Marrakesch (Marokko) - Eine liebe Geste endet im Gefängnis: Nachdem ein Brite gefilmt hatte, wie er Kindern eine Freude machte, wurde er verhaftet.
Anfang März machte der 20-jährige Brite Sam Rushton mit seinem Bruder Urlaub in Marrakesch, Marokko. Bei einem Spaziergang durch die Straßen sah er zwei 15-jährige Teenager, die nach Geld bettelten, wie die Daily Mail berichtet.
Sam, der als Pfleger arbeitete, und die Jungs begannen ein Gespräch - zum Schluss fragte er, ob er den beiden etwas aus einem Geschäft kaufen solle. Der eine suchte sich Milchpulver aus, der andere Speiseöl.
Die Mutter des Helfenden erklärte: "Diese Begegnung muss Sam den ganzen Tag beschäftigt haben, denn später rief er mich an und sagte: 'Mama, welche 15-Jährigen wählen denn Milchpulver und Speiseöl?'"
Der Brite entschied sich, einen kleinen Spendenaufruf via Social Media zu machen, um den Kindern auf der Straße noch mehr notwendige Dinge zu besorgen.
Da einiges an Geld zusammenkam, entschied sich Sam, sich beim Kaufen und Verteilen der Sachen zu filmen - schließlich wollte er nicht, dass andere dachten, er hätte sich damit selbst vergnügt.
Tagelanges Bangen um den Inhaftierten
In dem Video war zu sehen, wie ein Kind beim Tragen half. Es wurden zahlreiche Notwendigkeiten gekauft, darunter Grundnahrungsmittel und Babyartikel.
Die Freude von Sam und den Kindern hielt allerdings nicht lange an. "Die Polizei hat ihn dabei erwischt, wie er die Gegenstände verteilte und sich dabei filmte, und ihn daraufhin festgenommen", so die Mutter. Ihm wurde vorgeworfen, Schande über das Land gebracht und Kinder ohne deren Zustimmung gefilmt zu haben.
"Sie hielten ihn in jener Nacht mehrere Stunden lang in Gewahrsam - es geschah an einem Donnerstagabend. Sam sagte, er sei zu drei verschiedenen Polizeistationen gebracht worden", hieß es weiter.
Die Behörden nahmen dem 20-Jährigen seinen Reisepass und sein Handy ab. Er konnte sich kaum verständigen, da es viele Sprachbarrieren gab.
Der Pfleger musste sich vor einem marokkanischen Richter verantworten. Sams Mama kann krankheitsbedingt nicht arbeiten, versuchte aber über eine Spendenaktion so viel Geld wie möglich aufzutreiben, um Hotels, Flüge und Anwaltskosten zu decken.
Ein Glück konnte der Brite sicher in seine Heimat Ashton-under-Lyne zurückgebracht werden - für die Familie endete damit die schmerzhafte Zeit der Ungewissheit.