Bootsunglücke im Mittelmeer: Retter finden zehn Leichen, 50 Menschen vermisst

Roccella Ionica (Italien) - Im Mittelmeer gibt es erneut Bootsunglücke mit Migranten.

In der Nacht zum heutigen Montag sei ein Segelboot vor der Küste Italiens gekentert.
In der Nacht zum heutigen Montag sei ein Segelboot vor der Küste Italiens gekentert.  © Valeria Ferraro/AP/dpa

In der Nacht zum heutigen Montag sei ein Segelboot mit Dutzenden Menschen an Bord vor der Küste der süditalienischen Region Kalabrien gekentert, teilte die Küstenwache mit.

Wie die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Überlebende des Unglücks meldete, werden rund 50 Menschen vermisst. Die Küstenwache machte keine Angaben zur Zahl der Vermissten, bestätigte lediglich die Suche nach möglichen Vermissten.

Ein Handelsschiff in der Nähe kam dem Migrantenboot in Seenot zu Hilfe und nahm zwölf Menschen aus dem halb gesunkenen Boot an Bord, wie die Küstenwache mitteilte.

Im Luxushotel gestorben: Mysteriöser Tod von sechs Gästen geklärt?
Aus aller Welt Im Luxushotel gestorben: Mysteriöser Tod von sechs Gästen geklärt?

Die Menschen wurden daraufhin der Küstenwache übergeben und zum Hafen der kalabrischen Stadt Roccella Ionica gebracht.

Einer der zwölf geretteten Menschen verstarb

Die Geretteten wurden von der italienischen Küstenwache versorgt.
Die Geretteten wurden von der italienischen Küstenwache versorgt.  © Valeria Ferraro/AP/dpa

Nach Angaben der Küstenwache starb einer der zwölf geretteten Menschen kurz nach der Ankunft. An der Suche in dem Gebiet sind demnach die Küstenwache sowie Einsatzkräfte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex beteiligt.

Das Migrantenboot war vermutlich von der Türkei aus gestartet. Immer wieder versuchen Menschen, mit Booten über das zentrale Mittelmeer nach Lampedusa, Malta, Sizilien oder auf das italienische Festland zu gelangen. Dabei kommt es mitunter zu Bootsunglücken mit Toten und Vermissten.

In derselben Nacht kam es vor Lampedusa zu einem weiten Unglück.

Seenotretter entdecken zehn Leichen auf Migrantenboot vor Lampedusa

Mitglieder der Besatzung des deutschen Motorsegelschiffs "Nadir" legen mit einer Axt den Weg zum Unterdeck eines Migrantenbootes im Mittelmeer frei.
Mitglieder der Besatzung des deutschen Motorsegelschiffs "Nadir" legen mit einer Axt den Weg zum Unterdeck eines Migrantenbootes im Mittelmeer frei.  © Eleana Elefante/Resqship/dpa

Die deutsche Hilfsorganisation Resqship hat nach eigenen Angaben auf einem Migrantenboot vor der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa zehn Leichen entdeckt.

Die Crew des Motorsegelschiffs "Nadir" fand in der Nacht zum Montag südlich der kleinen Insel ein Holzboot in Seenot mit 61 Menschen an Bord vor, wie die NGO mitteilte. Demnach nahm die Besatzung zunächst die Menschen auf dem Oberdeck an Bord der "Nadir", im Unterdeck entdeckte sie dann die zehn Leichen sowie zwei Bewusstlose.

Nach Angaben von Resqship sind die zehn Menschen im Unterdeck als Folge von Benzingasen erstickt oder ohnmächtig im vollgelaufenen Schiffsrumpf ertrunken. Um dort an einen der beiden Bewusstlosen zu gelangen, musste die Crew mit einer Axt das Deck öffnen, da das Boot zu sinken drohte.

Nach der Rettungsaktion wurden die 51 überlebenden Menschen der italienischen Küstenwache übergeben. Die "Nadir" schleppte das Holzboot mit den Leichen der zehn jungen Männer an Bord in Richtung Lampedusa.

Erstmeldung vom 17. Juni, 16.25 Uhr; zuletzt aktualisiert um 16.56 Uhr

Titelfoto: Fotomontage: Eleana Elefante/Resqship/dpa//Valeria Ferraro/AP/dpa

Mehr zum Thema Italien: