Sexspiel endet tödlich, doch aus Scham schweigt der Ehemann vor Gericht
Genf - Weil er sich für sein sexuelles Liebesspiel schämte, wäre ein Geschäftsmann aus der Schweiz beinahe für den Rest seines Lebens ins Gefängnis gekommen.
2016 verstarb die damals 66-jährige Ehefrau des heute 72 Jahre alten Angeklagten. Im Prozess wurde der Geschäftsmann aus Solothurn im Mai 2022 wegen Mordes zu einer Gefängnisstrafe von 13 Jahren verurteilt.
Wie das Schweizer Magazin "Blick" berichtet, gab es für den Richter genügend Beweise dafür, dass der Angeklagte seine Frau mit einem Kissen erstickt hatte.
Der Ehemann selbst beteuerte immer wieder seine Unschuld und behauptete, dass seine Frau eines natürlichen Todes verstorben sei. So habe er sie im Badezimmer auf dem Boden vorgefunden und vor lauter Panik auf das Bett im Schlafzimmer gehoben.
Diese Aussage passte allerdings nicht mit den Blutergüssen an den Armen und Händen der Toten zusammen, ebenso wurde eine 4,5 Zentimeter lange Daunenfeder in den Bronchien des Opfers gefunden.
Frau starb durch erotisches Sexspiel
Nun die Wende: Kurz vor dem Berufungsverfahren rückte der 72-Jährige mit der Wahrheit raus.
So soll das Ehepaar ein erotisches Erstickungsspiel probiert haben, was allerdings schiefging. Aus Scham darüber und weil er seinen guten Ruf als Geschäftsmann schützen wollte, habe er nicht von Beginn an die Wahrheit gesagt.
Die Feder muss das Opfer während des verzweifelten Versuches Luft zu bekommen, eingeatmet haben.
Der Angeklagte habe "grob fahrlässig" gehandelt, so der Vorsitzende der Strafkammer. Dem Schweizer wurde ebenfalls vorgeworfen, dass er sieben Jahre lang geschwiegen habe.
Das Gericht verurteilte den Schweizer nun "nur" noch wegen fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft. Knapp ein Jahr hat der Mann bislang schon abgesessen.
Während des Prozesses wurde der 72-Jährige von mehreren Angehörigen, darunter auch seinen Kindern unterstützt. Sie sollen laut "Blick" ihrem Vater einen Mord nicht zugetraut haben.
Titelfoto: 123rf/Milkos
