Nahost-Konflikt: US-Geheimdienste sehen in Straße von Hormus Druckmittel

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Israel/Iran - Der Iran wird als Teil des Rahmenabkommens mit den USA nach Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance (41) wieder Atominspektoren ins Land lassen.

Laut US-Vizepräsident JD Vance (41) werde der Iran als Teil des Rahmenabkommens wieder Atominspektoren ins Land lassen.
Laut US-Vizepräsident JD Vance (41) werde der Iran als Teil des Rahmenabkommens wieder Atominspektoren ins Land lassen.  © Matt Rourke/Pool AP/dpa

"Ja, absolut", sagte Vance dem US-Fernsehsender NBC News.

Einer der Kernpunkte der Vereinbarung sei, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die USA den Iran bei der Vernichtung seines hochangereicherten Urans unterstützen werden. Das sei in der Absichtserklärung "sehr klar festgelegt."

Nach wochenlangen Verhandlungen hatten sich die USA und der Iran in der Nacht auf Montag auf ein Rahmenabkommen hin zu einem Kriegsende verständigt, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet werden soll. Der Text werde nach der Zeremonie veröffentlicht, zitierte der Sender Vance.

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"Es gibt noch einige technische Details zu klären, die nicht den Text der Absichtserklärung selbst betreffen, sondern deren Umsetzung." Ein Starttermin für Atominspektionen könnte demnach ebenfalls am Freitag vereinbart werden.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

16. Juni, 20.53 Uhr: US-Geheimdienste sehen in Straße von Hormus Druckmittel

US-Geheimdienste gehen laut einem Bericht des Senders CNN davon aus, dass der Iran künftig jederzeit die wichtige Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus blockieren könnte.

Das habe Teheran während des jüngsten Konflikts mit den USA und Israel bewiesen, berichtete CNN unter Berufung auf mehrere mit den Einschätzungen vertraute Personen.

Die Straße von Hormus - jederzeit ein Druckmittel für den Iran?
Die Straße von Hormus - jederzeit ein Druckmittel für den Iran?  © Uncredited/AP/dpa

16. Juni, 17.05 Uhr: Iran machte laut Hisbollah Zusagen zu Israels Abzug aus dem Libanon

Die Hisbollah-Miliz hat vom Iran nach eigener Darstellung Zusagen erhalten mit Blick auf einen Abzug der israelischen Armee aus dem Libanon.

Der Iran habe der Hisbollah "sehr klar" zugesichert, dass man ein Abkommen mit den USA nur unterzeichne, wenn dieses einen Abzug Israels aus dem Libanon enthalte. Das sagte ein ranghoher Funktionär der Hisbollah der Deutschen Presse-Agentur. Die Frage sei eine der "obersten Prioritäten" für den Iran – dem wichtigsten Unterstützer der Hisbollah.

Der Nachrichtensender Al Jazeera berichtete, bei dieser Zusage des Irans an die Hisbollah gehe es um die nächste Phase der Verhandlungen mit den USA. Ein Abzug Israels aus dem Nachbarland werde zur Bedingung für die Gespräche gemacht – "nicht unbedingt für die erste Phase, aber als ein Endpunkt".

Israelische Soldaten fahren im Südlibanon. Die Hisbollah-Miliz hat vom Iran nach eigener Darstellung Zusagen erhalten mit Blick auf einen Abzug der israelischen Armee aus dem Libanon.
Israelische Soldaten fahren im Südlibanon. Die Hisbollah-Miliz hat vom Iran nach eigener Darstellung Zusagen erhalten mit Blick auf einen Abzug der israelischen Armee aus dem Libanon.  © Ariel Schalit/AP/dpa

16 Juni, 15.04 Uhr: Trump hatte Machtwechsel im Iran nicht im Fokus

US-Präsident Donald Trump hatte nach eigenen Worten beim Iran seinen Fokus nicht auf einen Machtwechsel gelegt.

Das sei ihm nicht wichtig gewesen, sagte Trump am Rande des G7-Gipfels am Genfersee nach einem Gespräch mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani zu Journalisten. Dennoch habe sich dieser aus seiner Sicht vollzogen.

