Italien - Sommer, Sonne satt und Strand. Für viele klingt das nach einem perfekten Urlaub. Doch in der italienischen Region Apulien geht Strandbetreibern eine Sache gehörig gegen den Strich. Ein Verbot wird diskutiert. Ein Verbot, was bei den Betreibern die Kassen klingeln lassen und bei Besuchen die Bäuche knurren lassen wird.
Konkret geht es um ein Verbot Essen mit an den Strand zu nehmen. Betreiber von Stränden in der Region Apulien möchten das Mitbringen von Speisen "erschweren oder sogar verbieten", heißt es in einem Bericht von "Südtirol News".
Ziel der Beschränkung ist es, dass Bars und Restaurants an den Promenaden wieder mehr Umsatz machen. Anstelle sich ein belegtes Brot zum Mittag zu genehmigen, sollen Badegäste – zumindest aus der Sicht der Strandbetreiber – lieber in Restaurants gehen und dort etwas bestellen. Ein Strandurlaub mit der Familie kann so schnell ins Geld gehen.
Auch die Verbraucherverbände haben sich gegen das Verbot ausgesprochen. Bereits in den vergangenen Jahren sind laut dem Verbraucherschutzverein "Adoc" die Preise für Strandliegen und Sonnenschirme um ganze 25 Prozent gestiegen. Wenn jetzt auch noch das Essen in teuren Strandrestaurants dazukommt, wird der eigentlich so erschwingliche Strandurlaub schnell unbezahlbar.
Eine Woche am Strand könnte also schon bald zum Luxus werden, den sich nicht jeder leisten kann.
Vom Verbot selbst sind jedoch keinesfalls nur Touristen betroffen. Auch Einheimische leiden unter den rapiden Preissteigerungen.
Zweifache Mutter schildert ihre Erfahrung seit der neuen Regel
So berichtet die italienische Tageszeitung "Corriere della Sera" von Rosaria, einer 35-jährigen, zweifachen Mutter, die die neuen Auflagen am eigenen Leib zu spüren bekommt
Sie erzählt: "An unserem Strand ist es bereits Verboten, Essen von zu Hause mitzubringen und zu verzehren. Aber mit zwei Kindern kann ich es mir nicht leisten, jeden Tag Brötchen an der Bar zu kaufen oder im Restaurant des Strandbads zu Mittag zu essen. Ein Brötchen kostet 5 Euro: Für vier Personen sind das schon 20 Euro, dazu kommen noch die Getränke und vielleicht ein Eis."
Um das Verbot zu umgehen, bereitet sie die Brote bereits am Morgen vor und versteckt sie anschließend weit unten in ihrer Strandtasche. Wenn dann der Mittagshunger kommt, unternimmt sie mir ihren beiden Kindern einen Spaziergang am Strand, um währenddessen zu essen.
Auch in der Politik wird derzeit über die Verbote debattiert. Und obwohl sich die Regierung eigentlich klar gegen die Regulierung von mitgebrachten Speisen und Getränken ausspricht, widersetzen sich dutzende Strandbetreiber und gehen trotzdem gegen die Lunchpakete vor.