Nahost-Konflikt: Trump spielt Gefahren einer neuen Eskalation im Iran-Krieg runter

Israel/Iran - Nach Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus greifen die USA erneut Ziele im Iran an. Einem Bericht zufolge fallen die Attacken deutlich stärker aus als zuvor. Es soll mehrere Verletzte geben.

Kampfflugzeuge der USA: Erneut haben die Vereinigten Staaten den Iran angegriffen - dieses Mal anscheinend deutlich stärker als zuvor. (Archivfoto)  © Kendall Torres Cortés/dpa

Das US-Militär hat bei seinen jüngsten Angriffen im Iran Medienberichten zufolge erneut Ziele im Süden des Landes ins Visier genommen. Unter anderem seien Systeme zur Luftabwehr, zur Küstenüberwachung sowie Drohnenstellungen attackiert worden, berichtete "Axios" unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten.

Die Angriffe seien vier oder fünf Mal stärker gewesen als Attacken vor rund anderthalb Wochen.

Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in der Hafenstadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es iranische Berichte über Explosionen. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV wurden mehrere Menschen verletzt.

USA Balken biegen sich: Einsturz von New Yorker Wolkenkratzer droht

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

8. Juli, 21.03 Uhr: Guterres warnt vor "katastrophalen Folgen" erneuter Kämpfe mit Iran

Vor dem Hintergrund einer drohenden neuen Eskalation im Iran-Konflikt hat UN-Generalsekretär António Guterres zu Zurückhaltung aufgerufen.

"Der Generalsekretär bekräftigt erneut, dass eine Rückkehr zu umfassenden Feindseligkeiten katastrophale Folgen hätte - für die Menschen in der Region, für den internationalen Frieden und die Sicherheit sowie für die Weltwirtschaft", ließ Guterres über seinen Sprecher Stéphane Dujarric in New York mitteilen. 

"Der Generalsekretär fordert den Iran und die Vereinigten Staaten nachdrücklich auf, die Verhandlungen umgehend wieder aufzunehmen und offene Fragen auf diplomatischem Wege zu klären."

Anzeige

8. Juli, 19.18 Uhr: Trump spielt Gefahren einer neuen Eskalation im Iran-Krieg runter

Nach erneuten Drohungen gegen die Führung in Teheran hat der US-Präsident die Gefahren einer neuen Eskalation im Iran-Krieg heruntergespielt. "Ich glaube nicht, dass er wieder aufflammt", sagte er bei einer Pressekonferenz. Stattdessen rechne er damit, dass der Konflikt zeitnah wieder beigelegt werde.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump mit weiteren US-Angriffen in der Nacht zum Donnerstag gedroht. Das US-Militär habe den Iran "hart getroffen" und "wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen", sagte er. Der Iran habe sich "sehr schlecht" benommen.

US-Präsident Donald Trump (80) zeigte am Mittwoch im Hinblick auf den Iran-Krieg zwei verschiedene Gesichter. Mal drohte er, mal versuchte er zu beschwichtigen.  © Emrah Gurel/AP/dpa

8. Juli, 17.48 Uhr: Irans oberster Führer wird in Maschhad bestattet

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung soll Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei beerdigt werden.

Die Beisetzung ist an diesem Donnerstag im Imam-Resa-Heiligtum seiner Heimatstadt Maschhad geplant, dem wichtigsten Zentrum des schiitischen Islams im Iran. Die Bestattung selbst erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Auf diesem Foto, das vom Büro des Obersten Führers des Irans veröffentlicht wurde, tragen Trauernde den Sarg des verstorbenen iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei.  © Uncredited/Iranian Supreme Leader Office via AP/dpa

8. Juli, 17.30 Uhr: Macron setzt weiter auf Gespräche im Iran-Konflikt

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht trotz der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg die Diplomatie und das ausgehandelte Rahmenabkommen mit den USA noch nicht am Ende.

"Meiner Meinung nach handeln die Iraner falsch, wenn sie diese Luftangriffe durchführen, die gegen das verstoßen, was sie selbst unterzeichnet haben – ein Abkommen, das in Islamabad ausgearbeitet und in Luzern unterzeichnet wurde", sagte Macron. Man befinde sich aber noch immer innerhalb der in dem Abkommen vereinbarten 60-Tage-Frist, innerhalb der ein endgültiger Deal ausgehandelt werden soll.

"Meines Wissens werden die in diesem Rahmen vorgesehenen Treffen weiterhin stattfinden, und wir müssen mit viel Gelassenheit, Besonnenheit und Geduld voranschreiten."

8. Juli, 16.25 Uhr: Rutte zieht Gipfelbilanz: Bündnis ist stärker als je zuvor

Nato-Generalsekretär Mark Rutte wertet das Gipfeltreffen in Ankara trotz der Attacken von US-Präsident Donald Trump gegen Alliierte als Erfolg. "Dieser Gipfel hat gezeigt, dass das Bündnis stärker ist als je zuvor: ein Bündnis, das geschlossen ist und bereit, jeden Zentimeter unseres Territoriums zu verteidigen", sagte der Niederländer in der Abschlusspressekonferenz.

