Blutbad bei Salsa-Festival: Zwei Menschen durch Schüsse getötet, mehrere verletzt
Toronto (Kanada) - Es sollte ein ausgelassenes Fest werden, endete aber in einer Tragödie: Bei einem Salsa-Festival im kanadischen Toronto sind am Samstagabend Schüsse gefallen. Zwei Menschen wurden getötet.
Mehrere weitere Personen sollen von Schüssen verletzt worden sein, wie die Polizei der Großstadt im Südosten Kanadas auf der Plattform X mitteilte.
Nach ersten Erkenntnissen hätten zwei Menschen am Samstag aufeinander geschossen. Am Tatort wurden demnach zwei Schusswaffen sichergestellt.
Die Polizei hatte zunächst von einem weiterhin aktiven Schützen gesprochen. Dies scheine jedoch nicht der Fall zu sein, sagte der stellvertretende Polizeichef Frank Barredo. Festnahmen habe es bislang nicht gegeben. Die Ermittler schlossen nicht aus, dass mehr als zwei Menschen an dem Schusswechsel beteiligt waren.
Den Angaben zufolge ereignete sich der Vorfall kurz nach 20 Uhr Ortszeit (2 Uhr MESZ/Sonntag) bei dem Festival "Salsa on St. Clair" in der Hafenstadt am Lake Ontario. Dort feierten Menschen mit lateinamerikanischer Musik auf der Straße.
Wie Barredo weiter erklärte, handelte es sich bei der Schießerei mutmaßlich um eine Abrechnung im kriminellen Milieu. Von der Schießerei sei eine große Gefahr für die mehr als 13.000 Besucherinnen und Besucher des Straßenfestivals ausgegangen. Darunter waren zahlreiche Familien mit Kindern und älteren Menschen.
Augenzeugen berichten von Schüssen und Panik der Besucher
Kanadas Regierungschef Mark Carney (61) erklärte im Onlinedienst X, er sei "entsetzt" über die Schüsse beim Salsa on St. Clair Festival. Seine Gedanken seien bei den Angehörigen der Getöteten. Zugleich dankte er den Polizisten und Rettungskräften, deren "Mut und schnelles Handeln eine noch größere Tragödie verhindert" habe.
Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow (69) zeigte sich "zutiefst erschüttert und wütend" über den "rücksichtslosen und unverantwortlichen Gewaltakt" inmitten des Festivals.
Ein Besucher sagte AFP, er habe die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. "Ich hatte Angst, ich bin gegangen", sagte Jason Ferda. Eine weitere Augenzeugin berichtete dem Fernsehsender CTV von Panik in der Menge. Plötzlich seien alle in Richtung der Bühne gelaufen, dann sei die Polizei gekommen und habe die Musik stoppen lassen.
Das Festival mit Musik, Künstlern und lateinamerikanischen Spezialitäten zieht laut der Webseite der Organisatoren jedes Jahr Hunderttausende Menschen auf die Straßen des Stadtteils Hillcrest Village. Die Polizei bleibe zunächst mit einem Großaufgebot weiter vor Ort, hieß es.
Erstmeldung von 10.45 Uhr. Aktualisiert um 11.34 Uhr
Titelfoto: Keito Newman/Canadian Press via ZUMA Press/dpa

