Typ lässt sich unzählige Male tätowieren, um über Tod seiner Tochter hinwegzukommen

Essex (England) - Andrew Doherty ist von Kopf bis Fuß mit Tattoos übersät. Viele hat er sich stechen lassen, damit er den Tod seiner Tochter verarbeiten kann.

Andrew Doherty ließ sich unzählige Male tätowieren, um den Tod seiner geliebten Tochter verkraften zu können.
Andrew Doherty ließ sich unzählige Male tätowieren, um den Tod seiner geliebten Tochter verkraften zu können.  © Screenshot/Instagram/skatdagger

2017 war das bisher schlimmste Jahr, das Andrew Doherty erlebt hat. Seine geliebte Tochter Winter-Rose litt an der Sichelzellkrankheit, eine erbliche Erkrankung des Blutes. Dabei ist der rote Blutfarbstoff Hämoglobin krankhaft verändert.

"Sie wurde nur 14 Monate alt, dann hatte sie ihren ersten Anfall und starb. Ich war dabei, als sie von uns ging und das ist etwas, was mich für den Rest meines Lebens begleiten wird", erzählte Doherty dem Daily Star.

Der Brite fiel nach dem Tod seines Kindes in ein tiefes Loch, nimmt bis heute Psychopharmaka. "Ich werde nie wirklich über den Verlust hinwegkommen, aber das Leben wird irgendwann etwas leichter."

Mindestens 18 schlafende Menschen am Rande von Autobahn getötet
Aus aller Welt Mindestens 18 schlafende Menschen am Rande von Autobahn getötet

Um das Ganz irgendwie verarbeiten zu können, ließ sich Doherty Tattoos stechen. "Ich habe begonnen, Tattoos als Therapie zu nutzen. Alle, die ich mir das Jahr nach ihrem Tod stechen lassen habe, dienten der Erinnerung an sie."

Nicht nur am Körper, sondern auch im Gesicht trägt der trauernde Vater Malereien, die ihn an Winter-Rose erinnern sollen. "Ich trage einen schwarzen Streifen, der über mein ganzes Gesicht geht. Ihr Name ist groß auf der einen Gesichtshälfte tätowiert und auf der anderen eine Rose", so Doherty.

Darüber hinaus trägt der Brite, der sich auf Instagram "Skat Dagger" (9476 Abonnenten) nennt, das Porträt seiner verstorbenen Tochter auf dem Rücken und hat sich Schneeflocken auf dem Arm tätowieren lassen. "Dadurch fühle ich mich besser, fühle mich ihr nahe und werde sie nie vergessen."

Andrew Dohertys Erscheinung gefällt nicht jedem

Doherty ist wieder Vater geworden und ist glücklich darüber.
Doherty ist wieder Vater geworden und ist glücklich darüber.  © Screenshot/Instagram/skatdagger

Mit 15 Jahren bekam Doherty sein allererstes Tattoo und hat sich seitdem unzählige Male tätowieren lassen. Umgerechnet rund 17.500 Euro hat sein ganzer Körperschmuck gekostet.

Sein Erscheinungsbild erzeugt bei anderen gemischte Gefühle: "Wenn ich in der Öffentlichkeit bin, meiden mich einige Leute oder überqueren die Straße, wenn sie mich kommen sehen. Manche sind einfach unhöflich und sagen mir, wie dumm sie mich finden und dass ich schrecklich aussehe. Aber andere stellen mir Fragen, weil sie mich faszinierend finden und bitten sogar um Fotos mit mir."

Seit einer Weile ist Doherty wieder Vater geworden und schwärmt von Söhnchen Vincent-Snow: "Meine Ex wurde wieder schwanger, nachdem Winter gestorben war. Eigentlich wollte sie abtreiben, da ich noch nicht bereit für ein neues Kind war", erzählte Doherty.

Sardinien, Barcelona und Co.: Nun hat auch Bulgarien mit Waldbränden zu kämpfen
Aus aller Welt Sardinien, Barcelona und Co.: Nun hat auch Bulgarien mit Waldbränden zu kämpfen

Doch nachdem er im Gespräch mit seinem Psychotherapeuten erkannte, dass ein neues Baby möglicherweise neues Licht in sein Leben bringen würde, bat er seine Ex-Partnerin, doch nicht abzutreiben.

"Ich verließ die Sitzung und griff zum Telefon. Ich habe sie gerade noch rechtzeitig erreicht; fünf Minuten später wäre es eine andere Geschichte gewesen."

Titelfoto: Screenshot/Instagram/skatdagger

Mehr zum Thema Aus aller Welt: