Nahost-Konflikt: USA und Iran schwören sich Rache

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Israel/Iran - Nach dem Tod zweier US-Soldaten infolge iranischen Beschusses und der nächtelangen US-Bombardements im Iran schwören beide Seiten Rache - womit eine gefährliche Eskalationsspirale droht.

Eine Frau hält ein Plakat des iranischen Obersten Führers Ajatollah Modschtaba Chamenei (56).
Eine Frau hält ein Plakat des iranischen Obersten Führers Ajatollah Modschtaba Chamenei (56).  © Vahid Salemi/AP/dpa

Das US-Militär griff in der achten Nacht in Folge Ziele im Iran an, wie das Regionalkommando Centcom auf X mitteilte. Es zielte unter anderem darauf ab, die iranischen Revolutionsgarden, die in der vorherigen Nacht Angriffe auf US-Soldaten in Jordanien verübt hätten, "schnell zu bestrafen".

Irans oberster Führer Ajatollah Modschtaba Chamenei (56) drohte zuvor mit Racheakten.

Chamenei, der sich bisher noch nie öffentlich gezeigt hat, ließ in einer Erklärung mitteilen: "Da der amerikanische Feind nun auf Kriegstreiberei, die Übernahme noch schwererer Kosten und eine noch größere Schande aus ist, soll er wissen, dass das geliebte iranische Volk und die Widerstandsfront unvergessliche Lektionen für ihn bereithalten."

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

19. Juli, 14.31 Uhr: Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) hat in einem Interview überraschend offen über Sicherheitslücken vor dem Krieg mit den USA und Israel gesprochen.

Im Gespräch mit dem konservativen und regierungstreuen Medienaktivisten Dschawad Mogoi schilderte der Minister ausführlich seine Erlebnisse des ersten Kriegstags am 28. Februar. Iranische Medien veröffentlichten Ausschnitte des Interviews, das bislang nicht in voller Länge online ist.

Araghtschi erklärt darin unter anderem, dass mehrere wichtige Entscheidungsgremien aus Politik und Militär gleichzeitig tagten, als die Luftangriffe auf Teheran erfolgten. Am ersten Kriegstag wurden einflussreiche Politiker und Generäle getötet, darunter auch Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei. Morgens noch habe Araghtschi dessen Stabschef getroffen, um Chamenei über den Stand der Verhandlungen mit den USA zu informieren.

"Entscheidend ist meiner Ansicht nach, dass sie über diese Sitzungen informiert waren", sagte der Minister mit Blick auf Israel und die USA. "Das deutet möglicherweise auf eine Sicherheitslücke hin, die bestand und wahrscheinlich noch immer besteht". Araghtschi sagte, die Sicherheitslücke beschränke sich nicht nur auf Infiltration "Manchmal betrifft sie auch die Beeinflussung der Ausrichtung von Entscheidungsprozessen", fügte er hinzu und betonte: "Mehr möchte ich dazu nicht offen sagen."

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).  © Hadi Mizban/AP/dpa

19. Juli, 11.46 Uhr: Israel errichtet Sperrzone gegen Marsch für neue Gaza-Siedlungen

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben ein Gebiet rund um den Gazastreifen zu einer militärischen Sperrzone erklärt, um einen geplanten Marsch von rechtsextremen und rechten Ministern, Abgeordneten und deren Anhängern in das palästinensische Gebiet zu verhindern.

Ziel der rechten Gruppen ist es, neue israelische Siedlungen im Gazastreifen aufzubauen. Nach Informationen der "Times of Israel" wollten an dem Marsch acht Minister und Ministerinnen teilnehmen, unter anderem der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir (50) und Finanzminister Bezalel Smotrich (46).

