Nahost-Konflikt: Trump lässt Schäden an Schiffen mit iranischem Geld bezahlen

Washington/Riad - US-Präsident Donald Trump (80) versucht im Konflikt um die Straße von Hormus den Druck auf den Iran zu erhöhen.

Das US-Militär setzt seine Angriffe auf Ziele im Iran fort. (Archivbild)  © Evan Vucci/AP/dpa

Während er das US-Militär in der nunmehr 13. Nacht in Folge Ziele in dem Land bombardieren ließ, kündigte Trump an, Schäden an Schiffen und Frachtgut würden von den USA ab sofort mit iranischem Geld beglichen. Gemeint sind offensichtlich Teherans eingefrorene Vermögenswerte.

Der Iran bleibt jedoch hart: Nach Informationen der "New York Times" lehnte die Führung der Islamischen Republik einen vom irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Saidi (41) übermittelten Vorschlag der US-Regierung für eine erneute Waffenruhe ab.

Die Einzelheiten des Vorschlags waren der Zeitung zwar nicht bekannt. Iranische Vertreter hätten jedoch erklärt, Teherans Führung sei nicht an einer vorübergehenden Vereinbarung interessiert, die die Frage der Kontrolle über die Straße von Hormus ungeklärt lasse, hieß es unter Berufung auf iranische und irakische Beamte.

Spanien Pool-Drama am Urlaubshotspot: 60 Hotelgäste müssen ins Krankenhaus

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

24. Juli, 6.38 Uhr: Teheran warnt vor Beschlagnahmung von Vermögen

Der Iran hat auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Verwendung iranischer Gelder zur Begleichung von Schäden an Handelsschiffen mit warnenden Worten reagiert.

Die Beschlagnahmung von Vermögenswerten eines anderen Landes zur Begleichung künftiger Forderungen, die in keinem Zusammenhang stünden, sei ein "brandgefährlicher Präzedenzfall", schrieb Außenminister Abbas Araghtschi (63) auf der Plattform X.

Er warnte daraufhin andere Länder. Wer solche Gelder feiere oder davon profitiere, solle bedenken: "Sobald Regierungen die Beschlagnahmung zur Normalität machen, sind die Vermögenswerte von niemandem mehr sicher. Das daraus resultierende Chaos wird weder schön noch friedlich sein", schrieb er.

Anzeige
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) richtet eine Warnung an den US-Präsidenten.  © Hadi Mizban/AP/dpa

24. Juli, 6.26 Uhr: Erneut nächtliche Explosionen im Iran

Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs gegen Ziele im Iran haben örtliche Medien in der Nacht mehrere Explosionen gemeldet.

Wie die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf amtliche Angaben berichtete, wurden unter anderem Gebiete nahe den Städten Ahwaz, Andimeschk und Omidiyeh in der Provinz Chusestan Ziel von US-Attacken. Auch aus dem Bereich der Insel Gheschm in der Straße von Hormus sowie bei der Großstadt Bandar Abbas gebe es Berichte über Explosionen, hieß es.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die 13. Nacht in Folge militärische Ziele im Iran angegriffen. Die jüngste Angriffswelle endete um 21 Uhr US-Ostküstenzeit (4.30 Ortszeit im Iran) nach gut zwei Stunden, wie das für die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mitteilte. Die US-Streitkräfte nahmen demnach unter anderem Kommandozentralen, Drohnenlager und Küstenüberwachungsanlagen ins Visier.

24. Juli, 6.21 Uhr: Trump lässt Schäden an Schiffen mit iranischem Geld bezahlen

Inmitten des Streits um die Straße von Hormus will US-Präsident Donald Trump (80) den Iran für Schäden an Schiffen und Frachtgut zur Rechenschaft ziehen.

Jegliche Schäden dieser Art würden ab sofort mit iranischem Geld beglichen, das von den USA kontrolliert werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Damit bezog er sich offensichtlich auf eingefrorene iranische Vermögenswerte, allerdings blieb unklar, wie genau Trump das Vorgehen rechtlich begründen will.

Der US-Präsident sprach von einer "fairen und gerechten Vorgehensweise", selbst wenn die Entschädigungen erheblich sein könnten.

US-Präsident Donald Trump (80) will iranisches Geld zur Bezahlung von Schiffsschäden nutzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

24. Juli, 6.15 Uhr: Kuwaits Flugabwehr wegen Raketen und Drohnen aktiv

Die Streitkräfte in Kuwait wehren nach eigenen Angaben erneut Raketen und Drohnen aus dem Iran ab.

Etwaige Explosionsgeräusche seien darauf zurückzuführen, dass diese abgefangen werden, hieß es in einer Mitteilung auf X. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Sicherheits- und Schutzanweisungen zu befolgen.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht, meldete, Ziel sei ein Militärstützpunkt gewesen, der auch von der US-Luftwaffe genutzt werde. Die Angaben ließen sich nicht überprüfen.

Kuwait musste erneut iranische Raketen und Drohnen abwehren. (Symbolfoto)  © Soeren Stache/dpa

23. Juli, 21.54 Uhr: Merz verurteilt Huthi-Angriffe auf Schiffe im Roten Meer

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Angriffe der Huthi-Miliz auf saudische Schiffe im Roten Meer aufs Schärfte verurteilt.

"Sie müssen unverzüglich eingestellt werden. Jede Form einer Seeblockade ist inakzeptabel", sagte Merz laut einer Mitteilung. "Diese rücksichtslosen Angriffe gefährden die Freiheit der Schifffahrt und drohen die regionale Stabilität weiter zu untergraben." Die Bundesregierung stehe solidarisch an der Seite von Saudi-Arabien und ihren Partnern in der Region.

