Tschechen-Gericht entscheidet: Neonazi Liebich wird ausgeliefert

Pilsen/Chemnitz - Großer Showdown in Tschechien! Am Montagnachmittag wurde am Landgericht Pilsen über die Auslieferung der Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (55) entschieden. Das Gericht ordnete diese an - nun geht's für Liebich wohl in den Chemnitzer Frauenknast.

Die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich (55) wurde am Montag in den Sitzungssaal des Landgerichts Pilsen gebracht.  © Hendrik Schmidt/dpa

In Handschellen wurde Liebich am Montag in den Gerichtssaal geführt. Neben ihr zwei Justizbeamte. Die 55-Jährige trug ihr typisches Leoparden-Shirt, dazu Lippenstift und einen Irokesenschnitt.

Wenig später fiel die Entscheidung: Die verurteilte Rechtsextremistin soll ausgeliefert werden. Da Liebich gegen die Entscheidung Beschwerde einreichen kann, ist diese noch nicht rechtskräftig. Dazu müsste sich die 55-Jährige innerhalb der nächsten acht Tage an das Oberlandesgericht in Prag wenden.

Liebich hatte vor Gericht betont, keinesfalls nach Deutschland ausgeliefert werden zu wollen. Sie fürchtet, in einen deutschen Männerknast zu kommen. Dort würde ihr Mobbing drohen.

Sollte die Auslieferung rechtskräftig werden, kommt die 55-Jährige wohl in die Chemnitzer Frauen-JVA.

Die Überführung in den deutschen Knast dürfte nach Eintreten der Rechtskraft nur wenige Tage dauern. Heißt: Die Rechtsextremistin sitzt womöglich schon bald im Chemnitzer Frauengefängnis.

Kritiker schlagen Alarm! Liebich würde das Selbstbestimmungsgesetz missbrauchen, heißt es. Das Amtsgericht Halle will noch entscheiden, ob die Geschlechtsänderung rückgängig gemacht werden kann – dann könnte der 55-Jährigen tatsächlich der Männerknast drohen.

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Der Blick auf den Frauenknast in Chemnitz: Hier wird Liebich wohl bald einsitzen.  © Hendrik Schmidt/dpa
Dass Liebich in den Frauenknast kommt, löst hitzige Debatten über das Selbstbestimmungsgesetz aus.  © Jan Woitas/dpa

Verurteilung, "Geschlechter-Wechsel" und Flucht: Die irre Geschichte der Marla-Svenja Liebich

Seit dem "Geschlechter-Wechsel" war Liebich immer wieder im Frauen-Look zu sehen. Kritiker werfen ihr vor, das Selbstbestimmungsgesetz zu missbrauchen.  © Sebastian Willnow/dpa

Liebich wurde im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.

Anschließend folgte ein Geschlechtswechsel - möglich durch das Selbstbestimmungsgesetz der Ampel-Regierung.

Durch den "Geschlechter-Tausch" sollte Liebich die Haft in der Chemnitzer Frauen-JVA antreten. Doch tauchte die 55-Jährige nicht auf und flüchtete stattdessen ins Ausland.

Bis im April die Handschellen klickten! Die Rechtsextremistin wurde in Tschechien gefasst, saß seitdem im Horror-Knast von Pilsen.

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