"Ich liebe Dich, Deutschland": Amerikanerin löst hitzige Debatte wegen Elternzeit aus
Düsseldorf - Fassungslose Reaktionen! Eine in Deutschland lebende Amerikanerin erzählte via TikTok über die Elternzeit. Ihre Community aus den USA konnte kaum glauben, wie stark sich die Regelungen in den beiden Ländern unterscheiden.
Die 32-jährige Liza Ebbecke wohnt mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Sohn Harrison in Düsseldorf.
Einen Tag nach seinem ersten Geburtstag postete die Amerikanerin ein TikTok, in dem sie erklärte, dass sie von nun an noch zwei Jahre in Elternzeit sei.
"Das ist einfach fantastisch. Ich liebe Dich, Deutschland", fügte sie hinzu.
Gegenüber People erklärte die Mutter, dass ihre Kommentarspalte nach diesem Video förmlich explodiert sei.
"Immer wenn ich über deutschen Mutterschaftsurlaub oder andere Familienleistungen spreche, sind die Leute meist schockiert, weil viele Amerikaner entweder nicht darüber nachgedacht haben, wie anders andere Länder diese Dinge handhaben, oder einfach nicht wussten, dass es solche Leistungen anderswo gibt", ergänzte sie.
In Deutschland können Eltern bis zu drei Jahre nach der Geburt Elternzeit nehmen, während ihr Arbeitsplatz rechtlich geschützt bleibt. In dieser Zeit können sie Elterngeld, eine staatliche Lohnersatzleistung, erhalten.
In der Regel sind das etwa 65 bis 67 Prozent des vorherigen Nettoeinkommens - mindestens 300 Euro und höchstens 1800 Euro pro Monat. Dieses Geld wird meistens für 12 bis 14 Monate gezahlt.
In Amerika hingegen bekommt man unter bestimmten Voraussetzungen gerade einmal bis zu 12 Wochen Elternzeit, die aber oft unbezahlt ist. Ob man Zuschüsse erhält, hängt vom Arbeitgeber und Bundesstaat ab.
Unterschiede schockieren Eltern aus USA
Mit einer derartigen Reaktion ihrer Community hatte Liza nicht gerechnet. "Viele Amerikanerinnen und Amerikaner haben geäußert, dass sie emotional aufgewühlt, frustriert oder sogar entmutigt sind, wenn sie die Situation mit den Mutterschaftsurlaubsregelungen in den USA vergleichen", so die 32-Jährige.
"Ich habe auch Nachrichten von Menschen erhalten, die sagten, das Video habe ihnen die Augen dafür geöffnet, wie familiäre Unterstützung in anderen Ländern aussehen kann."
Einige User seien sogar persönlich geworden.
"Wie soll man bitte nach 3 Jahren überhaupt wieder in einen Job zurückkehren – rein praktisch gesehen?", fragte einer fassungslos. "Das ist viel zu lange", sagte ein anderer.
Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/TikTok/liza_ebbecke

