Junge Frau macht Freiwilligendienst in Afrika, danach adoptiert sie 14 Kinder

Iringa (Tansania) - Im Alter von nur 18 Jahren absolvierte die Britin Letty McMaster (26) einen Freiwilligendienst in Afrika. Dort traf sie auf zahlreiche Kinder, die sie schnell ins Herz schloss. Später adoptierte sie viele von ihnen.

Ihr Strahlen hat sie nie verlernt! Letty McMaster (26, links) gründete für obdachlose Kinder ein Heim in Iringa, Tansania.
Ihr Strahlen hat sie nie verlernt! Letty McMaster (26, links) gründete für obdachlose Kinder ein Heim in Iringa, Tansania.  © Facebook/Letty McMaster

Die Geschichte von McMaster klingt herzzerreißend schön. In jungen Jahren begab sich die Britin für ein paar Wochen in ein Waisenhaus nach Tansania in Afrika, berichtete sie der britischen The Sun.

Schnell schloss sie die dort ansässigen Kinder in ihr Herz. Statt einige Wochen blieb sie knapp drei Jahre vor Ort und unterstützte die Menschen, wo es nur ging. Ursprünglich wollte sie wieder zurück in ihr Heimatland England, um ihr Studium zu beginnen.

Doch vor Ort wurde der 18-Jährigen klar, dass sie dringend gebraucht wird. Einige der Kinder wurden von den Betreuern körperlich misshandelt und erhielten nur wenig Essen. Auch das Geld, das Touristen gesponsert haben sollen, wurde von dem Personal im Heim angeblich eingesteckt. 

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Um das zu ändern, opferte sich McMaster für die Verpflegung der jungen Menschen völlig auf.

Schließlich geschah etwas Tragisches: das Waisenhaus wurde geschlossen. 

Einige der Kinder, die McMaster kennengelernt hatte, sollten auf der Straße landen. Diesen Zustand konnte die junge Dame nicht ertragen. Sie nahm neun Jugendliche auf, die ohne sie obdachlos geworden wären.

Heute, mit inzwischen 26 Jahren, lebt sie mit insgesamt 14 Kindern zusammen und besitzt für alle das Sorgerecht. Sie hatte fünf weitere Kinder auf der Straße getroffen, die sie ebenfalls bei sich aufnahm. 

Viele der Waisenkinder sehen in der Britin Letty McMaster eine Elternfigur

Trotz all der vielen Arbeit unterstützt die 26-Jährige auch ihre Freunde, wie hier auf einer Hochzeitsfeier.
Trotz all der vielen Arbeit unterstützt die 26-Jährige auch ihre Freunde, wie hier auf einer Hochzeitsfeier.  © Facebook/Letty McMaster

"Ich bin die Elternfigur im Haus - einige der kleinen Jungen, die nie ein Elternteil hatten, sehen mich als ihre Mutter, aber die meisten sehen mich eher als große Schwester, da ich nicht so viel älter bin als einige von ihnen", berichtete die Britin.

"Ich bin genau wie jede Mutter, die Teenager großzieht - ich habe mich ihnen gegenüber verpflichtet und fühle mich einfach so gesegnet, zwei Familien zu haben!"

McMaster war schockiert über die Zustände, die in vielen Waisenhäusern in Afrika herrschten und noch immer herrschen. Oft wurden diese nur als Mittel zum Geldverdienen verwendet. Das Wohl der Kinder stand dabei stets im Hintergrund.

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Der Freiwilligendienst von vielen Reisenden oder all die Geldspenden hätten die Situation nur verschlimmert. Für die Britin gab es nur einen Ausweg: Sie musste die Sache selbst in die Hand nehmen! Als das Waisenhaus, in dem sie gearbeitet hatte, geschlossen wurde, gründete sie in Iringa ein eigenes Heim. Sie rief die Organisation "Street Children Iringa" ins Leben.

Das Leben der Kinder hat sich seit dem Einzug in McMasters Heim dramatisch verändert. Zuvor sollen sie nie in eine Schule gegangen sein. Einer ihrer Jungen, Eliah, wurde mitten im Winter auf der Straße gefunden, nachdem seine Mutter gestorben war, nur mit einem T-Shirt bekleidet. Er gehört jetzt zu den 20 besten Schülern seines Jahrgangs an seiner Schule.

Fred, 11 Jahre alt, hatte seit Tagen nichts gegessen, als er auf einer Müllkippe kauernd gesichtet wurde. Seit seinem Einzug ins Haus im Jahr 2019 wurde er in eine angesehene Fußball-Akademie aufgenommen.

Letty McMaster verzichtet auf ihr Privatleben, um den Kindern zu helfen

"Danke an alle, die Maggie unterstützt haben": Auf Facebook hält Letty McMaster die Follower auf dem neuesten Stand ihrer Schützlinge.
"Danke an alle, die Maggie unterstützt haben": Auf Facebook hält Letty McMaster die Follower auf dem neuesten Stand ihrer Schützlinge.  © Facebook/Letty McMaster

McMaster ist wahnsinnig stolz, wie sich die Kids entwickelt haben. "Seitdem sie einen Ort haben, den sie ihr Zuhause nennen können, haben sie sich alle in der Ausbildung und in jedem Aspekt ihres Lebens ausgezeichnet", erzählte sie. "Natürlich braucht es Zeit, um sich nach dem Straßenleben und traumatischen Erlebnissen einzugewöhnen, und es kann eine Weile dauern, bis sie sich in das Familienleben, die Routine eingelebt haben."

Doch das sei es wert, ist sie sich sicher. 

Sie möchte, dass sich alle Menschen in ihrem Heim wohlfühlen. Dank der Spenden für die Organisation können die Kosten für das Heim und das Essen sowie die medizinischen und pädagogischen Bedürfnisse gedeckt werden.

McMaster lebt neun Monate im Jahr mit den Kindern in Iringa und kommt für den Rest des Jahres nach Großbritannien, um durch gesponserte Veranstaltungen und einen jährlichen Wohltätigkeitsball Spenden zu sammeln.

Sie arbeitet oft lange 12-Stunden-Tage, schaffte es aber, ihren Abschluss in Entwicklungsstudien an der Universität SOAS in London zu machen. Zeit für Dates bleibt da nicht.

Doch das sei ihr im Moment auch nicht wichtig. 

"Wenn diese Kinder nicht auf den richtigen Weg geführt werden, geraten sie sehr oft in Banden, Drogengewalt und kriminelle Aktivitäten mit dem Risiko, ins Gefängnis zu kommen oder sogar zu sterben." Auf ihren Social Media Kanälen wie Instagram oder Facebook hält sie ihre Follower sowie Geldgeber auf dem Laufenden.

Titelfoto: Facebook/Letty McMaster

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