Mit 100 km/h in Menschenmenge gerast: Zwei Frauen verlieren ihre Beine! Auch Deutsche betroffen
Modena (Italien) - Nachdem ein Mann am Samstag mit seinem Auto in der norditalienischen Stadt Modena in eine Menschenmenge gefahren war, befinden sich vier der acht Verletzten immer noch in einem kritischen Zustand. Wie bekannt geworden ist, befindet sich auch eine Deutsche unter den Opfern.
Mitten in Modena spielten sich die schrecklichen Szenen ab. Mit gut 100 km/h soll der Täter mit seinem Citroën in eine Gruppe von Fußgängern gerast sein, wie der italienische Fernsehsender "Rai" berichtet.
Acht Menschen werden bei der Tat verletzt, zwei von ihnen so schlimm, dass ihnen die Beine amputiert werden mussten, wie "La Repubblica" weiter berichtet.
Dabei soll es sich um eine 69 Jahre alte Frau und eine 53-Jährige handeln, die beide nach den Operationen in kritischem Zustand verbleiben. Beide Frauen seien als Touristinnen in der Stadt unterwegs gewesen.
Eine 55-jährige Frau, die ebenfalls von dem Auto erwischt wurde, liege im Krankenhaus Maggiore und schwebe noch immer in Lebensgefahr. Der vierte Schwerverletzte soll Verletzungen im Gesicht erlitten haben.
"Mein Bruder wurde von dem Auto erfasst. Er gehörte zu den allerersten, die niedergemäht wurden", erzählt ein Angehöriger eines der Opfer gegenüber "La Repubblica". "Er erinnert sich an alles. Er wurde in die Luft geschleudert und sah, wie Menschen zur Seite sprangen."
Täter soll unter einer schizoiden Persönlichkeitsstörung leiden
Nach der Fahrt war der Täter zunächst geflohen, mehrere Passanten, darunter Luca Signorelli, verfolgten und überwältigten ihn.
"Ich war mir des Risikos bewusst – der Gefahr, der ich mich aussetzte –, doch es war eine Tat aus Pflichtgefühl", äußerte sich Signorelli später gegenüber "Corrier TV". "Nachdem ich ihn gestoppt hatte, wechselten wir nicht viele Worte. Er lallte irgendetwas vor sich hin – er sprach zwar Italienisch, doch man konnte einen ausländischen Akzent heraushören."
Bei dem Täter soll es sich ersten Erkenntnissen zufolge um den 31-jährigen Salim El Koudri handeln. Er soll in Bergamo geboren worden sein und marokkanische Wurzeln haben.
Salim El Koudri soll mutmaßlich an einer schizoiden Persönlichkeitsstörung leiden, bis vor zwei Jahren sei er noch in psychologischer Behandlung gewesen.
Hinweise auf eine Radikalisierung fanden die Ermittler laut "La Repubblica" nicht. Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Tat auf psychische Probleme zurückzuführen ist.
Titelfoto: Bildmontage: GIORGIA BASSOLI / AFP / - / AFP

