Bluttat an Schule: Tote Killerin tauschte sich zuvor mit ChatGPT über Gewalt aus!

Von Anne Pollmann

Ottawa (Ontario, Kanada) - Etwa zwei Wochen nach den tödlichen Schüssen an einer Schule in Kanada werfen die Chatbot-Unterhaltungen der mutmaßlichen Täterin und der Umgang der Plattformbetreiber mit solchen Inhalten Fragen auf.

Anwohner umarmen sich, während sie Blumen an einer Gedenkstätte für die Opfer der Massenschießerei in Tumbler Ridge niederlegen.
Anwohner umarmen sich, während sie Blumen an einer Gedenkstätte für die Opfer der Massenschießerei in Tumbler Ridge niederlegen.  © Christinne Muschi/The Canadian Press/AP/dpa

Das leitende Sicherheitsteam des ChatGPT-Entwicklers OpenAI werde am Dienstag zu Gesprächen in Ottawa erwartet, sagte der kanadische Minister für Künstliche Intelligenz, Evan Solomon (57). 

Zuvor war bekanntgeworden, dass OpenAI das Konto der mittlerweile toten Tatverdächtigen im Juni gesperrt hatte, weil diese den KI-Chatbot zur "Förderung gewalttätiger Aktivitäten" missbraucht habe, berichtete der Sender CBC. Die Aktivitäten des Kontos hätten die Schwelle für eine Weiterleitung an die Strafverfolgungsbehörden aber nicht erreicht, zitierte der Sender aus einer Stellungnahme von OpenAI.

"Wir wollen ein besseres Verständnis dafür bekommen, was geschieht und wie OpenAI vorgeht", erklärte Minister Solomon.

11. Februar: Polizeibeamte sind in der Umgebung der Tumbler Ridge Secondary School unterwegs.
11. Februar: Polizeibeamte sind in der Umgebung der Tumbler Ridge Secondary School unterwegs.  © Jesse Boily/The Canadian Press via AP/dpa
Die mutmaßliche Täterin tauschte sich vor der Bluttat mit ChatGPT aus. (Symbolfoto)
Die mutmaßliche Täterin tauschte sich vor der Bluttat mit ChatGPT aus. (Symbolfoto)  © Hendrik Schmidt/dpa

Tödliche Gewalt im westkanadischen Ort Tumbler Ridge

Anfang Februar waren im westkanadischen Ort Tumbler Ridge acht Menschen getötet worden, sechs davon in einer Schule. Die mutmaßliche Täterin tötete sich selbst. Unter den Opfern waren Schülerinnen und Schüler, eine Lehrkraft sowie die Mutter und der Stiefbruder der mutmaßlichen Schützin. Laut Polizei war bekannt, dass die Verdächtige psychische Probleme hatte.

Es handelt sich laut kanadischen Medien um den schlimmsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in dem nordamerikanischen Land seit 1989.

Titelfoto: Fotomontage: Jesse Boily/The Canadian Press via AP/dpa//Hendrik Schmidt/dpa

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