Nahost-Konflikt: USA und Iran verhandeln bei UN in New York

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Nahost - Erstmals seit Monaten sind Vertreter der Kriegsparteien USA und Iran wieder zu Verhandlungen zusammengekommen.

US-Präsident Donald Trump (80) hält im Hauptquartier der Vereinten Nationen eine Rede während der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen.
US-Präsident Donald Trump (80) hält im Hauptquartier der Vereinten Nationen eine Rede während der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen.  © Seth Wenig/AP/dpa

Der Austausch am Rande der UN-Generalversammlung in New York sei "sehr gut" gelaufen und habe drei Stunden gedauert, sagte US-Präsident Donald Trump (80) am Dienstag vor Reportern.

Iranische Staatsmedien bestätigten die Verhandlungen. Heute sollte auch Irans Präsident Massud Peseschkian (71) vor den Vereinten Nationen in der Ostküstenmetropole sprechen.

Dort dürfte auch der seit mehr als viereinhalb Jahren andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine in den Fokus rücken.

Mutter sorgt sich, wie es Sohn am ersten Schultag geht: Was sie dann mit ansehen muss, bricht ihr Herz in tausend Teile
Aus aller Welt Mutter sorgt sich, wie es Sohn am ersten Schultag geht: Was sie dann mit ansehen muss, bricht ihr Herz in tausend Teile

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sollte an einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats teilnehmen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt finden Sie hier im TAG24 -Newsticker.

23. September, 6.14 Uhr: China soll wegen angespannter Lage in Straße von Hormus Druck machen

Nach einem pompösen Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking im Mai folgt nun die Gegenvisite: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping traf in Washington ein. Auch über die Lage ihn Nahost wurde gesprochen. Die Lage in der Straße von Hormus lässt die Preise für Öl und Gas steigen.

China ist der mit Abstand größte Käufer iranischen Öls und ein wichtiger politischer Partner Teherans. Washington will über Chinas finanzielle Verbindungen zum Iran sprechen und hofft auf chinesischen Druck mit Blick auf die wichtige Handelsroute.

Peking fordert beide Seiten auf, zu der im Juni vereinbarten Rahmenvereinbarung zurückzukehren und die Gespräche wiederaufzunehmen. Wie weit Xi tatsächlich Druck auf Teheran ausüben will, ist jedoch offen. Gerade erst verhinderten China und Russland im UN-Sicherheitsrat eine Verlängerung des Mandats unabhängiger Experten zur Überwachung der internationalen Iran-Sanktionen.

US-Präsident Donald Trump (80, l.) und der chinesische Präsident Xi Jinping (73) nehmen an einer Begrüßungszeremonie in der Großen Halle des Volkes teil. (Archivbild)
US-Präsident Donald Trump (80, l.) und der chinesische Präsident Xi Jinping (73) nehmen an einer Begrüßungszeremonie in der Großen Halle des Volkes teil. (Archivbild)  © Maxim Shemetov/Pool Reuters/AP/dpa

23. September, 6.09 Uhr: Gegenseitige Drohungen reißen nicht ab

Bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen skizzierte Trump zwei mögliche Optionen für den weiteren Verlauf des Konflikts: Ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden.

Oder die Vernichtung der Islamischen Republik, um dem Iran "niemals wieder die Chance zu geben, Menschen zu töten und Länder zu zerstören". Wähle der Iran den Krieg, lande die Republik in der "Hölle, ohne Überlebenschance und ohne Hoffnung auf zukünftige Größe oder nachfolgende Generationen".

Der iranische Generalstab sprach nach Trumps Rede von "feindseligen Äußerungen und Drohungen". Diese seien lediglich ein "Instrument der innenpolitischen Propaganda", hieß es in einer in Staatsmedien veröffentlichten Mitteilung. Man sei zu noch härteren Schlägen bereit.

23. September, 6.07 Uhr: Letzte Gesprächsrunde liegt Monate zurück

Der Iran-Krieg galt zuletzt als festgefahren - Gesprächsrunden zwischen den USA gab es länger nicht mehr. Anfang Juli trafen sich Vertreter der USA und des Irans in Doha getrennt voneinander mit Vermittlern aus Katar und Pakistan zu indirekten Gesprächen. Zuvor hatten sich im Juni Vertreter aus den USA und dem Iran in der Schweiz getroffen, inklusive US-Vizepräsident JD Vance.

Die USA und der Iran hatten sich kurz zuvor auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs geeinigt, der Ende Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen begonnen hatte. Angesichts fortdauernder Spannungen fiel das Rahmenabkommen allerdings schnell in sich zusammen.

Ein zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran - die Kontrolle der für den internationalen Öl- und Flüssiggashandel wichtigen Straße von Hormus - ist nach wie vor ungelöst.

23. September, 6.04 Uhr: Neue Bewegung in Bemühungen zum Ende des Iran-Kriegs?

An den Verhandlungen mit den iranischen Vertretern nahmen laut Trump sein Unterhändler Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner teil.

Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht mitgeteilt. Witkoff selbst sprach auf der Plattform X von einer Gesprächsrunde, die über Vermittler stattgefunden habe. Man hoffe, dass sich diese als konstruktiv erweisen werde - die Vermittler würden ihre Arbeit fortsetzen.

Iranische Staatsmedien hoben hervor, das Gespräch habe auf Bitten Witkoffs stattgefunden. Den USA seien unter anderem von Außenminister Abbas Araghtschi die Bedingungen für eine Öffnung der Straße von Hormus kommuniziert worden. Dazu zählen die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Auszahlung aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte sowie die Beendigung des Kriegs an allen Fronten, wie der staatliche Sender Irib berichtete.

Die "New York Times" nannte unter Berufung auf zwei iranische Beamte Pakistan und Katar als Vermittler der neuen Gesprächsrunde. Die beiden Staaten hätten sich intensiv für eine Rückkehr zur Diplomatie eingesetzt. Trump stellte vor Reportern eine baldige Fortsetzung der Gespräche in Aussicht - nannte aber keine Details.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63).  © Hadi Mizban/AP/dpa

22. September, 22.16 Uhr: Macron kritisiert Lage in Gaza als beschämend

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (48) hat die Situation im Gazastreifen heftig kritisiert. "Sollten wir dieses Schauspiel betrachten, das uns alle beschämt? Niemals", sagte er bei der UN-Generaldebatte in New York.

Mancher würde sich mit Blick auf den Gazastreifen eines angeblichen Friedens rühmen. "Aber dieser Frieden hat nicht eine Sekunde lang die humanitären Korridore wieder geöffnet."

Kritik äußerte Macron auch an der Lage im Westjordanland. Täglich würden dort Verstöße verübt, dabei habe die Hamas dort nicht gewütet. Es gehe auch um die Bedingungen für Sicherheit für Israel.

"Aber alle die, die vorgeben, dass die Sicherheit Israels über die Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn entsteht, begehen einen fatalen Fehler." Vielmehr schwächten sie die Sicherheit des Landes, auch für die Zukunft.

Mit scharfen Worten kritisiert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) die Lage im Gazastreifen.
Mit scharfen Worten kritisiert Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) die Lage im Gazastreifen.  © Seth Wenig/AP/dpa

22. September, 17.34 Uhr: Iranische Raketen hätten laut US-Präsident Trump Europa erreichen können

US-Präsident Donald Trump hat sich gerühmt, Europa vor iranischen Raketen bewahrt zu haben. Der Iran habe eine Rakete entwickelt, "die Europa erreichen konnte, und sie waren sehr stolz darauf", sagte Trump in seiner Rede bei der UN-Vollversammlung in New York.

Er hoffe, die Europäer hätten erkannt, dass Irans Ziel darin bestanden habe, "seinen irrwitzigen Wettlauf zur Atombombe zu vollenden". "Wenn sie Erfolg gehabt hätten, wäre dieses verbrecherische Regime für immer in der Lage gewesen, Terror und Tod zu verbreiten", sagte Trump, der die Angriffe auf den Iran verteidigte.

Bei der Operation "Midnight Hammer" im Juni 2025 habe das US-Militär Irans Atomprogramm vollständig zerstört.

22. September, 13.54 Uhr: Israel droht mit Räumung Gazas im Falle neuer Entführung

Der israelische Verteidigungsminister hat mit der Räumung der ganzen Stadt Gaza gedroht, sollte erneut ein israelischer Staatsbürger in das Palästinensergebiet entführt werden.

