Unfassbar! Gedenkstätte für Ärztin Lisa-Maria Kellermayr zerstört

Wien (Österreich) - Als wäre der Tod der Ärztin Lisa-Maria Kellermayr (†36) an sich nicht schon schlimm und unnötig genug, wurde jetzt auch noch ihre Gedenkstätte in der österreichischen Hauptstadt Wien zerstört.

Den Gedenkort für Dr. Lisa-Maria Kellermayr am Wiener Stephansdom zerstörte eine Frau an diesem Wochenende.
Den Gedenkort für Dr. Lisa-Maria Kellermayr am Wiener Stephansdom zerstörte eine Frau an diesem Wochenende.  © IMAGO/SEPA.Media/Martin Juen

Eine Frau hat, wie in einem Video auf der österreichischen Nachrichtenseite heute.at zu sehen ist, mutmaßlich am frühen Samstagmorgen Anlauf genommen und dann zahlreiche Kerzen umgetreten.

Mindestens dreimal trat die Unbekannte zu. Die Kerzengläser, die schon seit mehreren Tagen zum Gedenken an die in den Suizid getriebene Ärztin vor dem Wiener Stephansdom standen, flogen teils meterweit.

Wie heute.at und die BezirksZeitung berichteten, erhielten sie das Video des erschreckenden Vorfalls von einem Zeugen. Die Aufnahmen sollen gegen 6 Uhr am Morgen entstanden sein. Nur zwei weitere Passanten waren demnach auf dem sonst so beliebten und belebten Stephansplatz.

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Dem Zeugen zufolge seien die umstehenden Personen allesamt geschockt gewesen, er selbst auch. Niemand hätte die Randaliererin angesprochen oder festgehalten.

Die Frau konnte deshalb nach der Tat flüchten. Ob sie betrunken war, Wut auf die tote Ärztin verspürte oder einfach nicht wusste, was sie da tat, ist deshalb unklar.

Polizei ermittelte zunächst nicht zu den Droh-Briefen, erst nach dem Tod

Tausende kamen Anfang August auf dem Stephansplatz in Wien zusammen, um der Ärztin zu gedenken.
Tausende kamen Anfang August auf dem Stephansplatz in Wien zusammen, um der Ärztin zu gedenken.  © AFP/Alex Halada

Der selbstgewählte Tod der Medizinerin sorgte für großes Bestürzen in Österreich.

Kellermayr setzte sich in unserem Nachbarland für die Corona-Maßnahmen ein, verabreichte auch Impfungen gegen die neuartige Lungenkrankheit.

Deshalb wurde sie vor allem im Netz zur Zielscheibe von Mobbern und Hatern. Später geriet sie zudem ins Visier von radikalen Corona-Leugnern und Querdenkern. Das ging sogar so weit, dass sie regelmäßig deutliche Morddrohungen erhielt.

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Doch die Behörden reagierten offenbar trotz ihrer Hilferufe nicht darauf. Als Vorsichtsmaßnahme schloss Kellermayr deshalb im Juni ihre Praxis. Ende Juli wurde sie dort tot aufgefunden. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei aus.

Während dieser Fall auch über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen sorgte und Trauer auslöste, wurde zugleich Kritik an den Behörden laut.

Erst seit dieser Woche laufen die Ermittlungen zu den Drohschreiben und die Verfasser werden gesucht. Auch bei einem Mann in Bayern rückte die Polizei nun an und führte eine Durchsuchung durch. Ob die Verantwortlichen aber wirklich gefasst werden können, wird nur die Zeit zeigen.

Titelfoto: IMAGO/SEPA.Media/Martin Juen

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