Explosion auf beliebter Einkaufsstraße fordert Tote und viele Verletzte

Istanbul (Türkei) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (68) hat eine Explosion auf der Istanbuler Einkaufsstraße Istiklal als "hinterhältigen Anschlag" bezeichnet. Dabei seien mindestens sechs Menschen getötet und 53 Menschen verletzt worden, sagte Erdogan am Sonntag. Demnach sei eine Bombe explodiert.

Bewaffnete Sicherheitskräfte stehen in der bekannten Fußgängerzone in Istanbul.
Bewaffnete Sicherheitskräfte stehen in der bekannten Fußgängerzone in Istanbul.  © Francisco Seco/AP/dpa

Definitiv von Terrorismus zu sprechen, sei vielleicht falsch, schränkte der Präsident ein. Aber der Gouverneur der Metropole, Ali Yerlikaya, habe ihm gesagt, es liege ein "Geruch von Terror" in der Luft.

Die Explosion trug sich laut Yerlikaya um 16.20 Uhr Ortszeit zu. Rettungskräfte und Polizei seien in großer Zahl vor Ort im Einsatz, berichtete der staatliche Sender TRT.

Hubschrauber überflogen Beyoglu und angrenzende Stadtteile am frühen Abend. Der türkische Kommunikationsminister Fahrettin Altun erklärte, die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat liefen.

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Auf Bildern, die über die sozialen Medien verbreitet wurden, waren zerborstene Scheiben und auf dem Boden liegende und mit Blut überströmte Menschen zu sehen.

Nach dem Anschlag in der türkischen Metropole Istanbul konnten 39 der 81 Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen werden. Von den 42 Personen, die noch behandelt wurden, befanden sich fünf auf der Intensivstation, zwei von ihnen galten als schwer verletzt, wie der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Sonntagabend über Twitter erklärte. Bei dem Anschlag am Sonntag auf der belebten Einkaufsstraße Istiklal wurden sechs Menschen getötet.


Führte Selbstmordattentat zur Explosion in Istanbul?

Das Gebiet der Explosion wurde umgehend überwacht. Zahlreiche Sicherheitsleute und Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.
Das Gebiet der Explosion wurde umgehend überwacht. Zahlreiche Sicherheitsleute und Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.  © Emrah Gurel/AP/dpa

In türkischen Medien wurde kurz nach dem Unglück vorerst nicht über die Explosion berichtet. Die türkische Rundfunkbehörde Rtük verhängte eine vorläufige Nachrichtensperre für Medien. Berichte über die Explosion sollten vermieden werden, um nicht für Angst und Panik in der Bevölkerung zu sorgen, hieß es in dem Schreiben am Nachmittag. Die Sender CNN Türk und TRT etwa unterbrachen daraufhin ihre Berichte über die Explosion auf der beliebten Einkaufsmeile.

Der Anschlag in Istanbul mit mindestens sechs Toten ist nach Regierungsangaben von einer Selbstmordattentäterin begangen worden.

"Wir gehen davon aus, dass es sich um einen Terroranschlag handelt", sagte der türkische Vize-Präsident Fuat Oktay am Sonntagabend. Die Explosion sei nach ersten Erkenntnissen durch eine Bombe verursacht worden, "die von einer Frau gezündet worden sein soll".

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Die Straße ist ein touristischer Hotspot im Zentrum des europäischen Teils der türkischen Metropole, auf der auch sonntags häufig großes Gedränge herrscht.

2016 hatte sich ein Selbstmordattentäter auf der Istiklal in die Luft gesprengt und vier Menschen getötet, 39 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der türkischen Regierung hatte der Attentäter Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Gruppe selbst bekannte sich nicht zu der Tat.

Erstmeldung 15.08 Uhr, der Artikel wird fortlaufend aktualisiert

Titelfoto: Francisco Seco/AP/dpa

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