Nahost-Konflikt: Trump kündigt noch für Mittwoch weiteren Angriff gegen Iran an
Israel/Iran - Die USA und der Iran haben sich in der Golfregion trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen!
Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Straße von Hormus, wie das zuständige Regionalkommando Centcom auf X mitteilte.
Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an, unter anderem mit ballistischen Raketen. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.
Das US-Militär sprach von einer "verhältnismäßigen" Antwort auf den iranischen Abschuss des Apache-Kampfhubschraubers vor der Küste des Omans. Die US-Streitkräfte seien bereit, sich weiter gegen "ungerechtfertigte iranische Aggressionen" zu verteidigen, teilte Centcom weiter mit.
Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.
10. Juni, 18.28 Uhr: Trump kündigt noch für Mittwoch weiteren Angriff gegen Iran an
US-Präsident Donald Trump (79) hat trotz Waffenruhe im Iran-Krieg einen weiteren Angriff gegen das Land angekündigt.
"Wir haben sie gestern hart getroffen und wir werden sie heute wieder hart treffen", sagte der Republikaner am Mittag (US-Ortszeit) im Weißen Haus vor Reportern. Zugleich machte er Druck auf den Iran, einem Abkommen zuzustimmen.
10. Juni, 17.55 Uhr: Neue Sanktionen gegen Israel laut Wadephul derzeit "nicht geboten"
Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat Forderungen nach neuen Sanktionen gegen Israel zurückgewiesen.
"Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Bundesregierung der Auffassung, dass unsere Stimme in Israel gehört wird und dass andere Maßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geboten sind", sagte Wadephul am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit seiner ungarischen Kollegin Anita Orban (51) in Berlin. Die Bundesregierung habe gegenüber Israel deutlich gemacht, dass die "illegale Siedlungspolitik" im Westjordanland nicht fortgesetzt werden solle, sagte Wadephul. Deutschland stimme sich zu dem Thema mit seinen EU-Partnern ab. Er sei sich aber nicht sicher, ob darüber auch beim Treffen der EU-Außenminister in der kommenden Woche beraten werde.
10. Juni, 17.37 Uhr: Israels Präsident streckt Libanon "Hand zum Frieden" aus
Der israelische Präsident Izchak Herzog (65) hat sich mit einer Friedensbotschaft in arabischer Sprache an das libanesische Volk gewandt.
"Von der Nordgrenze (Israels) strecke ich die Hand zum Frieden aus, dem libanesischen Präsidenten und dem libanesischen Volk", sagte Herzog. Der Libanon müsse frei sein vom Einfluss der proiranischen Hisbollah-Miliz, des Irans und von Terrororganisationen und als freier und souveräner Staat existieren, forderte er. "Ich träume davon, nach Beirut zu fahren", sagte Herzog weiter. Dieser Traum könne Wirklichkeit werden, "aber nur, wenn die Zukunft des Libanons in Beirut und nicht in Teheran bestimmt wird".
10. Juni, 17.19 Uhr: UN-Generalsekretär warnt vor Rückkehr zu "vollständigem Krieg"
Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran hat UN-Generalsekretär António Guterres (77) vor einer Rückkehr zu einem "vollständigen Krieg" gewarnt.
Das Risiko, dass "ein geringeres Feuer zu einem vollen Feuer oder - in anderen Worten - zu einem vollständigen Krieg wird, darf nicht heruntergespielt werden", sagte Guterres am Mittwoch in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zur Lage in der Nahost- und Golfregion.
10. Juni, 16.48 Uhr: IAEA-Gremium verlangt Offenlegung von Irans Uran-Beständen
Das Lenkungsgremium der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) macht Druck auf Teheran wegen mangelnder Informationen zu den Uran-Beständen im Iran.
Es sei "unerlässlich und dringend", dass die Islamische Republik ihre Vorräte an nuklearem Material vollständig offenlege, forderte der Gouverneursrat der IAEA in Wien in einer Resolution.
10. Juni, 15.24 Uhr: Israels Truppen im Libanon kurz vor Nabatija
Inmitten erneuter Spannungen im Iran-Krieg kommt es im Libanon weiterhin zu schweren Angriffen der israelischen Armee. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete zahlreiche Luftangriffe in weiten Teilen des Südens und im Osten des Landes.
Dabei wurden ersten Angaben zufolge mindestens 13 Menschen getötet. Ein Drohnenangriff auf ein Fahrzeug in der Küstenstadt Sidon südlich der Hauptstadt Beirut tötete zwei Menschen, berichtete die Staatsagentur weiter.
10. Juni, 14.58 Uhr: Amnesty International wirft Israel "ethnische Säuberung" im Westjordanland vor
Eine "Kampagne ethnischer Säuberung" im besetzten Westjordanland wirft Amnesty International der israelischen Regierung vor. Das dortige "brutale" Vorgehen mittels Zwangsvertreibungen, Landraub und Gewalt gegen palästinensische Beduinen- und Hirtengemeinschaften sei staatlich gelenkt, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.
Als Konsequenz fordert Amnesty die EU und insbesondere Deutschland zu einer Sanktionierung Israels auf. Die Kampagne gegen die Palästinenser werde nicht von einzelnen radikalen Siedlern angeführt, heißt es in dem Bericht. "Die ethnische Säuberung im Westjordanland ist staatlich sanktioniert, wird staatlich umgesetzt, staatlich durchgesetzt", sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Es ist ein staatliches Projekt."
10. Juni, 14.30 Uhr: 20.000 Bewohner nach US-Angriff ohne Wasserversorgung
Nach den nächtlichen US-Angriffen und Zerstörung ziviler Infrastruktur sind iranischen Angaben zufolge Tausende Bewohner an der Südküste ohne Wasser.
