"Nahtoderfahrung": Passagiere sitzen stundenlang bei 50 Grad in Schnellzug fest
Basel/Paris - Passagiere eines TGV erlebten einen regelrechten Hitze-Horror: Auf dem Weg von Basel nach Paris kam es zu einer Panne. Hunderte Fahrgäste saßen bei 50 Grad für mehrere Stunden in dem Zug fest.
Eine betroffene Passagierin meldete sich nach dem Vorfall am Montagnachmittag bei dem Portal "20 Minuten". Dort erklärte sie, dass der französische Schnellzug gegen 16.30 Uhr auf Höhe Dijon wegen einer Panne zum Stehen kam.
Was folgte, waren schweißtreibende Stunden. Das Zugpersonal habe seinen Fahrgästen nicht erlaubt, die Bahn zu verlassen. Ein anderer Zug sollte das Pannenfahrzeug zum Bahnhof Dijon schieben.
Doch während die Passagiere auf die Abschleppaktion warteten, herrschten im Inneren Temperaturen von bis zu 50 Grad, wie die Frau weiter berichtet. "Wir waren etwa zwei Stunden lang im Zug eingesperrt, ohne Klimaanlage und bei nicht aushaltbarer Hitze. Einige Leute kollabierten."
Nachdem die Fahrgäste bereits zwei Stunden in der brütenden Hitze gesessen hatten, sei das Wasser ausgegangen - die Stimmung kippte. Es soll zu einem Handgemenge mit dem Zugpersonal gekommen sein, ehe die Passagiere die Türen über die Notöffnung geöffnet haben.
Passagiere sitzen stundenlang bei brütender Hitze in TGV fest
Die Erleichterung, an die Luft gelangt zu sein, war so groß, dass einige in Tränen ausbrachen, andere wurden vom Rettungsdienst betreut. Anschließend wurden die Passagiere in einen Ersatzzug gebracht, der fünf Stunden nach der Panne in Richtung Dijon abfuhr.
Doch auch dort hatte das Chaos noch kein Ende: Nur eine Bahnmitarbeiterin kümmerte sich um die zahlreichen Gestrandeten. "Nach einer Nahtoderfahrung will man sich nicht noch mit Bürokratie herumschlagen", so die betroffene Passagierin.
Eine Sprecherin des Unternehmens TGV Lyria erklärte auf Anfrage von "20 Minuten", dass der Zug durch einen defekten Stromabnehmer liegen geblieben sei. Durch den fehlenden Strom sei auch die Klimaanlage ausgefallen.
Titelfoto: JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP
