ein weiteres außer Gefecht gesetzt, das den Anweisungen keine Folge geleistet habe, hieß es.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus aufÖltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus aufÖltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.  © Altaf Qadri/AP/dpa

17. Juli, 6.13 Uhr: Trump spricht von großen Erfolgen im Iran

US-Präsident Donald Trump behauptete in einer Rede an seine Nation, im Iran erziele man "große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen."

Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht. Am Mittwoch hatte er dem Iran erneut Angriffe auf zivile Infrastruktur angedroht. Nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln", sagte er dem Sender Fox News.

Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf hatte am selben Tag in einer teilweise im Fernsehen verlesenen Stellungnahme die Position seines Landes abermals bekräftigt, dass der Iran die Kontrolle über die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Meerenge beanspruche. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb dagegen auf X, der Iran kontrolliere die Straße von Hormus nicht.

Wegen des Streits um die wichtige Meerenge ist der Konflikt wieder eskaliert. Ghalibaf ließ zwar die Tür für neue Verhandlungen offen. Er mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen.

Der US-Präsident Donald Trump (80).
Der US-Präsident Donald Trump (80).  © Saul Loeb/POOL AFP/dpa

17. Juli, 6.10 Uhr: Laut Berichten auch Flughafen im Iran getroffen

Bandar Abbas beherberge einen Marinestützpunkt der mächtigen Iranischen Revolutionsgarden und sei von entscheidender Bedeutung für die Fähigkeit des Irans, in der Straße von Hormus Macht auszuüben, schrieb das "Wall Street Journal".

Laut dem iranischen Staatssender Irib wurde auch der Flughafen in Iranschahr in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan getroffen. Laut Press TV schlug mindestens ein Geschoss ein. Die dabei ausgebrochenen Brände seien inzwischen gelöscht, die Stromversorgung am Flughafen sei jedoch unterbrochen, berichtete ein Irib-Korrespondent. Tote gebe es nicht.

Die iranische Armee teilte daraufhin laut Press TV mit, bei Vergeltungsschlägen einen Hubschrauber-Standort sowie ein Aufklärungsflugzeug des US-Militärs in Bahrain ins Visier genommen zu haben. Das Innenministerium von Bahrain hatte zuvor auf X Sirenenalarm gemeldet. In Kuwait war die Flugabwehr wegen Raketen- und Drohnenbeschuss im Einsatz, wie die dortige Armee mitteilte. Dort stünden US-Radaranlagen und Raketenabschussrampen in Brand, meldete der iranische Sender Press TV. Demnach sollen auch US-Anlagen in Jordanien Ziel gewesen sein. Die Angaben des Senders ließen sich zunächst nicht prüfen.

Titelfoto: Razieh Poudat/ISNA via AP/dpa

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