Pilsen/Chemnitz - Seit etwa drei Wochen sitzt die Rechtsextremistin Marla Svenja Liebich (55) in Tschechiens Horror-Knast. Im Gefängnis in Pilsen sitzen die schlimmsten Verbrecher des Landes ein. Auch Liebich bekommt die Härte offenbar zu spüren. Nun fürchtet sie sogar, gefoltert zu werden.
In ihrer Zelle schreibt sie regelmäßig Briefe, berichtet vom Gefängnis-Alltag. Auf "X" werden die Schriftstücke veröffentlicht. Zuletzt beschwerte sie sich über knappe Duschzeiten und eine Nackt-Kontrolle vor mehreren Wärterinnen.
Doch nun scheint die Situation endgültig zu eskalieren. Der Grund: Liebich verweigert die Blutabnahme und das Röntgen. Dies sei aber wichtig, so das Gefängnis, um zu prüfen, ob die 55-Jährige gesund sei.
Der Knast habe ihr gedroht, die medizinischen Untersuchungen notfalls mit Gewalt durchzuziehen, schreibt sie.
"Dann kommen fünf bis zehn Leute, sagte er [der Gefängnis-Direktor, Anm. d. Red.], egal ob Männer oder Frauen, und nehmen diese Maßnahme zwangsweise auch mit Gewalt vor", schreibt die 55-Jährige. Liebich weiter: "Sie werden mich vermutlich morgen foltern, um zu ihrem Ziel zu kommen."
Wie ernst die Vorwürfe zu nehmen sind, kann TAG24 aktuell nicht prüfen. Eine entsprechende Anfrage an die tschechische Gefängnisbehörde läuft.
Obwohl sie in Tschechiens Horror-Knast landete: Liebich will nicht nach Deutschland
Fakt ist aber: Liebich landete im absoluten Horror-Knast in Pilsen, bekannt aus der Netflix-Serie "Die härtesten Gefängnisse der Welt".
Paradox: Obwohl die Rechtsextremistin laut ihren Aussagen so schlecht behandelt wird, will sie ihre Auslieferung nach Deutschland verhindern. Ein tschechisches Gericht muss nun entscheiden, wie es weitergeht.
Liebich war 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt worden – ohne Bewährung.
Aufgrund der Geschlechtsänderung sollte sie im August 2025 ihre Haftstrafe in der Frauen-JVA in Chemnitz antreten – stattdessen tauchte sie unter.