War alles ganz anders? Neue Details zum tödlichen Wolfsangriff auf Familienhündin Destiny
Lucca (Italien) - Der tödliche Wolfsangriff auf die Familienhündin Destiny, die sich schützend vor einen zweijährigen Jungen gestellt haben soll, hat über die italienische Landesgrenze hinaus für Aufsehen gesorgt. Doch wie sich nun herausstellt, soll sich der Vorfall ganz anders abgespielt haben.
Mitte der Woche war die heldenhafte Tat der Mischlingshündin publik geworden. Demnach hatte sich ein Wolf während eines Grillabends einer italienischen Familie auf deren Grundstück geschlichen und dabei den zweijährigen Sohn bedroht. Hündin Destiny war dazwischengegangen und hatte dies mit ihrem Leben bezahlt.
Nun werden Stimmen laut, dass alles ganz anders gewesen sein soll. Wie der Bürgermeister der Gemeinde Camaiore gegenüber dem italienischen Fernsehen sagte, wurde der Wolf mutmaßlich von dem Grillgeruch angezogen. Doch weder das Kind noch ein anderes Familienmitglied sei jemals in Gefahr gewesen.
Auch die Berichte der italienischen Behörden decken sich mit dieser Aussage. Beamte hatten nach dem Vorfall eine Taskforce gebildet, um die Situation zu rekonstruieren, wie "La Stampa" berichtet.
Ihren Erkenntnissen zufolge soll sich die gesamte Familie während des Angriffs auf ihre Hündin im Haus befunden haben. Zuvor hieß es, der Junge habe allein im Garten gespielt. "Die Personen befanden sich im Inneren des Gebäudes und außerhalb des Sichtfelds des Tieres, daher ist jegliches Interesse des Wildtiers an den Menschen auszuschließen", heißt es in dem Bericht.
Tierschutzorganisation übt Kritik an Umgang mit Wolfsangriff
Destiny habe sich hingegen allein auf dem zaunlosen Grundstück aufgehalten und sei ihrem natürlichen Instinkt nachgekommen, ihr Zuhause zu beschützen. Daraufhin kam es zum Kampf, der Destiny das Leben kostete.
Die italienische Tierschutzorganisation "Io sto con i lupi" meldete sich zum Umgang der Verbreitung des Angriffs in den Medien kritisch zu Wort. Ihrer Meinung nach wurde der Vorfall ohne angemessene Überprüfung weiter verbreitet, wodurch Forderungen nach immer extremeren Maßnahmen gegen den Wolf geschürt wurden.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa
