Jeff Bezos Mega-Yacht hat Werft verlassen

Rotterdam (Niederlande) - Monatelang gab es Streit um die Mega-Yacht von Amazon-Gründer Jeff Bezos (58). Das Schiff war fast fertig, konnte die Werft aber nicht verlassen – die dreimastige Segelyacht war schlicht zu groß. Eine historische Brücke hätte extra für die Durchfahrt abgerissen werden müssen, dagegen wehrten sich viele Menschen. Jetzt gab es offenbar eine Lösung.

Die Werft hat Erfahrung bei Luxus-Segel-Yachten. Bereits 2018 wurde die Black Pearl an einen russischen Oligarchen ausgeliefert.
Die Werft hat Erfahrung bei Luxus-Segel-Yachten. Bereits 2018 wurde die Black Pearl an einen russischen Oligarchen ausgeliefert.  © PR/Oceanco

127 Meter ist die Yacht mit dem vorläufigen Namen "Y721" lang, mehr als 430 Millionen Euro soll das Schiff gekostet haben. Der Clou: Die Mega-Yacht kommt ohne Treibstoff aus, ist Co2-neutral. Denn sie ist ausgestattet mit drei gigantischen Segelmasten.

Doch genau das wurde zum Problem. Denn mit den drei Masten wäre die Yacht viel zu hoch, um von der Oceanco-Werft bei Rotterdam zur nahegelegenen Nordsee schippern zu können. Die historische Koningshaven-Brücke, in der Innenstadt Rotterdams wäre im Weg gewesen.

Also einigte sich die Werft mit der Stadtverwaltung auf eine Lösung. Die Stahlbrücke aus den 1920er Jahre sollte vorübergehend abgebaut werden, nach Auslieferung der Yacht wäre sie wieder an selber Stelle aufgebaut worden.

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Doch gegen die Pläne gab es erbitterten Widerstand, wie unter anderem "Der Spiegel" berichtet. Viele Bürger Rotterdams gingen auf die Barrikaden, drohten gar die Yacht mit Eiern zu bewerfen, sollte die Brücke abgebaut werden.

Die Medien berichteten breit, der Fall beschäftigte viele Niederländer und die Werft nahm schließlich Abstand von den Plänen.

Amazon-Milliardär Jeff Bezos (58) und seine Freundin Lauren Sanchez (52) warten sehnsüchtig auf ihr neues Spielzeug. Er soll die 127-Meter-Mega-Yacht bereits vor Jahren bestellt haben.
Amazon-Milliardär Jeff Bezos (58) und seine Freundin Lauren Sanchez (52) warten sehnsüchtig auf ihr neues Spielzeug. Er soll die 127-Meter-Mega-Yacht bereits vor Jahren bestellt haben.  © MICHAEL TRAN / AFP
Die historische Koningshaven-Brücke in der Innenstadt von Rotterdam. Die Einheimischen nennen sie liebevoll "De Hef".
Die historische Koningshaven-Brücke in der Innenstadt von Rotterdam. Die Einheimischen nennen sie liebevoll "De Hef".  © SEBASTIEN BOZON / AFP

Video: Ganz heimlich machte sich die "Y721" auf den Weg

Die "Y721" wird nun in einer anderen Werft fertig gebaut

Wann Bezos sein neues Spielzeug erhält, ist ein Geheimnis

Der Yacht fehlen noch die drei gigantischen Maste. In einer anderen Werft soll das 430-Millionen-Euro-Boot schließlich fertiggestellt werden.
Der Yacht fehlen noch die drei gigantischen Maste. In einer anderen Werft soll das 430-Millionen-Euro-Boot schließlich fertiggestellt werden.  © Guy Fleury/AP/dpa
Halbfertig verließ "Projekt Y721" schließlich die Oceanco-Werft bei Rotterdam.
Halbfertig verließ "Projekt Y721" schließlich die Oceanco-Werft bei Rotterdam.  © Guy Fleury/AP/dpa

Wochenlang passierte nichts, jetzt kam Bewegung in die Sache, wie "Der Spiegel" zuerst berichtete. In der Nacht zu Dienstag verließ die "Y721" ohne ihre drei Masten die Oceanco-Werft und wurde in die etwa 30 Kilometer entfernte Greenport-Werft geschleppt. Drei Stunden dauerte das. Dabei nahm man offenbar einen deutlichen Umweg in Kauf und umfuhr die Koningshaven-Brücke großzügig.

Yacht-Experte Hanco Bol, der bei der Überführung dabei war, vermutet, dass die Werft offenbar unschöne Bilder vermeiden wollte. "Als ich auf einer der Brücken stand, richteten sie einen Suchscheinwerfer auf mich, sodass es für mich nicht einfach war, Fotos zu machen", erklärte Bol. "Ich glaube, das war Absicht".

Am neuen Liegeplatz wird die Yacht wohl nun mit den Masten ausgestattet. Anschließend geht es aufs Meer für Tests. Für die Werft sei dieses Vorgehen deutlich aufwändiger, erklärt Bol.

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Wann Jeff Bezos sein neues Spielzeug erhalten wird und welchen Namen die "Y721" bekommen wird, ist nicht bekannt. Die Werft schweigt.

Titelfoto: Montage: PR/Oceano, SEBASTIEN BOZON / AFP, MICHAEL TRAN / AFP

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