Frachter sinkt nach Zusammenstoß: Von der Besatzung fehlt jede Spur

Istanbul (Türkei) - Nach einer nächtlichen Kollision ist ein türkischer Frachter vor Istanbul innerhalb weniger Minuten gesunken. Von den zehn Menschen an Bord fehlt bislang jede Spur. Rettungskräfte fanden zwar ein Rettungsboot und Schwimmhilfen - doch sie waren leer.

Zahlreiche Einsatzkräfte suchen nach dem Schiffsunglück vor Istanbul nach den zehn vermissten Seeleuten.  © HANDOUT / AFP

Der Frachter "Tugberk Imamoglu" stieß nach Angaben der türkischen Behörden vor Tagesanbruch mit dem leeren Öltanker "ALSU" zusammen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet.

Der Zusammenstoß ereignete sich im Marmarameer rund 18 Seemeilen vor dem Bezirk Silivri am westlichen Rand der Provinz Istanbul.

Um 3.26 Uhr sei der Notruf eingegangen, erklärte der türkische Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu. Nach Angaben des Kapitäns soll die Kollision gegen 3.15 Uhr erfolgt sein.

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"Wir haben Rettungsringe und ein Rettungsboot entdeckt, aber es war leer", so Uraloglu. Bislang sei kein Überlebender gefunden worden.

An Bord befanden sich nach Behördenangaben der Kapitän und neun weitere Besatzungsmitglieder. Alle zehn sind türkische Staatsbürger.

Besonders schwierig für die Einsatzkräfte: Das Schiff liegt vermutlich in einem Gebiet, in dem das Meer rund 900 Meter tief ist.

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14 Schiffe und Hubschrauber suchen nach Vermissten

Einsatzkräfte entdeckten bei der Suche nach den zehn vermissten Seeleuten Rettungsausrüstung im Wasser. Von der Besatzung fehlt bislang jede Spur.  © HANDOUT / AFP

Die Behörden starteten eine groß angelegte Rettungsaktion. 14 Schiffe und ein Hubschrauber beteiligen sich an der Suche nach den Vermissten.

Auf dem Wasser wurde auch das zum Frachter gehörende Rettungsboot gefunden. Doch von der Besatzung fehlte darin jede Spur.

Auch telefonisch konnten die Seeleute offenbar nicht erreicht werden. Weil der Frachter weder auf Funkrufe reagierte noch die Besatzungsmitglieder ihre Mobiltelefone beantworteten, gingen die Behörden schließlich davon aus, dass das Schiff untergegangen war.

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Der zweite an der Kollision beteiligte Frachter, die "ALSU", blieb nach Behördenangaben unbeschädigt und beteiligt sich an der Suche.

Bei der "ALSU" handelt es sich um einen Öltanker. Zunächst hatten die türkischen Behörden gemeldet, dass das Schiff rund 3000 Tonnen Motoröl transportiere. Später korrigierten sie diese Angabe: Der Tanker sei zum Zeitpunkt der Kollision leer gewesen.

Warum die beiden Schiffe zusammenstießen, ist noch unklar. Experten halten jedoch menschliches Versagen für eine mögliche Ursache.

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