Chaos an US-Flughäfen: Sicherheitskräfte arbeiten ohne Lohn, Flughäfen bitten Passagiere um Spenden
USA - Der Regierungsstillstand in den USA trifft inzwischen jene, die für die Sicherheit der Reisenden sorgen. Tausende Mitarbeiter der Flughafensicherheit arbeiten momentan ohne Gehalt. Für viele hat das dramatische Folgen.
Nach Angaben von Gewerkschaften stehen zahlreiche Mitarbeiter der amerikanischen Flughafensicherheitsbehörde TSA finanziell mit dem Rücken zur Wand, wie USA Today berichtet.
Einige hätten leere oder sogar überzogene Bankkonten und könnten weder Lebensmittel noch Kinderbetreuung bezahlen.
Besonders erschütternd: Manche Sicherheitsbeamte schlafen inzwischen in ihren Autos, um Benzin zu sparen oder weil sie ihre Miete nicht mehr bezahlen können.
Rund 50.000 TSA-Mitarbeiter sind von dem Shutdown betroffen. Sie müssen trotz ausbleibender Gehaltszahlungen weiterarbeiten, während der politische Streit über den Staatshaushalt in Washington anhält.
Viele versuchen inzwischen, mit Nebenjobs über die Runden zu kommen, oder melden sich krank - mit Folgen für den Flugverkehr.
In der angespannten Lage greifen Flughäfen zu ungewöhnlichen Maßnahmen
An zahlreichen Flughäfen bilden sich inzwischen extrem lange Warteschlangen an den Sicherheitskontrollen. Reisende warten teilweise bis zu drei Stunden und verpassen ihre Flüge, weil immer weniger Sicherheitskräfte im Dienst sind.
Die Situation ist inzwischen so angespannt, dass einige Flughäfen zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, wie People berichtet.
An manchen Flughäfen wie dem Denver International Airport werden Passagiere sogar gebeten, den Sicherheitskräften zu helfen: Reisende sollen Geschenkkarten im Wert von 10 oder 20 Dollar für Lebensmittel oder Benzin spenden, damit die Mitarbeiter während des Shutdowns über die Runden kommen.
Die Spenden sollen in Sammelboxen im Terminal abgegeben werden und können etwa für Supermärkte oder Tankstellen gelten. Hintergrund ist, dass viele Sicherheitskräfte inzwischen ihren ersten vollständigen Gehaltsscheck verpasst haben.
Doch die Aktion sorgt auch für Kritik. In sozialen Medien werfen manche Nutzer dem Flughafen vor, Reisende indirekt zu bitten, staatliche Mitarbeiter zu "bestechen". Andere loben die Initiative als notwendige Hilfe für Beschäftigte, die weiterhin für die Sicherheit der Passagiere sorgen.
Titelfoto: Mark Felix / AFP