Zu Beginn des Krieges am 28. Februar hatte Trump die Iraner aufgerufen, die Führung des Landes in die Hand zu nehmen. "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung", hatte er auf Truth Social geschrieben. Die US-Regierung sprach später dann immer wieder davon, dass mit der Tötung von zahlreichen hochrangigen Mitgliedern der Führungsebene sich quasi personell ein Wechsel der Führung des Landes vollzogen habe.

16. Juni. 13.15 Uhr: Trump verlangt von Israel mehr Verantwortung

Israel muss beim Krieg gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon nach Worten von US-Präsident Donald Trump verantwortungsvoller handeln.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu "muss mehr Verantwortung zeigen mit Blick auf den Libanon", sagte Trump heute bei einem Treffen mit Katars Emir Tamim bin Hamad Al Thani am Rande des G7-Gipfels im französischen Évian. "Ich bin nicht glücklich damit, wie Israel sich mit dem Libanon und der Hisbollah verhalten hat", sagte Trump.

Israel kämpfe schon "zu lang" gegen die Hisbollah und "zu viele Menschen werden getötet", sagte Trump zu dem Krieg, bei dem im Libanon etwa 3800 Menschen getötet und etwa 11.700 weitere verletzt wurden.

"Man muss nicht jedes Mal ein Wohnhaus zum Einsturz bringen, wenn man nach jemandem sucht. Denn in diesen Wohnhäusern sind viele Menschen, und die sind nicht alle Hisbollah", sagte Trump mit Blick auf Israels Angriffe.

US-Präsident Donald Trump (80) mahnt Israel zur Zurückhaltung.
US-Präsident Donald Trump (80) mahnt Israel zur Zurückhaltung.  © Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

16. Juni, 12.18 Uhr: Weitere Verhandlungen zwischen USA und Iran beginnen am Freitag

Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran soll nach iranischen Angaben direkt nach Unterzeichnung des verhandelten Rahmenabkommens am Freitag in der Schweiz beginnen.

Diese weiteren Gespräche sollten innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagte Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Agentur Tasnim in Teheran.

Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, sagte Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.

Von iranischer Seite nehme Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf an den Gesprächen am Freitag Teil, sagte der stellvertretende iranische Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi einem weiteren Tasnim-Bericht zufolge. Von US-Seite soll Vizepräsident JD Vance vor Ort sein, hatte US-Präsident Donald Trump gesagt.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi pocht im Rahmen der Friedensverhandlungen auf ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi pocht im Rahmen der Friedensverhandlungen auf ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon.  © Dmitri Lovetsky/Pool AP/dpa

16. Juni, 10.07 Uhr: Details zu Iran-Abkommen müssen vor deutschem Hormus-Einsatz klar sein

Vor einer Entscheidung über einen Marineeinsatz in der Straße von Hormus müssen aus Sicht von Außenminister Johann Wadephul die Details der Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran bekannt sein.

"Diese Absichtserklärung, die kennen wir noch nicht. Die soll jetzt nach Freitag veröffentlicht werden", sagte der CDU-Politiker im ARD-"Morgenmagazin".

Er bekräftigte die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung, einen Beitrag zur Minenräumung in der Straße von Hormus zu leisten. Deutschland habe wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen, dass diese Seefahrtstraße wieder frei wird.

Aber natürlich müssten die Voraussetzungen dafür stimmen, betonte Wadephul. "Wir müssen wissen, was steht in dem Abkommen drin? Wir müssen wissen: Gibt es ein allgemeines Einverständnis, dass dieses Minenräumen dort stattfindet?"

Deutschland könnte sich an einem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen. Doch Außenminister Wadephul pocht darauf, dass dafür erst mal klar sein muss, was die USA und der Iran genau vereinbart haben.
Deutschland könnte sich an einem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen. Doch Außenminister Wadephul pocht darauf, dass dafür erst mal klar sein muss, was die USA und der Iran genau vereinbart haben.  © Elisa Schu/dpa

16. Juni, 6.27 Uhr: Mehrere iranische Schiffe passieren US-Blockade

Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran haben die ersten iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert.

Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne Zwischenfälle passiert, berichtete unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.

Auch der Dienst TankerTrackers, der Schiffsbewegungen beobachtet, berichtete auf der Plattform X, ein mit zwei Millionen Barrel iranischem Rohöl beladener Supertanker habe die Blockadelinie der US-Marine durchbrochen. Weitere Tanker befänden sich nahe der Linie oder nicht mehr in iranischen Häfen.

Erste Schiffe sollen von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert haben.
Erste Schiffe sollen von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert haben.  © Amirhosein Khorgooi/ISNA/AP/dpa

15. Juni, 21.07 Uhr: Israel laut Netanjahu vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet

Die Kriege gegen den Iran haben nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eine unmittelbar drohende Bewaffnung Teherans mit Nuklearwaffen verhindert.

"Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet", sagte Netanjahu. Der Iran sei vor dem Krieg im Juni vergangenen Jahres in Richtung einer atomaren Aufrüstung "galoppiert".

Ohne die massiven Angriffe gemeinsam mit den USA "hätte der Iran schon Atombomben", sagte der israelische Regierungschef. Millionen von Israelis hätten sich in einem solchen Fall in tödlicher Gefahr befunden. Diese Bedrohung sei "um Jahre" aufgeschoben worden. Teheran hat immer wieder betont, keine Atomwaffen anzustreben, sein Nuklearprogramm diene nur zivilen Zwecken.

Netanjahu bekräftigte, er werde eine nukleare Aufrüstung Teherans niemals dulden. "Mit Abkommen oder ohne Abkommen - der Iran wird keine Atomwaffen haben", sagte er. "Solange ich Israels Ministerpräsident bin, wird dies nicht geschehen."

Benjamin Netanjahu (76), Ministerpräsident von Israel.
Benjamin Netanjahu (76), Ministerpräsident von Israel.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

15. Juni, 19.14 Uhr: JD Vance soll Iran-Abkommen unterzeichnen

US-Präsident Donald Trump schickt seinen Vize JD Vance zur Unterzeichnung des Iran-Rahmenabkommens in die Schweiz.

JD werde kommen, sagte der Republikaner auf dem G7-Gipfel am Genfersee bei einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf eine Journalistenfrage. Trump ließ offen, ob er selbst in irgendeiner Weise beteiligt sein werde.

Am Vortag hatten sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen verständigt. Dieses zieht vertiefte Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges nach sich. Medienberichten zufolge soll Ort der Unterzeichnung Genf sein. Die USA und Israel hatten am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen. Seit April galt eine Waffenruhe, es kam aber immer wieder zu gegenseitigen Angriffen.

Der Vizepräsident der USA, JD Vance (41).
Der Vizepräsident der USA, JD Vance (41).  © Sven Hoppe/dpa

15. Juni, 19.11 Uhr: USA stellen dem Iran laut US-Beamten Milliardenhilfen in Aussicht

Die USA haben dem Iran im Rahmen des geplanten Abkommens US-Regierungskreisen zufolge Zugang zu einem Wiederaufbaufonds im Umfang von 300 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Voraussetzung sei jedoch, dass der Iran seine Verpflichtungen aus dem Abkommen erfülle, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Zugleich betonte er, dass es nicht darum gehe, den Iran für seine Teilnahme an den Verhandlungen zu belohnen. Teheran müsse zunächst beweisen, dass es dauerhaft auf den Erwerb von Atomwaffen verzichte und keine Aktivitäten verfolge, die eine Wiedereinführung von Sanktionen auslösen könnten. Zudem dürften freigegebene Mittel nicht zur Unterstützung von Terrorismus oder zur Destabilisierung der Region verwendet werden. US-Vizepräsident JD Vance sagte dem US-Sender CBS, dass der Fonds von den Golfstaaten mitfinanziert werden solle.

Titelfoto: Uncredited/AP/dpa

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