Bundeskanzler Friedrich Merz bringt seine Sorge über eine drohende Eskalation zum Ausdruck.  © Michael Kappeler/dpa

23. Juli, 21.48 Uhr: Abgeordnete fordern Trump zur Beendigung des Iran-Kriegs auf

US-Präsident Donald Trump bekommt aus dem Parlament immer mehr Gegenwind für seinen Iran-Kurs zu spüren. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erneut eine Resolution zum Konflikt und forderte den Republikaner auf, den Militäreinsatz zu beenden.

Der Beschluss hat keine unmittelbare Konsequenz, zeigt aber, dass der politische Druck auf Trump steigt - zumal im November die Zwischenwahlen zum Kongress bevorstehen. Die Resolution wurde in der Parlamentskammer mit 214 Ja-Stimmen verabschiedet, 208 Abgeordnete stimmten dagegen.

US-Präsident Trump erhält zu seiner Kriegsführung im Iran immer mehr Gegenwind. Das Repräsentantenhaus verabschiedete erneut eine Resolution.  © J. Scott Applewhite/AP/dpa

23. Juli, 21.45 Uhr: Palästinensische Angreifer im Westjordanland getötet

Bei neuer Gewalt im von Israel besetzen Westjordanland hat es Tote und Verletzte gegeben.

Israels Armee teilte mit, dass bei zwei mutmaßlichen Angriffen von Palästinensern auf einen israelischen Siedler sowie einen Soldaten die drei mutmaßlichen Täter getötet worden seien. Zum Hergang des einen Vorfalls gab es widersprüchliche Angaben von israelischer und palästinensischer Seite.

Bei den drei Getöteten handelt es sich nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums in Ramallah um einen 16 Jahre alten Jugendlichen sowie zwei Männer im Alter von 20 und 25 Jahren.

In einer Mitteilung der israelischen Armee hieß es, dass bei einem Vorfall in der Nähe der Stadt Nablus im Norden des Westjordanlandes zwei Palästinenser auf einen Siedler eingestochen hätten, der versucht habe, ein Feuer zu löschen. Der Israeli sei verletzt in eine Klinik gebracht worden. Ein anderer Siedler soll demnach beide Palästinenser getötet haben.

In palästinensischen Medienberichten hieß es wiederum, die israelischen Siedler hätten in einem palästinensischen Dorf Felder in Brand gesetzt. Palästinensische Anwohner hätten sich ihnen entgegengestellt. Israelische Soldaten sollen demnach auf sie geschossen haben, wobei zwei weitere Palästinenser schwer verletzt worden seien.

Im von Israel besetzten Westjordanland kam es erneut zu Gewalt. (Symbolfoto)  © Ilia Yefimovich/dpa

23. Juli, 16.37 Uhr: Trump warnt Iran wegen Angriffen der Huthi-Miliz auf Schiffe

Nach Angriffen der Huthi-Miliz im Roten Meer hat US-Präsident Donald Trump dem Iran im Falle einer erneuten Attacke mit Vergeltung gedroht.

"Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Iran agieren", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an. Zugleich zeigte sich Trump von der Miliz enttäuscht, die sich zuletzt "sehr verantwortungsbewusst" verhalten habe.

23. Juli, 16.35 Uhr: Wadephul zurückhaltend zu US-Atomdeal mit Saudi-Arabien

Außenminister Johann Wadephul hat sich zurückhaltend zum Atomdeal zwischen den USA und Saudi-Arabien geäußert und die Einbeziehung der Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien gefordert.

"Jedem Mitgliedstaat des Atomwaffensperrvertrages steht die friedliche Nutzung der Nuklearenergie frei", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem südafrikanischen Kollegen Ronald Lamola in Pretoria auf eine Frage zu dem möglichen Abkommen zwischen Washington und Riad.

Mit Blick auf jüngste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der das Abkommen überraschend von einer Normalisierung der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und Israel abhängig gemacht hatte, ergänzte Wadephul, die Bundesregierung werde sich in den nächsten Tagen "noch einmal sehr genau anschauen, worin das Vorhaben besteht und welche konkreten Maßnahmen dort ergriffen werden".

Außenminister Johann Wadephul pocht auf die Einbeziehung der Atom-Kontrolleure in Wien.  © Soeren Stache/dpa

23. Juli, 14.24 Uhr: Trump will Atomdeal mit Riad nur bei Annäherung mit Israel

US-Präsident Donald Trump macht den Atomdeal mit Saudi-Arabien überraschend von einer Normalisierung der Beziehungen zwischen dem Golfstaat und Israel abhängig.

Saudi-Arabien müsse den "hoch angesehenen und erfolgreichen Abraham-Abkommen" beitreten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Mit diesen Abkommen hatten mehrere arabische Länder ihre Beziehungen zu Israel normalisiert.

Laut US-Präsident Donald Trump soll Saudi-Arabien seine Beziehungen zu Israel normalisieren.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

23. Juli, 6.17 Uhr: US-Militär beendet nächste Angriffswelle gegen Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht wieder militärische Ziele im Iran attackiert. Die fünfstündige Angriffswelle sei um 22.30 US-Ostküstenzeit (6.00 Uhr Ortszeit im Iran) beendet worden, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mit.

Zu den Zielen zählten demnach Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Die Angriffe sollten künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß es. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass der Iran aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss schließe, wollten die Iraner ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump. "Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein", betonte er - was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.

Bereits am Mittwochmorgen (US-Ostküstenzeit) hatte Trump dem Iran sehr deutlich gedroht: Die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran "bombardieren und zerstören", wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Dabei würden auch Brücken und Kraftwerke in Teheran oder in der Nähe der Hauptstadt ins Visier genommen.

Mehr zum Thema Iran: