"Schnauze voll": Betreiberin schließt deutschen Supermarkt auf Mallorca
Palma de Mallorca - Sie hat genug: Nach mehrfachen Vorwürfen schmeißt die Betreiberin des "SAM"-Supermarkts an der Playa de Palma von Mallorca hin.
"Ich habe die Schnauze voll", begründete Silla Voigt gegenüber der "Mallorca Zeitung" ihre Entscheidung. Sie wolle das Geschäft bis zum Sommer, spätestens aber im letzten Quartal des Jahres, aufgeben.
Laut Bericht hat ein Vorfall vom 8. Januar das Fass zum Überlaufen gebracht. Ein Kunde wandte sich an die Presse, nachdem er unbemerkt eine Packung verschimmelte Schnittwurst mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) 27. Dezember in dem Laden gekauft hatte.
Der Betroffene beklagte anschließend, bei der Reklamation nicht ernst genommen worden zu sein. Dies sieht Voigt, die sich laut eigener Aussage entschuldigte und eine Rückerstattung einschließlich Entschädigung anbot, ganz anders: "Er hat mich zehn Minuten lang beschimpft und aufs Übelste beleidigt."
Der Zeitung zufolge hat eine Ex-Mitarbeiterin berichtet, dass abgelaufene Lebensmittel in dem Supermarkt an der Tagesordnung seien und sie eigenhändig Haltbarkeitsdaten mit Nagellackentferner gelöscht und die Produkte mit neuen Daten etikettiert habe. Auch bei Google häuften sich MHD-Beschwerden.
Silla Voigt sagt zu den Vorwürfen generell: "Der Name weist ja schon darauf hin: Es ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das heißt ja nicht, dass das Produkt ab dem Tag dann nicht mehr genießbar ist."
Nach fast 20 Jahren zieht die Chemnitzerin nun die Reißleine. Sie hatte seither ständig mehr als 12.000 Artikel im Angebot und galt bei Auswanderern sowie Urlaubern als feste Anlaufstelle für Lebensmittel aus der Heimat.
Titelfoto: Screenshot/Instagram/sam_supermarketalemanmallorca
