Attacke auf Umspannwerk: FBI prüft Terror-Verdacht nach Waffenfund

Boulder City (Nevada/USA) - Schock in Nevada: Ein 23-jähriger Mann aus dem US-Bundesstaat New York soll versucht haben, mit seinem Auto ein wichtiges Umspannwerk nahe dem Hoover-Damm zu rammen. Das FBI ermittelt wegen eines möglichen Terroranschlags.

Das Fahrzeug krachte zuerst in Kabeltrommeln, wodurch die Anlage nicht beschädigt wurde.  © Screenshot/Facebook/LVMPD

Am Donnerstagmorgen gegen 10 Uhr raste der Mann mit einer Limousine durch den Sicherheitszaun einer Anlage des Los Angeles Department of Water and Power (LADWP) außerhalb von Boulder City, wie die Los Angeles Times berichtet.

Die Station leitet Strom vom Hoover-Damm nach Los Angeles, ein sensibles Ziel der Energieversorgung.

Statt direkt in Transformatoren oder Generatoren zu rasen, krachte das Fahrzeug zunächst gegen große industrielle Kabeltrommeln.

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Als die Polizei eintraf, fanden die Beamten den Fahrer tot auf dem Fahrersitz mit einer Schussverletzung am Kopf. Die Behörden identifizierten ihn als Dawson Noah Maloney (23) aus Albany.

Laut Sheriff soll er vor der Tat mit Familienangehörigen kommuniziert und dabei von Selbstmord gesprochen sowie angedeutet haben, "in den Nachrichten landen" zu wollen. In einer Nachricht an seine Mutter bezeichnete er sich selbst als "toten Terroristen-Sohn".

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Auch die Ermittler gehen von einem möglichen Terrorhintergrund aus

Im Wagen des Verdächtigen fanden die Ermittler mehrere Schusswaffen.  © Screenshot/Facebook/LVMPD

Im Fahrzeug entdeckten Ermittler mehrere Schusswaffen, darunter eine Schrotflinte und eine Pistole, außerdem zwei als Flammenwerfer beschriebene Geräte, ein Brecheisen und ein Beil.

Das FBI geht davon aus, dass der 23-Jährige am 14. Februar in Albany einen Mietwagen nahm und quer durch die USA nach Nevada fuhr.

In seinem Motelzimmer fanden Beamte Bücher zu unterschiedlichen extremistischen Ideologien: von rechts- und linksextremen Strömungen über Umwelt-Extremismus bis hin zu staatsfeindlichen und rassistischen Theorien.

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Zudem wurden Metallrohre und Benzin sichergestellt, die zur Herstellung von Sprengsätzen geeignet gewesen sein könnten.

Nach Angaben der Behörden bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung, größere Schäden an der Anlage entstanden offenbar nicht.

Dennoch wird der Vorfall als terrorbezogen untersucht. Die Ermittler werten nun Datenträger, Dokumente und Kommunikationsverläufe aus, um das Motiv des jungen Mannes zu klären.

Normalerweise verzichtet die Redaktion von TAG24 darauf, ausführlich über mögliche Suizide zu berichten. Da der Vorfall bei Boulder City jedoch erhebliche öffentliche Aufmerksamkeit erregt und von den Behörden als möglicher Terrorakt eingestuft wird, haben wir uns entschieden, über die bekannten Hintergründe des Falls zu informieren.

Solltet Ihr selbst von Suizid-Gedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge, bundeseinheitliche Rufnummer: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

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