Es gebe aktuell entsprechende Absichten und Geheimdienstinformationen dazu, sagte Israel Katz bei einer Gedenkveranstaltung für Soldaten, die im Jom-Kippur-Krieg 1973 getötet worden waren. Katz nannte dazu keine weiteren Details.

Er warne die islamistische Terrororganisation Hamas und ihre Unterstützer, sagte Katz und nannte dabei den Iran und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

"Sollte auch nur ein israelischer Soldat oder Zivilist entführt werden, wird die gesamte Stadt Gaza mit ihren Häusern und Terrortürmen und ihrer Million Einwohner nach Süden evakuiert", sagte Katz. Dabei werde Israel wieder ähnlich vorgehen wie bereits im Gaza-Krieg, warnte er.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, israelische Soldaten im Gazastreifen seien zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen worden, weil die Hamas versuchen könnte, auf eine Serie gezielter Tötungen hochrangiger Mitglieder der Organisation zu reagieren. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

22. September, 13.50 Uhr: Iran stellt neuen diplomatischen Anlauf in Aussicht

Im Konflikt mit den USA hat die iranische Führung abermals Verhandlungen in Aussicht gestellt.

"Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften", sagte Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf laut iranischen Medienberichten in Teheran.

Ghalibaf, der als konservativer Pragmatiker gilt, machte damit vorsichtige Andeutungen für diplomatische Bemühungen in der festgefahrenen Konfrontation mit Washington. Seit Wochen gibt es keine Anzeichen für ein Ende des Iran-Kriegs. Hardliner der iranischen Staatsführung hatten sich zuletzt selbstbewusst gezeigt und auch eine militärische Eskalation in Kauf genommen.

Ghalibaf signalisierte allerdings keine Bereitschaft zu schnellen Zugeständnissen. An US-Präsident Donald Trump gerichtet sagte der iranische Chef-Unterhändler: "Er muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den Streitkräften seine Macht nicht aufzwingen kann."

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf.  © Vahid Salemi/AP/dpa

22. September, 10.14 Uhr: Iran beschlagnahmt Vermögen von Hunderten Regierungsgegnern

Im Zuge ihrer Kampagne gegen Regierungskritiker hat die iranische Justiz Vermögen und Eigentum von fast 400 Menschen beschlagnahmt. Insgesamt sei ihnen der Zugriff auf 2191 Konten und 39 Fahrzeuge entzogen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt Teheran.

Die Justiz begründete den Schritt damit, gegen angebliche Staatsfeinde vorzugehen. So sollen die Betroffenen mit dem Feind und "konterrevolutionären Kräften" kooperiert haben. In welchem Zeitraum die Staatsanwaltschaft gegen die Kritiker vorgegangen ist, war zunächst nicht bekannt. Zuvor sollen Regierungsgegnern bereits 143 Immobilien entzogen worden sein.

Zu den Identitäten gab es keine genauen Angaben. In dem Bericht bei Tasnim hieß es jedoch, auch Medienschaffende seien betroffen gewesen, die für Exil-Portale arbeiteten. Außerdem sei Vermögen von "Aktivisten und Betreibern feindlich gesinnter Medien" sowie "verräterischen Persönlichkeiten" im Ausland beschlagnahmt worden.

22. September, 6.04 Uhr: Iran muss laut G7-Runde Unterstützung der Huthi beenden

Die G7-Staaten riefen die Huthi auf, sämtliche Angriffe, sonstige Militäraktionen und Drohungen gegen die zivile Schifffahrt "sofort einzustellen".

Der Iran wurde außerdem befohlen, der Miliz keine Waffen mehr zu liefern und sie auch sonst nicht zu unterstützen. Zugleich sprach die G7-Runde der international anerkannten Regierung des Jemen und Saudi-Arabiens die "volle Solidarität" aus. Zuvor hatte bereits der UN-Sicherheitsrat die Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien verurteilt.

Die Huthi-Miliz hatte den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 überrannt und kontrolliert dort inzwischen große Gebiete. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung und führt dazu ein Militärbündnis im Jemen an.

Titelfoto: Seth Wenig/AP/dpa

Mehr zum Thema Iran: