Wien (Österreich) - Ein ausgebildeter Jurist hat sich am Dienstag selbst vor einem Wiener Gericht verantworten müssen und eine saftige Geldstrafe kassiert. Er verlor bei einer Verkehrskontrolle die Nerven und legte sich mit der Polizei an.
Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, landete der Rechtsanwalt nach einem Vorfall vom 26. Juni 2024 in Alsergrund vor dem Landgericht Wien.
An dem Tag brachte der Jurist in seinem "schnittig-auffälligen Pkw" seine Tochter zur Schule, hieß es. Da er nicht angegurtet war, wurde er von zwei Polizisten angehalten und kontrolliert - es kam zum Eklat.
Laut einer anwesenden Polizistin habe der Anwalt "Ich hab jetzt keine Zeit!" gesagt, später noch "Was ist das für eine Scheiße" gerufen.
Laut ihr und ihrem Kollegen habe der Anwalt dabei "geschrien". Statt Führerschein habe der Jurist den Polizisten noch seinen Anwaltsausweis präsentiert und mit einem falschen Paragrafen gedroht - das war zu viel.
Der Anwalt gab vor Gericht an, er hätte es eilig gehabt, da das Schultor um 8 Uhr schließe.
7000 Euro und Händeschütteln
Laut APA-Bericht habe der Rechtsvertreter Reue gezeigt und sich für den verbalen Ausfall per Handschütteln bei den Polizisten entschuldigt. Am Ende einigte er sich diversionell - im österreichischen Strafrecht demnach ohne formelles Urteil durch etwa Zahlung einer Geldstrafe. In seinem Fall: 7000 Euro.
Nach Zahlung wird die Anzeige wegen versuchter Nötigung und versuchter Bestimmung zum Amtsmissbrauch zurückgelegt, hieß es. Seiner weiteren Tätigkeit als Jurist würde demnach nichts im Weg stehen - hoffentlich mit einem kühleren Kopf.