Abscheuliche Aussage aus Kontext gerissen? Professorin nach Zoom-Panne in Kritik

New York City (USA) - Ein unbedachter Moment mit weitreichenden Folgen: Eine New Yorker Biologie-Professorin steht nach mutmaßlich rassistischen Äußerungen während einer öffentlichen Online-Sitzung im Zentrum eines Skandals. Politiker und Aktivisten fordern inzwischen ihre Entlassung.

Die Professorin merkte nicht, dass ihr Mikrofon noch eingeschaltet war. (Symbolbild)  © 123RF/petrovichvadim

Allyson Friedman wurde bei einer digitalen Sitzung des Community Education Council am 10. Februar offenbar auf frischer Tat ertappt, wie die New York Post berichtet.

Ihr Mikrofon war noch eingeschaltet, während eine schwarze Achtklässlerin über die mögliche Schließung ihrer Schule sprach.

"Sie sind zu dumm, um zu merken, dass sie auf einer schlechten Schule sind. Wenn man einen schwarzen Menschen gut genug trainiert, wird er wissen, dass er den Hintereingang benutzen soll. Man muss es ihm nicht mehr sagen", soll Friedman währenddessen gesagt haben.

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Die Empörung ließ nicht lange auf sich warten. Teilnehmer der Sitzung reagierten schockiert, in sozialen Netzwerken verbreiteten sich Ausschnitte des Vorfalls rasend schnell.

Die Professorin erklärte später, sie habe nicht ihre eigene Haltung wiedergegeben. Vielmehr habe sie versucht, ihrem Kind systemischen Rassismus zu erklären und dabei bewusst ein "offensichtlich rassistisches Klischee" zitiert. Ihre vollständigen Aussagen seien nicht komplett zu hören gewesen.

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Friedman sagt das Ganze sei ein Missverständnis

Ob Allyson Friedman ihren Posten am Hunter College behalten darf, ist derzeit noch unklar.  © Drew Angerer / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Gegenüber der "New York Times" beteuerte sie laut New York Post: "Meine vollständigen Äußerungen machen deutlich, dass diese abscheulichen Ansichten weder meine eigenen sind, noch dass sie sich gegen irgendeinen Schüler oder eine Gruppe richteten."

Zugleich entschuldigte sie sich für den entstandenen Schaden und betonte, sie unterstütze die Schüler im Kampf gegen Schulschließungen.

Die Kritik hört dennoch nicht auf. Mehrere New Yorker Politiker bezeichneten die Äußerungen als "abscheulich".

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Ein Sprecher der Hochschule verurteilte Kommentare ebenfalls, ließ jedoch offen, ob disziplinarische Maßnahmen folgen.

Die Professorin verfügt über einen Doktortitel und forscht im Bereich Neurophysiologie. Ob sie ihren Posten behalten darf, ist derzeit unklar. Der öffentliche Druck auf die Universität wächst.

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