Deutsche "Krawalltouristen" in Ceuta befürchtet: NGO will Geflüchtete vor rechter Gewalt schützen
Ceuta - Angesichts der Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta wurden für Mittwoch mehrere Demonstrationen angekündigt. Eine deutsche NGO fürchtet um ihre Sicherheit.
Am 2. September wird für gewöhnlich die Unabhängigkeit der Stadt Ceuta gefeiert, doch nach dem jüngsten Migrantenansturm liegt in diesem Jahr ein großer Schatten über dem Feiertag.
Erst vor wenigen Tagen war es bereits zu heftigen Ausschreitungen gekommen, als Einheimische die Strände stürmten und die dort errichteten provisorischen Unterkünfte der illegal Eingereisten zerstörten. Ähnliche Zustände befürchtet nun die Hilfsorganisation "Mission Lifeline" am Mittwoch.
Die 2016 in Dresden gegründete NGO rechnet damit, dass auch Rechtsextreme aus Deutschland nach Ceuta reisen werden, um gemeinsam mit "Faschisten aus ganz Europa" die Krise vor Ort für ihre Zwecke zu missbrauchen.
Zuletzt seien etwa "Persönlichkeiten aus der deutschsprachigen identitären Szene" nach Ceuta gereist, schrieb Mission Lifeline in einer Mitteilung und berichtete von "schwerwiegenden Angriffen auf Geflüchtete und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen".
"Die Lage wird von Tag zu Tag gefährlicher, und NGOs sind mittlerweile zu einem direkten Ziel geworden", erklärte NGO-Sprecherin Madison Tuff.
"Mission Lifeline" in Ceuta: Geflüchtete sollen auf EU-Länder verteilt werden
Im Vorfeld der angekündigten Proteste habe Mission Lifeline die eigenen Sicherheitsvorkehrungen daher bereits verschärft. Die Arbeit aufgrund der verschärften Lage in Ceuta einzustellen, sei für Mission Lifeline jedoch keine Option.
Nach eigenen Angaben ist die Hilfsorganisation seit Mitte August vor Ort und leistet Unterstützung bei der Bereitstellung von Lebensmitteln und der Ausstattung für Flüchtlingsunterkünfte: "Daneben betreibt Mission Lifeline eine mobile Ladestation, an der Menschen ihre Handys aufladen können – oft ihre einzige Verbindung zur Familie."
Abschließend forderte Mission Lifeline die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene dafür einzusetzen, die Geflüchteten aus Ceuta auf andere EU-Länder zu verteilen.
"Wir dürfen nicht zulassen, dass jetzt auch rechte Krawalltouristen Ceuta zu ihrem Jagdrevier machen. Die Behörden müssen schutzsuchende Menschen endlich konsequent vor organisierter rechter Gewalt schützen", erklärte die Vorsitzende Nolte Bauer.
Titelfoto: Bildmontage: Mission Lifeline/Madison Tuff, Marcos Moreno/EUROPA PRESS/dpa

