Stadt ächzt unter Besucher-Ansturm: "Weniger lebenswert, für die Menschen, die hier wohnen"

Luzern (Schweiz) - Über mangelndes Besucher-Interesse können sich die Eidgenossen nicht beklagen. 2025 verbuchte die Alpenrepublik einen Tourismus-Rekord. Das Corona-Tief ist überstanden, der Gäste-Ansturm riesig, was aber auch Probleme mit sich bringt, wie eine SRF-Doku zeigt, die sich dem Thema Übertourismus in der Schweiz widmet.

Die Touristen kommen nach Luzern auch viel mit Reisebussen, doch wo sollen die Fahrzeuge halten, damit all die Gäste aussteigen können?  © IMAGO / Geisser

Seit der Eröffnung des Tourismusbüros in Luzern vor rund 125 Jahren ist die Zahl der Gäste förmlich explodiert. 2025 wurden laut Tourismus AG rund 1,5 Millionen Hotelübernachtungen verbucht.

Insbesondere mit Reisebussen kommen Massen in die Stadt am Vierwaldstätter See. Einheimische fühlen sich zurückgedrängt.

"Freizeit und Tourismus werden den Leuten, die hier wohnen, vorgezogen", sagt David Roth (41, SP), der Mitglied im Schweizer Nationalrat ist. Der Schwanenplatz, einst Gründungsort des Verkehrsbüros und damit auch Geburtsstätte vom örtlichen Tourismus, ist zugebaut.

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Die Aussicht auf die Alpen damit ein Stück weit hinter Beton verschwunden.

2024 fuhren den Platz täglich rund 2000 Reisebusse an. Um dieser Bus-Schwemme Herr zu werden, wurde ein Jahr später eine Anhaltegebühr von 100 Franken eingeführt (rund 108 Euro).

Busse versuchen die Gebühr zu umgehen, halten nun teilweise an regulären Haltestellen und blockieren so den städtischen Verkehr.

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Besucheransturm in Luzern: Metro oder Fußgängertunnel wurden abgelehnt

Vor einem Uhrengeschäft drängen sich Menschen, aber die Schweizer Uhrenbranche steckt in der Krise.  © IMAGO / Geisser

Der usprüngliche Charakter der Läden sei in Teilen der Innenstadt kaum noch vorhanden.

"Gefühlt nur noch Uhren-, Schokoladen- und Souvenirgeschäfte", stellt Roth fest, dass die Stadt "weniger lebenswert, für die Menschen, die hier wohnen" geworden sei. Apotheken, Bäckerei & Co. hätten den Angeboten für Tagestouristen weichen müssen.

Was die Stimmung bei Einheimischen nicht verbessert, ist, dass zahlreiche Uhren-Unternehmen dennoch in den letzten Jahren Mitarbeiter freistellen mussten.

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Viele Probleme werden nur verlagert. "Es gibt keinen Plan, die Busse stehen im Stau", legt David Roth den Finger in die Verkehrs-Wunde.

Den Besucheransturm entlastende Maßnahmen wie eine Metro oder einen Fußgängertunnel wurden von Bevölkerung und städtischen Instanzen abgeschmettert.

Zudem mangelt es in Luzern an öffentlichen Toiletten.

Die komplette Dokumentation mit dem Titel: "Überrannt – Overtourism in der Schweiz" findet Ihr in der 3Sat-Mediathek.

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