Tödliche Schießerei erschüttert WM-Gastgeberland: Gab es ein Manifest?
Von Anne Pollmann, Sara Lemel, Marc Kalpidis
Montreal - Bei einem Schusswaffenvorfall im kanadischen Montreal sind drei Menschen getötet worden.
Neben einem Polizisten und einem Zivilisten sei auch der mutmaßliche Angreifer unter den Toten, teilte die Polizei mit. Außerdem gebe es zwei Verletzte, darunter eine Polizistin. Sie schwebe nicht mehr in Lebensgefahr.
Die Hintergründe seien noch offen, ein terroristisches Motiv werde ausgeschlossen.
Der Beamte sprach von einem "Albtraum", dessen Hintergründe noch offen seien. Er erwarte neue Erkenntnisse in den kommenden Stunden.
Die Polizei hatte zuvor um die Mittagszeit (Ortszeit) vor einem "bewaffneten und gefährlichen Verdächtigen" gewarnt und Bürger dazu aufgefordert, eine Gegend im Viertel Côte-des-Neige zu meiden. Die Polizei sei per Notruf verständigt worden und bei ihrer Ankunft unter Beschuss geraten, sagte der Beamte. Daraufhin rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten der Polizei an.
Der jüdische Rettungsdienst Zaka teilte mit, der Angriff habe sich in der Nähe eines Chabad-Zentrums zugetragen. Es könne sich um einen Anschlag handeln, hieß es. Die kanadische Polizei bestätigte dies zunächst nicht.
Verfasste der Täter vor der Tat ein Manifest?
Medienberichten zufolge soll der Täter eine Art Manifest verfasst haben. Das Dokument enthielt demnach hasserfüllte Sprache, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist – eine antifeministische Online-Community, die archaische Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative propagiert.
Eine Bestätigung der Sicherheitsbehörden gab es dafür zunächst nicht.
Erstmeldung: 22.06.2026, 22.06 Uhr; aktualisiert: 23.06.2026, 6.15 Uhr
Titelfoto: Christopher Katsarov/Canadian Press via ZUMA Press/dpa
