Museum lässt Besucherin wegen ihres Dékolletés nicht rein, dann gibt es eine Welle des Protests

Paris - Jeanne Huet (22) wollte einen entspannten Tag im berühmten Musée d'Orsay in der französischen Haupstadt genießen. Doch noch am Eingang wurde sie wegen ihrer Kleidung abgewiesen.

Wegen diesem Outfit durfte Jeanne Huet (22) nicht ins Musée d'Orsay.
Wegen diesem Outfit durfte Jeanne Huet (22) nicht ins Musée d'Orsay.  © twitter.com/jeavnne/

Grund des Anstoßes: Das Dékolleté der Studentin empfanden die Mitarbeiter offenbar als zu anstößig. Direkt sagen wollten sie es Huet aber nicht. Stattdessen wurden der Sicherheitsdienst und der Manager gerufen und baten die junge Frau darum, sich eine Jacke anzuziehen und den Reißverschluss so weit wie möglich hochzuziehen.

"Es war dieser absurde Moment, als jeder auf meine Brüste starrte. Aber niemand sagte, sie seien das Problem", schreibt Huet selbst auf ihrem Twitter-Account.

In einem offenen Brief wandte sie sich deshalb direkt an das Museum: "Ich frage mich, ob sich die Mitarbeiter bewusst sind, bis zu welchem Punkt sie mich sexualisiert haben, als sie mir den Eintritt verwehrten. Dachten sie wirklich, es sei ihr Recht, mich so respektlos zu behandeln?"

Damit löst sie eine Welle des Protests aus. Sogar eine Kampagne wird gestartet, die gegen restriktive Kleidungsvorschriften, die überproportional gegen Frauen gerichtet sind, kämpft.

Feministischen Aktivistengruppe "Femen" demonstriert nackt im Museum

Wie Artnet News berichtet, hat sich das Museum inzwischen zu Wort gemeldet: "Wir sind auf einen Vorfall aufmerksam geworden, der sich bei einer Besucherin im Musée d'Orsay ereignete. Wir bedauern dies zutiefst und entschuldigen uns bei der betroffenen Person, mit der wir Kontakt aufnehmen."

Der weltweit agierenden feministischen Aktivistengruppe "Femen" war diese Entschuldigung aber offenbar nicht genug. Etwa 20 Aktivistinnen versammelten sich im Museum und zogen in der Skulpturengalerie blank.

Die Frauen standen neben klassischen Aktstatuen und bemalten sich gegenseitig den Oberkörper mit Slogans wie "Obszönität liegt im Auge des Betrachters" und "Das ist nicht obszön". Dazu hoben sie die Fäuste und sangen aus Protest.

Auf Twitter schrieben sie dazu: "Wir unterstützen Jeanne und alle Frauen, die Opfer sexistischer Diskriminierung sind. Stoppt die Sexualisierung von Frauenkörpern."

Titelfoto: twitter.com/jeavnne/

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