Penis ins Gesicht tätowiert: Täter müssen nach Folter an Mann mit Behinderung nicht ins Gefängnis

Manacor (Mallorca) - Ein Fall, der sprachlos macht: Sechs junge Menschen haben einen Mann mit geistiger Behinderung über mehrere Tage hinweg auf grausame Weise gequält und erniedrigt. Sie tätowierten ihm unter anderem einen Penis ins Gesicht und stachen ihm Piercings. Jetzt ist das Urteil gefallen, doch keiner der Täter muss ins Gefängnis.

Vor dem Landgericht in Palma bekannten sich die sechs Täter für schuldig.  © Clara Margais/dpa

Das Landgericht auf Mallorca verurteilte die sechs Angeklagten wegen Verletzung der moralischen Integrität, Körperverletzung und Nötigung zu jeweils fünf Monaten Freiheitsstrafe, wie der spanische Generalrat der Justiz mitteilte.

Hinzu kommen Geldstrafen in Höhe von insgesamt 1450 Euro pro Angeklagtem. Da sich die Beschuldigten geständig zeigten, den Schaden wiedergutmachten und das Verfahren über lange Zeit verzögert wurde, fielen die Strafen deutlich milder aus. Die Freiheitsstrafen wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Die Taten ereigneten sich im März 2021 in einer Wohnung in Manacor auf Mallorca. Nach den Feststellungen des Gerichts veranstalteten die jungen Männer einen erfundenen "Wettbewerb", bei dem sie das Opfer immer neuen demütigenden "Prüfungen" aussetzten.

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Sie tätowierten ihm einen Penis ins Gesicht sowie ein weiteres Motiv auf die rechte Gesichtshälfte, rasierten und tätowierten seine Augenbrauen, tätowierten ihm einen BH auf die Brust und die rechte Ohrmuschel.

Zudem stachen die Verurteilten ihm Piercings, fesselten seine Handgelenke mit Kabelbindern, stachen ihm in Fußsohle und Zehen und fügten ihm mit Klebstoff Verbrennungen an den Lippen zu.

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Die Täter nutzten die Behinderung ihres Opfers schamlos aus

Das Gericht stellte fest, dass der Geschädigte aufgrund einer anerkannten Behinderung von 38 Prozent den Misshandlungen nicht wirksam zustimmen konnte.

Die Täter hätten diesen Umstand bewusst ausgenutzt und das Opfer in eine besonders erniedrigende und entwürdigende Situation gebracht.

Die sechs Verurteilten müssen dem Opfer außerdem gemeinsam 18.160 Euro Schadenersatz zahlen. Zusätzlich dürfen sie sich dem Mann nicht auf weniger als 250 Meter nähern und keinen Kontakt zu ihm aufnehmen.

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