Als Beleg wertete er, dass die Verbündeten in der Gipfelerklärung ihr Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des Bündnisvertrags bekräftigen. "Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle", sagte Rutte. Im Fall der Fälle werde man zusammenstehen.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) ist sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis des Gipfels.  © Michael Kappeler/dpa

8. Juli, 15.22 Uhr: Trump droht mit neuen Angriffen auf Ziele im Iran

Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump mit weiteren US-Angriffen heute Nacht gedroht. Das US-Militär habe den Iran mit seinen Attacken vergangene Nacht "hart getroffen" und "wir werden sie höchstwahrscheinlich auch heute Nacht wieder hart treffen", sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels im türkischen Ankara.

Trump zeigte sich nicht glücklich über das "sehr schlechte Benehmen" der Führung in Teheran. Zugleich sagte er, dass er abwarten wolle, "wie sich alles entwickelt".

Das US-Militär hatte in Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus in der Nacht zum Mittwoch Dutzende Ziele im Iran bombardiert. Zudem setzten die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft.

US-Präsident Donald Trump (80) befindet sich momentan auf dem NATO-Gipfel in Ankara.  © Michael Kappeler/dpa

8. Juli, 11.09 Uhr: Ölpreise legen stark zu - Trump sieht Ende des Waffenstillstands

Die Ölpreise sind nach Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kletterte auf 78,50 US-Dollar. Damit legte der Preis der globalen Referenzsorte um 5,85 Prozent zu.

US-Präsident Donald Trump sagte, dass er keine Einigung mit dem Iran mehr wolle. Der Waffenstillstand mit dem Iran sei - "was mich betrifft" - beendet. "Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben", fügte er am Rande des Nato-Gipfels hinzu. Die Unterhändler "können reden, aber ich glaube, sie verschwenden ihre Zeit".

8. Juli, 10.42 Uhr: Nach Ansicht von Trump ist die Waffenruhe beendet

Nach der jüngsten Eskalation im Krieg zwischen den USA und dem Iran ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet.

Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen, sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara.

Noch vor dem NATO-Gipfel fährt die USA eine weitere Angriffswelle gegen das Mullah-Regime.  © Filip Singer/Pool EPA/AP/dpa

8. Juli, 10.33 Uhr: Trauerfeiern für Chamenei gehen im Irak weiter

In der für Schiiten heiligen Stadt Nadschaf im Irak haben Trauerfeiern für Irans getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei begonnen. Heute früh setzte sich dort ein Trauerzug in Bewegung, zu dem örtlichen Berichten zufolge Hunderttausende erschienen.

Irans Präsident Massud Peseschkian und hohe geistliche und politische Führer des Iraks nahmen unter anderem an der Prozession teil. Iraks Ministerpräsident Ali al-Saidi hatte den Leichnam Chameneis am Vorabend in Empfang genommen. Zum Trauerzug in Nadschaf seien mehr als zwei Millionen Menschen erschienen, teilten die PMF mit. Eine Bestätigung aus anderen Quellen für diese Zahlen gab es nicht, der Andrang wHadi Mizban/AP/dpaar Bildern zufolge aber enorm.

Auf einem Lastwagen wird der Sarg, in dessen Inneren sich der getötete Staatschef Ajatollah Ali Chamenei befindet, durch die Stadt gefahren.  © Hadi Mizban/AP/dpa

8. Juli, 9.55 Uhr: Iran meldet US-Angriffe an Südküste - ein Toter

Die USA greifen Angaben aus Teheran zufolge nach ihren nächtlichen Bombardierungen weiter an der iranischen Südküste an. Nahe der Hafenstadt Buschehr seien mindestens zwei Projektile eingeschlagen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim am Vormittag (Ortszeit) unter Berufung auf den Vizegouverneur der gleichnamigen Provinz.

Auch der als Vahid bekannte Netzjournalist berichtete über Angriffe bei Buschehr. Er zitierte auf seinem Telegram-Kanal Bewohner, die Explosionen nahe einem Luftwaffenstützpunkt meldeten.

Unterdessen meldeten die Revolutionsgarden den Tod eines Mitglieds, wie die Elitestreitmacht laut dem staatlichen Rundfunk mitteilte. Demnach wurde ein Soldat der Flugabwehr in der Stadt Mahschahr in der Provinz Chusestan getötet.

In der Stadt Buschehr steht ein Atomkraftwerk. Wenn eine Rakete den Reaktor trifft, könnte dies fatale Folgen haben. (Archivbild)  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

8. Juli, 9.03 Uhr: Iran meldet neue Raketenwelle auf Bahrain

Der Iran hat weitere Angriffe auf den Golfstaat Bahrain gemeldet. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, sei eine neue Welle an Raketen auf den Inselstaat erfolgt.

In Bahrain heulten unterdessen die Sirenen. Einwohner wurden aufgerufen, ruhig zu bleiben und sich in Sicherheit zu bringen, wie das Innenministerium in dem Golfstaat auf X schrieb. Nutzer in den sozialen Medien berichteten von Raketenstarts nahe der iranischen Hafenstadt Buschehr. Sie liegt etwa 300 Kilometer entfernt von Bahrain.

8. Juli, 8.09 Uhr: Hisbollah-Mitglied laut IDF im Südlibanon getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Schusswechsel im Südlibanon ein Hisbollah-Mitglied getötet.

Der "Terrorist" sei am Vortag erschossen worden, nachdem er im Gebiet Bint Jbail zuvor das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet habe, teilten die Streitkräfte (IDF) auf ihrem Telegram-Kanal am Mittwoch mit. Demnach durchsuchte die Armee eine Struktur innerhalb der Sicherheitszone des Areals, wo am vergangenen Donnerstag ein IDF-Reservist schwer verwundet worden war.

Mehr zum Thema Iran: