Schockierendes Gesetz: In diesem Land könnten Homosexuelle bald im Knast landen

Uganda - Das Mittelalter hat angerufen, es möchte seine Auffassung der Menschenrechte zurück: In Uganda hat das Parlament ein international lautstark kritisiertes Gesetz verabschiedet, das alle Menschen kriminalisiert, die Teil der LGBTQ+-Gemeinschaft bzw. einer sexuellen Minderheit sind.

Eine ugandische Transfrau, die kürzlich angegriffen wurde, sieht sich einen Fernsehbildschirm an, auf dem die Live-Übertragung der Sitzung des Parlaments für das Anti-Homosexuellen-Gesetz gezeigt wird.
Eine ugandische Transfrau, die kürzlich angegriffen wurde, sieht sich einen Fernsehbildschirm an, auf dem die Live-Übertragung der Sitzung des Parlaments für das Anti-Homosexuellen-Gesetz gezeigt wird.  © AFP/Stuart Tibaweswa

Wie die BBC berichtete, müssen betroffene Personen künftig mit langen Haftstrafen rechnen, sollte Präsident Yoweri Museveni (78) das Gesetz unterzeichnen.

Schon jetzt sind jegliche homosexuellen Handlungen in Uganda illegal. Nach der neuen Gesetzgebung sind Familie und Freunde sowie die gesamte Gemeinschaft dazu verpflichtet, es den Behörden zu melden, sollten Personen gleichgeschlechtliche Beziehungen führen.

Auch sollen nun nicht mehr nur gewisse sexuelle Handlungen strafbar sein - alleine die Identifizierung als sexuelle Minderheit genügt nach dem neuen Gesetz, um als Krimineller zu gelten.

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In dem ostafrikanischen Land stieß der Gesetzesvorschlag von Beginn an auf große Unterstützung. Am Dienstag wurde er im Parlament unter Applaus verabschiedet.

Nun ist es an Präsident Museveni, zu entscheiden, ob er das Gesetz unterzeichnet oder von seinem Veto-Recht Gebrauch macht, um die Beziehungen seines Landes mit westlichen Investoren und Spendern nicht zu belasten.

Selbst Unterstützern drohen Gefängnisstrafen

In Uganda könnten Homosexuelle bald alleine wegen ihrer Existenz bestraft werden.
In Uganda könnten Homosexuelle bald alleine wegen ihrer Existenz bestraft werden.  © 123RF/albund

"Personen oder Institutionen, die Aktivitäten oder Organisationen für LGBTQ-Rechte unterstützen oder finanzieren oder homosexuellenfreundliches Medienmaterial und Literatur veröffentlichen, ausstrahlen und verteilen, müssen ebenfalls mit Strafverfolgung und Gefängnisstrafen rechnen", hieß es in dem Bericht der BBC.

Bei Aktivisten und Betroffenen schrillen indes die lautesten Alarmglocken: Sie befürchten, dass das Gesetz weitreichende Folgen für Uganda haben könnte und sich die eh schon homophobe Stimmung im Land weiter hochschaukeln könnte.

In knapp 30 afrikanischen Ländern sind gleichgeschlechtliche Beziehungen verboten. Viele Regierungen sind extrem konservativ und religiös geprägt.

Titelfoto: Fotomontage: AFP/Stuart Tibaweswa, 123RF/albund

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