Smotrich hatte bereits im März erklärt, die Vorbereitungen für drei israelische Siedlungen im Gazastreifen seien abgeschlossen. Er hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) und Verteidigungsminister Israel Katz (70) danach vergeblich aufgefordert, die Pläne umzusetzen. Israels Politik befindet sich gerade im Wahlkampf vor der für Ende Oktober geplanten Parlamentswahl.

Rechte israelische Politiker wollen mit ihren Anhängern durch den Gazastreifen marschieren. (Archivbild)
Rechte israelische Politiker wollen mit ihren Anhängern durch den Gazastreifen marschieren. (Archivbild)  © Leo Correa/AP/dpa

19. Juli, 11.42 Uhr: Libanesischer Soldat getötet - mutmaßlicher Sprengsatz der Hisbollah

Im südlichen Libanon ist ein Soldat der staatlichen Armee bei der Explosion eines Sprengsatzes getötet worden.

Ein "verdächtiges Objekt" sei in einem Militärfahrzeug explodiert, teilte die Armee mit. Die israelische Armee, die in dem Gebiet mit Bodentruppen im Einsatz ist, teilte mit, der Sprengsatz sei "höchstwahrscheinlich" von der Hisbollah gelegt worden. Israelische Soldaten seien in dem Ort al-Mansuri nahe der Küstenstadt Tyrus in letzter Zeit nicht im Einsatz gewesen. Die Hisbollah äußerte sich nicht.

Im Süden Libanons ist ein Sprengsatz in einem Militärfahrzeug explodiert.
Im Süden Libanons ist ein Sprengsatz in einem Militärfahrzeug explodiert.  © Hassan Ammar/AP/dpa

19. Juli, 7.14 Uhr: Bisher 16 tote US-Soldaten

Es war das erste Mal seit den Anfangstagen des Iran-Krieges, den die USA und Israel am 28. Februar gemeinsam begonnen hatten, dass das US-Militär wieder Tote durch iranischen Beschuss meldete.

Die beiden Soldaten seien am Freitag in Jordanien ums Leben gekommen, als sich die US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte Centcom mit. Ein weiterer Soldat werde noch vermisst. Die offiziell bekannte Zahl der im Krieg gegen den Iran gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16.

Der Iran habe sich auf die US-Abwehrsysteme eingestellt und feuere Raketen ab, die mit extrem hoher Geschwindigkeit fliegen und während ihres Sturzflugs manövrieren könnten, zitierte das "Wall Street Journal" US-Beamte. Die Fähigkeit des Irans, empfindliche Ziele zu treffen, schüre Befürchtungen, dass Teheran bei der Zielerfassung Unterstützung aus China oder Russland erhält.

18. Juli, 19.42 Uhr: Zwei weitere US-Soldaten im Iran-Krieg getötet

Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg sind nach Angaben des US-Militärs zwei US-Soldaten getötet worden.

Sie seien am Freitag bei einem Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.

18. Juli, 17.25 Uhr: Iran setzt Rahmenabkommen mit den USA aus

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran hat nach Ansicht der Regierung in Teheran keinen Bestand mehr. Man habe das Abkommen ausgesetzt, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars. "Wir sind mit der Verteidigung des Landes beschäftigt", zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview.

"Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen", führte Gharibabadi weiter aus. Das sei der Grund gewesen, warum auch der Iran sich nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.

US-Präsident Donald Trump (80) steht nach dem Platzen des Rahmenabkommens wieder bei Null mit dem Iran.
US-Präsident Donald Trump (80) steht nach dem Platzen des Rahmenabkommens wieder bei Null mit dem Iran.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

18. Juli, 14.18 Uhr: 50 Tote nach jüngsten US-Angriffen

Seit der neuen Eskalation am Persischen Golf sind im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen.

Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Hossein Kermanpur, auf X schrieb. Dem Sprecher zufolge wurden 460 Personen bereits aus dem Krankenhaus entlassen, während sich 37 weiterhin in stationärer Behandlung befinden. Die Regierung berichtet in der Regel nur über zivile Opfer. Über Verluste unter den Streitkräften gibt es keine offiziellen Daten.

Das US-Militär hat vor allem die südlichen Küstenprovinzen Irans angegriffen. Alleine in der südwestlichen, ölreichen Industrieprovinz Chusestan registrierten die Behörden in den vergangenen 10 Tagen Angriffe auf 95 Orte, wie die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete.

Laut iranischen Angaben starben infolge der jüngsten US-Angriffe mindestens 50 Menschen. (Symbolbild)
Laut iranischen Angaben starben infolge der jüngsten US-Angriffe mindestens 50 Menschen. (Symbolbild)  © Seaman Daniel Kimmelman/US Navy/AP/dpa

18. Juli, 13.02 Uhr: Streit über weitere US-Tankflugzeuge in Israel abgewendet

Der Streit über die Stationierung weiterer US-Tankflugzeuge auf dem israelischen Großflughafen Ben Gurion bei Tel Aviv ist Berichten zufolge beigelegt.

Israelischen Medien meldeten unter Berufung auf die Armee, dass die zusätzlichen US-Flugzeuge nicht auf dem internationalen Flughafen, sondern auf Stützpunkten der israelischen Luftwaffe stationiert werden sollen.

Zuvor hatten bereits in Israel stationierte US-Tankflugzeuge für Engpässe auf dem Flughafen Ben Gurion gesorgt. Nach Angaben der "Jerusalem Post" kann der Flughafen nur noch ein Drittel seiner Kapazität für den zivilen Flugverkehr nutzen. Die israelische Flughafenbehörde hatte deshalb gewarnt, dass im Fall weiterer Stationierungen bis zu 50.000 Flugtickets in der Hauptreisezeit im Sommer storniert werden könnten. Verkehrsministerin Miri Regev wies daraufhin die Flughafenbehörde an, keine Landungen von Tankflugzeugen über die vereinbarte Anzahl hinaus zuzulassen.

Auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv hätten weitere US-Tankflugzeuge möglicherweise für Einschränkungen um Flugverkehr gesorgt.
Auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv hätten weitere US-Tankflugzeuge möglicherweise für Einschränkungen um Flugverkehr gesorgt.  © Gil Cohen-Magen/dpa

18. Juli, 11.56 Uhr: Kuwait meldet Angriff auf Elektrizitätswerk

Nach iranischen Angriffen auf mit den USA verbündete Golfstaaten hat Kuwait einen Schaden an einer Anlage zur Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung gemeldet.

Diese sei Ziel eines feindlichen Angriffs geworden, teilte das Ministerium für Elektrizität mit. In einem Teil der Einrichtung sei ein Feuer ausgebrochen, mehrere Generatoren seien daher vorsorglich abgeschaltet worden. Es handele sich bereits um das zweite Werk dieser Art, das binnen zwei Tagen in Kuwait attackiert worden sei.

Das Ministerium rief die Bevölkerung dazu auf, in dieser "außergewöhnlichen Phase" sparsam mit Strom umzugehen. Die Angriffe fallen mitten in den Sommer, wenn Klimaanlagen in Kuwait unverzichtbar sind. Zuvor hatte die kuwaitische Armee gemeldet, mehrere aus dem Iran kommende Raketen und Drohnen abgefangen zu haben.

18. Juli, 10.58 Uhr: Revolutionsgarden rufen Jordanier zum Kampf gegen USA auf

Die iranischen Revolutionsgarden haben die Bewohner im mehrheitlich muslimischen Jordanien zum Kampf gegen die USA aufgefordert.

"Eure religiöse und menschliche Pflicht besteht darin, sie mit allen Mitteln außer Gefecht zu setzen und das heilige Land Jordanien von den Mördern unterdrückter Muslime zu säubern", hieß es in einer von iranischen Medien verbreiteten Erklärung der mächtigen Militärorganisation.

Titelfoto: Vahid Salemi/AP/dpa

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