Die Trinkwasserversorgung der Stadt Kuhestak in der Provinz Hormusgan sowie von zehn weiteren Dörfern sei vollständig unterbrochen, berichtete die Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf einen Behördenvertreter.
10. Juni, 9.10 Uhr: Schusswechsel an Frachtschiff vor Jemens Küste
Vor der Küste des Jemen haben sich Angreifer auf einem kleinen Boot einen Schusswechsel mit Sicherheitskräften eines Frachtschiffs geliefert.
Die sechs Angreifer hätten sich dem Frachter genähert, woraufhin es zum Schusswechsel gekommen sei, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) am Morgen mit. Daraufhin sei das kleine Boot abgedreht. Schiffe in der Nähe wurden aufgerufen, die Gegend vorsichtig zu befahren.
Im Jemen ist die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz aktiv, die den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer kontrolliert. Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat sie Israel zuletzt erneut angegriffen und auch eine "Blockade" der Seewege für Israel im Roten Meer verkündet. Seit 2023 hatte die Miliz Dutzende Schiffe mit angeblichem Bezug zu Israel in der Region angegriffen und teils versenkt oder stark beschädigt.
10. Juni, 8.58 Uhr: Jordanien fängt fünf iranische Raketen ab - keine Schäden
Neben Kuwait und Bahrain ist auch Jordanien trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg unter Beschuss geraten.
Die Flugabwehr habe in al-Asrak am Dienstagabend fünf iranische Raketen abgefangen, teilten Jordaniens Streitkräfte der Staatsagentur Petra zufolge am Morgen mit. Dabei seien Trümmerteile herabgefallen, es habe aber keine Opfer oder Schäden gegeben. Man werde keinerlei Verletzung des Luftraums zulassen, hieß es weiter.
Al-Asrak liegt im Osten Jordaniens nicht weit von der irakischen Grenze. Berichten zufolge hat das US-Militär hier an einem Stützpunkt unter anderem Kampfflugzeuge stationiert. Nach Informationen der "New York Times" waren hier kurz vor Kriegsbeginn im Februar Dutzende Kampfjets und Frachtflugzeuge sowie Drohnen und Hubschrauber des US-Militärs stationiert.
10. Juni, 6.18 Uhr: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu soll nach Angaben des TV-Senders i24News unter Umständen auch zu einem eigenständigen Schlag gegen den Iran ohne US-Unterstützung bereit.
Der Sender berief sich auf eine Kabinettssitzung am Montagabend und zitierte Netanjahu mit den Worten: "Es könnte sein, dass wir in eine Situation geraten, in der wir den Iranern allein, ohne Rückendeckung der USA, gegenüberstehen – mit allen damit verbundenen Kosten: Rüstungsausgaben und weltweite Isolation."
Israel wolle nicht, dass es so weit komme, wisse aber, dass es so weit kommen könne, sagte Netanjahu demnach. Er muss in wenigen Monaten bei anstehenden Wahlen um sein Amt kämpfen. Trump hatte Netanjahu zuvor vor einem Alleingang gewarnt.
Iran-Experte Citronowicz warnte auf X, ein signifikanter militärischer Schritt ohne amerikanische Unterstützung wäre ein gewaltiges strategisches Wagnis für Israels nationale Sicherheit. Dies könnte auch die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Staaten schwer belasten.
10. Juni, 6.13 Uhr: Iran-Experte warnt vor weiterer Eskalation
Der israelische Iran-Experte Danny Citronowicz warnte auf X: "Das Risiko einer weiteren Eskalation bleibt erheblich, selbst wenn weder Washington noch Teheran aktiv einen größeren Konflikt anstreben".
Offiziell gilt im Iran-Krieg seit zwei Monaten eine Waffenruhe. Doch zuletzt schien diese von Tag zu Tag brüchiger zu werden: Bereits am Sonntag war der Konflikt mit iranischen Raketenangriffen auf Israel gefährlich eskaliert. Israel griff daraufhin Ziele im Iran an. Trump rief beide Staaten zu einer "sofortigen" Waffenruhe auf, woraufhin beide Seiten erklärten, ihre Angriffe einzustellen.
Der Iran hatte seine Angriffe nach Angaben aus Teheran wegen der israelischen Attacken gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begonnen. Israels Regierung hat jedoch kaum Zweifel daran gelassen, dass sie auch weiter gegen die schiitische Miliz im nördlichen Nachbarland vorgehen wird.
10. Juni, 6.09 Uhr: Iran möchte keine Bedrohung unbeantwortet lassen
Das US-Militär sprach von "Selbstverteidigung", Irans Militär dagegen von einem "fadenscheinigen" Vorwand. Irans Außenminister Abbas Araghtschi drohte den USA in Reaktion auf das Bombardement prompt Gegenschläge an.
"Unsere schlagkräftigen Streitkräfte werden keinen Angriff und keine Bedrohung unbeantwortet lassen", schrieb er auf X. "Verlassen Sie unsere Region, wenn Sie in Sicherheit sein wollen. Die Geschichte des Persischen Golfs kennt viele Kapitel über das tragische Schicksal von Eindringlingen."
Nur wenig später führten Irans Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - nach Angaben iranischer Medien eine Drohnenattacke auf das Hauptquartier der US-Marine für den Nahen Osten in Bahrain aus. Zudem sei ein Stützpunkt in Jordanien angegriffen worden, hieß es. Der arabische Sender Al Jazeera meldete am frühen Morgen unter Berufung auf das jordanische Militär, dass fünf iranische Raketen abgefangen worden seien. Keine dieser Angaben konnte zunächst unabhängig überprüft werden. Am frühen Morgen schrillten unterdessen auch in Bahrain abermals die Sirenen.
Titelfoto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
